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Agrarförderung

Bis zu 40% Zuschüsse fürs Gülle vergären

Josef koch
Josef Koch
am Dienstag, 01.02.2022 - 12:45

Anträge ab sofort möglich. Antragsfrist endet 2023 für bauliche Maßnahmen in Biogasanlagen.

Biogasanlage-Bau-Güllebehälter

Damit mehr Gülle in Biogasanlage wandert, bezuschusst das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) gezielt die nötigen Investitionen mit bis zu 40%. Pro Unternehmen und Investitionsvorhaben werden bis zu 200.000 Euro gefördert. Die Förderung unterliegt den De-mininimis-Regeln. Innerhalb des Antragsjahres und der vorausgegangenen zwei Jahre dürfen Landwirte maximal 20.000 e erhalten.

Anträge können Landwirte für bauliche Maßnahmen bis zum 31. Dezember 2023 und für alle anderen Maßnahmen bis zum 30.Juni 2024 einreichen. Anträge sind über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) zu stellen.
 

Wofür es Zuschüsse gibt

Der Zuschuss ist laut BMEL für folgende Vorhaben möglich:

  • Gasdichte Abdeckung von Lagern für Gärrückstände, sofern keine rechtlichen Vorgaben zur gasdichten Abdeckung bestehen;
  • Umrüstung von bereits errichteten und betriebenen Biogasanlagen unter der Voraussetzung einer Erhöhung des Wirtschaftsdüngeranteils am Substrateinsatz;
  • Maschinen, Geräte und Anlagen zur Aufbereitung von Wirtschaftsdüngern zur energetischen Nutzung in Biogasanlagen;
  • Bau von zusätzlichen Lagerbehältern aufgrund höherer Wirtschaftsdüngermengen sowie damit einhergehender höherer Mengen an Gärrückständen;
  • Maßnahmen zur Annahme von Wirtschaftsdüngern von anderen Betrieben und zur logistischen Umsetzung der Wirtschaftsdüngermobilisierung;
  • Wirtschaftsdünger-spezifische Anlagenteile für Biogas-Neuanlagen, unter der Voraussetzung eines Wirtschaftsdüngeranteils von mindestens 80 Masseprozent an der jährlich eingesetzten Substratmenge;
  • Investitionsbegleitende Maßnahmen.

Gülleanteil soll gesteigert werden

Aktuell werden in Deutschland rund 30 Prozent des Wirtschaftsdüngeranfalls in Biogasanlagen zur Energieerzeugung eingesetzt. Dadurch würden treibhausgasrelevante Emissionen von etwa 1,5 Mio. t CO2-Äquivalent vermieden, so das Ministerium. Dieser Anteil soll durch die Fördermaßnahmen dieser Richtlinie gesteigert werden.

Die Förderung ist Bestandteil des Klimaschutzprogramms 2030 der Bundesregierung zur Umsetzung des Klimaschutzplans 2050. Zur Umsetzung emissionsmindernder Maßnahmen im Bereich Wirtschaftsdüngervergärung stellt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) von 2021 bis 2023 jährlich bis zu 50 Mio. Euro aus dem Wirtschaftsplan des Sondervermögens "Energie- und Klimafonds" zur Verfügung.

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