Ratgeber

Agrarinvestitions-Förderprogramm im Schnellcheck

Stallbau-Biolegehennen
Hans Dreier
Hans Dreier
am Donnerstag, 22.04.2021 - 15:33

Was wird gefördert? Wie hoch ist die Förderung? Welche Voraussetzungen gelten? Das AFP kurz und knapp.

  1. Was wird gefördert?
    Gefördert werden Baumaßnahmen zur Verbesserung der Produktions- und Arbeitsbedingungen, Rationalisierung und Senkung der Produktionskosten sowie zur Erhöhung der Wertschöpfung. Beispiele: Milchviehstall, Schweinestall, Verkaufsgewächshaus. In der Tierhaltung werden auch Lagerstätten für Wirtschaftsdünger gefördert. Auch „Investitionen in Vorhaben der Verarbeitung und Vermarktung von Anhang-I-Erzeugnissen“ können durch das AFP gefördert werden.
  2. Welche besonderen Anforderungen gibt es?
    Die Maßnahme muss eine Verbesserung des Verbraucher-, Tier-, Umwelt- oder Klimaschutzes bewirken. Es sind besondere Anforderungen mindestens in einem Bereich (Verbraucher-, Umwelt- oder Klimaschutz) zu erfüllen. Beispiel: Teilnahme an einem Qualitätssicherungssystem (Verbraucherschutz) oder Konzept zur Verringerung der Stoffausträge (Umweltschutz).
    Bei Investitionen in die Tierhaltung darf der Tierbesatz bis zum Ende der Zweckbindung 2,0 GV/ha selbstbewirtschaftete Fläche (LF) nicht übersteigen. Grundlage für die Überprüfung sind die Daten des Mehrfachantrags. Eine Überprüfung erfolgt jährlich nach Abschluss der Maßnahme.
  3. Wie hoch ist die Förderung?
    Die Zuwendungen werden als reine Zuschüsse gewährt. Der Basiszuschuss beträgt 20 % der zuwendungsfähigen Ausgaben (z. B. bei Vorhaben zur Verarbeitung und Vermarktung).
    Bei Investitionen in die Tierhaltung wird ein Zuschuss in Höhe von bis zu 25 % der zuwendungsfähigen Ausgaben gewährt, sofern die Anforderungen an eine besonders tiergerechte Haltung erfüllt werden (Premiumförderung). Für Investitionen in die Zuchtsauenhaltung oder, die der erstmaligen Umstellung der Anbindehaltung von Milchkühen auf Laufstallhaltung dienen, wird ein Zuschlag von 15 auf 40 % gewährt.
    Maximal werden zuwendungsfähige Ausgaben von 800 000 € gefördert (Kooperationen: 1 600 000 €). Mindestvolumen der Investition: 20 000 €.
  4. Welche Voraussetzungen muss man erfüllen?
    Mindestgröße laut Gesetz über die Alterssicherung der Landwirte.
    Mindestens 25 % der Umsatzerlöse aus Bodenbewirtschaftung bzw. bodengebundener Tierhaltung.
    Positive Einkünfte im Einkommensteuerbescheid von maximal 140 000 € bei Ledigen und 170 000 € bei Verheirateten.
    Ausbildung: Mindestens drei Bila-Kurse oder Abschlussprüfung in einem Agrarberuf und landwirtschaftliche Fachschule oder gleichwertige Berufsbildung wie zum Beispiel Landwirtschaftsmeister.
    Buchführungsnachweis (mindestens zwei BMEL-Abschlüsse) bei Vorhaben über 200 000 € Nettoinvestitionsvolumen.
    Nachweis angemessener Eigenkapitalbildung und Nachweis der Wirtschaftlichkeit erforderlich.
  5. Was kann nicht gefördert werden?
    Lieferrechte, Schlachtbereich, Pelztierhaltung, Aquakulturen, Wohnbereich.
    Lagerräume für Grundfutter (Fahrsilos), Erntelagerhallen, Maschinen- und Mehrzweckhallen sowie Energiegewinnungsanlagen.
    Maschinen der Innen- und Außenwirtschaft.
    Vorhaben, die der Pflicht zur Umweltverträglichkeitsprüfung unterliegen, soweit sie nicht nach § 35 Abs. 1 Nr. 1 oder Nr. 4 Baugesetzbuch privilegiert sind.
  6. Wie lange besteht eine Zweckbindung?
    Die Dauer der Zweckbindung beträgt bei Bauten und baulichen Anlagen 12 Jahre ab Schlusszahlung, bei technischen Einrichtungen und Maschinen 5 Jahre ab Lieferung. Werden die geförderten Investitionen innerhalb der Zweckbindung veräußert oder nicht mehr dem Zuwendungszweck entsprechend verwendet, wird die Zuwendung anteilig zurückgefordert.