Hauswirtschaftlicher Fachservice

Das Ziel klar vor Augen

HWF-Vorstandschaft
Helga Gebendorfer
am Donnerstag, 28.10.2021 - 16:30

Es gab Neuwahlen beim Dachverband Hauswirtschaftlicher Fachservices in Bayern. Die neue Vorstandschaft stellt sich vor.

Wer kein Ziel hat, kann keine Richtung finden“, betont Maria Neumair. Die Vorsitzende des Verbandes Hauswirtschaftlicher Fachservice-Organisationen in Bayern (HWF) eröffnete die Jahreshauptversammlung in Pörnbach (Lks. Pfaffenhofen). Das Ziel der HWF ist jedoch klar und so konnte die Vorsitzende zufrieden in einem Rückblick informieren, welche Erfolge der Verband in den letzten vier Jahren erzielt hat:

  • Durchbruch bei den Krankenkassen: Loslösung von der Grundlohnsummensteigerung bzw. Veränderungsrate.
  • Erster Vertragsabschluss zum 1.1.2019 mit der SVLFG-Landwirtschaftlichen Krankenkasse.
  • Ein weiterer Meilenstein: Zum 1.1.2019 ist es gelungen, als selbstständige Unternehmerinnen in einem HWF-Verbund die Alltagsbegleitung durchführen zu dürfen.
  • Ein wichtiger Schritt war auch der Vertragsabschluss mit dem BKK-Landesverband.

Arbeitsmarkt vorhanden

„Es ist dringend notwendig, die Berufsausbildung in der Hauswirtschaft zu stärken, um weiterhin ausreichend Fachkräfte zu bekommen. Hauswirtschaftliche Dienstleistungen sind ein zunehmender Arbeitsmarkt“, erklärte die Vorsitzende und zeigte auf, dass die HWF Senioren versorgen und betreuen. „Es ist schwer, qualifizierte Unternehmerinnen zu bekommen. Der HWF muss leider immer wieder feststellen, dass sich unsere Organisationen auf Ortsebene auflösen, weil sie keinen Nachwuchs finden. Es wird nur attraktiver, wenn die Bezahlung stimmt“, betonte Neumair und forderte die anwesenden Multiplikatorinnen auf, allen Frauen bewusst zu machen, wie wertvoll ihre tägliche Arbeit ist.

Kassiererin Silvia Berschl berichtete, dass 2020 von den HWFs insgesamt 200 344 Arbeitsstunden geleistet wurden, davon 143 293 Stunden im Rahmen von Sozialeinsätzen von Haushaltshilfe. Trotz Corona wurde mit 57 051 Stunden ein Zuwachs von 24 % bei den Entlastungsangeboten und der Verhinderungspflege verbucht.

Nach Auskunft von Vorsitzender Neumair war es notwendig, Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR) zu erarbeiten, um bei den Betriebskrankenkassen eine Verbesserung der Eingruppierung nach Entgeltgruppen zu erreichen und auch bei zukünftigen Verhandlungen eine gute Basis zu haben. Nach dem einstimmigen Beschluss, die AVR in die Satzung aufzunehmen, erfolgten Neuwahlen (siehe Foto).

Eine wertvolle Tätigkeit

Die vielen Grußwortrednerinnen hoben die große Bedeutung der HWF hervor: Ehrenvorsitzende Barbara Stanglmair lobte die hervorragende Arbeit – gerade im Hinblick auf die große Herausforderung durch die Corona-Pandemie. „Wir müssen das Image der Hauswirtschaft steigern, denn wir brauchen die hauswirtschaftlichen Dienstleistungen so dringend“, machte sie klar und beklagte, dass dies gerade von der Politik zu wenig forciert wird.

Auch Elisabeth Forster vom Bayerischen Landesausschuss für Hauswirtschaft (BayLaH) hoffte, dass gerade in der Krise viele den Wert der Hauswirtschaft neu erkannt haben. Iris Schmidt vom Hauswirtschaftlichen Kompetenzzentrum zollte dem HWF Anerkennung: „Ihre Organisation leistet eine wichtige Tätigkeit für die gesamte Gesellschaft.“

Maria Anzenberger vom Landwirtschaftsministerium hatte ein schriftliches Grußwort geschickt: „Ihre Arbeit ist für die Gesellschaft nicht nur im ländlichen Raum von großer Bedeutung. Die starke Nachfrage bei Sozialeinsätzen für Kranken- und Pflegekassen zeigt dies.“

 

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