Silvester

Wachs gießen: Bleifreies Orakel

Eine Hand hält den gegossenen Klumpen aus Wachs. Im Hintergrund sieht man eine Kerze, eine Schüssel mit Wasser, einen Löffel und ungegossene Wachsteile.
Carmen Knorr
Carmen Knorr
am Mittwoch, 30.12.2020 - 09:16

Seit letztem Jahr ist Bleigießen verboten. Die gesundheitsfreundliche Alternative heißt Wachsgießen – wir zeigen, wie es geht.

Blei ist giftig und umweltschädlich. Zudem ist es besonders gefährlich für Kinder. Es beeinträchtigt ihre Entwicklung der Intelligenz. Seit dem Jahr 2018 ist der Verkauf von Blei-Gieße-Sets deshalb verboten. Die EU hat einen Grenzwert für Produkte aus Blei beschlossen: Demnach gelten Produkte, die mehr als 0,3 % Blei enthalten, als gefährlich. Laut Stiftung Warentest enthielten die bekannten Sets aus dem Supermarkt mindestens 71 %. Restbestände konnte man letztes Jahr oft noch kaufen, dieses Jahr werden Zinn- oder Wachs-Sets angeboten. Bei Zinn gilt aber auch Vorsicht, denn wirklich bleifrei ist nur Reinzinn – auch Lebensmittelzinn genannt.

Eine bedenkenlose Alternative bietet das Wachsgießen. Nach Advent oder Weihnachten hat vermutlich jeder Kerzenreste daheim. Praktisch, denn somit muss man nicht extra ein Set aus dem Supermarkt kaufen. Auch die Werkzeuge für das Wachsgießen hat nahezu jeder Haushalt.

Diese Zutaten benötigt man:

  • Kerzenreste,
  • Messer,
  • alte Zeitung,
  • eine Eiswürfel- oder Pralinenform aus Silikon,
  • ein leeres Konservenglas,
  • einen Schaschlikspieß
  • und einen Topf mit Wasser.
  • Zusätzlich zum Schutz: Ofenhandschuhe und Küchenkrepp.

Später zum Wachsgießen braucht man

  • einen Löffel,
  • eine Schüssel mit kaltem Wasser
  • und eine Kerze.

Herstellung der Wachspralinen

Auf einem Schneidebrett mit einem Messer die Kerzenreste klein schneiden. Daneben steht ein Konservenglas in das die Stücke eingefüllt werden.

Die Kerzenreste mit einem Messer auf einer alten Zeitung oder einem alten Brett klein schneiden. Sollten noch Dochte in den Kerzen oder Teelichtern sein, diese entfernen. Ein leeres Konservenglas säubern und bereit stellen. 

Auf einem Herd steht ein Topf mit Wasser. Darin schmilzt das Wachs in einem Konservenglas.

Die Wachsstücke in ein leeres Konservenglas geben und in einem Wasserbad bei niedrigster Stufe schmelzen. Immer wieder mit einem Schaschlikspieß umrühren, aber Vorsicht: Das Glas wird heiß.

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Um die Arbeitsfläche vor Wachsflecken zu schützen, eine Zeitung darunter legen. Das flüssige Wachs in die bereitgestellte Pralinenform gießen. Durch die flexible Silikonform lösen sich die Wachsfiguren später leicht heraus, außerdem haften keine Wachsreste daran.

Wenn die gegossenen Wachsstücke vollständig abgekühlt und hart geworden sind, aus der Form lösen.

So klappt das Schmelzen

In einem Löffel die Wachspralinen über der Kerze schmelzen.

Dann kann es losgehen:

  • Eine Schüssel mit kaltem Wasser vorbereiten und eine Kerze anzünden.
  • Je einen Wachswürfel auf den Löffel geben und über der Kerzenflamme schmelzen lassen. Übrigens liegt der heißeste Punkt etwa einen Zentimeter über der Flamme, wenn man den Löffel dort hinhält, geht es schneller.
  • Ist das Wachs vollständig flüssig, vorsichtig, sofort und mit Schwung über dem kalten Wasser auskippen.
  • Kurz festwerden lassen, Wachsstück herausnehmen und raten, nach was es aussieht.

Tipp:

Auf www.bleigiessen.de/figuren gibt es eine Liste mit 1200 Figuren. So findet man heraus, was das Wachs für die Zukunft im neuen Jahr verspricht.

Wachsreste vom Löffel entfernen

Um die Wachsreste vom Löffel zu bekommen, den Löffel nochmal über der Kerze erwärmen und die flüssigen Reste mit Küchenkrepp abziehen. Bei Bedarf wiederholen. Danach heiß abspülen.

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