Upcycling

Retro Picknickdecke selber nähen

Eine bunte, in eher lilafarbene, Picknickdecke liegt am Rasen. Darauf Picknickgeschirr ein Korb und Schuhe stehen am Rand
Carmen Knorr
Carmen Knorr
am Samstag, 07.08.2021 - 07:11

Wasserfest, schick, nachhaltig: Das ist unsere selbstgenähte Picknickdecke aus ausgedienter Bettwäsche, Decken und Einkaufstüten. Sie ist ein praktischer Begleiter zum Baden am See oder beim Lesen im Garten. Wir zeigen die Anleitung.

Diese nagelneu, genähte Picknickdecke ist 50 Jahre alt. Ihr Alter sieht man der Decke aber nicht an. Das Geheimnis liegt in den verwendeten Materialien: Dem lilafarbenem Oberstoff stecken schon ein paar Jahrzehnte in den Fasern. Die dafür verwendete Bettwäsche wurde in den 1980er Jahren gekauft und lag seitdem original verpackt im Dachboden. Die Fleecedecke im Inneren liegt etwa seit zehn Jahren ungenutzt herum und die zusammengenähten Einkaufstaschen auf der Unterseite nutzt auch schon sein fünf Jahren niemand mehr. Wer ebenso ein halbes Jahrhundert an Stoff daheim liegen hat, kann auch diese schicke, nachhaltige und preisgünstige Picknickdecke schneidern.

Das braucht man für die Retro-Picknickdecke:

  • Drei verschiedene Stoffe, jeweils in den Maßen 135 x 200 cm: Welche Stoffe oder Materialien sich für die jeweilige Schicht eignen, steht unten.
  • Einen Nahttrenner,
  • Schere,
  • jede Menge Nähgarn,
  • Stoffklammern,
  • Maßband,
  • Lineal,
  • Kreide oder Trickmarker
  • und eine Nähmaschine mit Universal- oder Jeansnadel, die auch dicke und feste Stoffe problemlos nähen kann. Ist die Maschine nicht stark genug, kann es möglicherweise zu unschönen Nähten kommen, die Nadel bricht oder sogar die Maschine kann kaputt gehen.

Diese Materialien sind geeignet

Auf einem Bett liegt, Bettwäsche, Vliesdecken und eine blaue Mehrweg-Einkaufstasche.

Eine gute Picknickdecke ist nicht nur bequem, sie lässt auch die Feuchtigkeit des Bodens nicht durch. Außerdem sollte man auf der Sitzfläche nicht gleich jeden Fleck erkennen. Damit diese drei Eigenschaften erfüllt sind, kommt es auf den richtigen Stoff an. Welches Material sich für welche Schicht gut eignet, haben wir hier aufgelistet:

Die unterste Schicht soll die Feuchtigkeit des Bodens fernhalten. Damit das gegeben ist, verwendet man folgende Materialien als Basis: Mehrweg-Einkaufstaschen aus PVC- oder Plastikgewebe, Mulchfolie oder Bodengewebe, Wachstuch oder Wachstuchtischdecken und Duschvorhänge.

Die mittlere Schicht ist optional, sorgt aber dafür, dass die Decke bequem ist und Unebenheiten im Boden etwas abpolstert. Hierfür kann man diese Stoffe nutzen: Aussortierte Fleece- oder dünne Wolldecken, Molton, Handtücher, Flanellstoff, zum Beispiel von nicht mehr getragenen Hemden oder dicke Vorhänge.

Die oberste Schicht ist die, auf der man sitzt, isst und trinkt. Außerdem steigt man schon mal mit Füßen oder Schuhen darauf, wodurch Gras- oder Erdflecken entstehen können. Damit die Decke aber nicht jedes Mal komplett gewaschen werden muss, lohnt sich hier ein Stoff mit kleinteiligem Muster, damit kleine Flecken nicht gleich zu sehen sind. Dafür eignen sich dünne Stoffe, zum Beispiel: Aussortierte Bettwäsche, Vorhänge, Hemden, T-Shirts, Geschirrtücher, Tischdecken, Stoffreste aus dem Näheck und vieles mehr.

So geht es:

Eine Blaue Tasche wird mit dem Nahtauftrenner in Einzelteile zerlegt.

Die Stoffe/Materialien grob auf die angegebenen Maße zuschneiden. Tipp: Ein Bettdeckenbezug hat bereits die Maße von 135 x 200 cm. Jede andere beliebige Größe ist aber auch möglich.

Sind die Stoffreste nicht groß genug oder entscheidet man sich beispielsweise für die Mehrweg-Einkaufstaschen als Bodenmaterial, braucht es etwas Vorarbeit: Die Taschen oder jeweiligen Stoffe müssen zuerst an den Nähten mit einer Schere aufgeschnitten oder mit einem Nahttrenner aufgetrennt werden. Alle Henkel oder Label ebenfalls abtrennen. So bekommt man größtmögliche Materialteile. 

Die blauen Teile werden an der Nähmaschine aneinander genäht.

Sind die blauen Teile vorbereitet, näht man sie zu einem großen Rechteck mit den benötigten Maßen (135 x 200 cm) aneinander. Dafür legt man die einzelnen Teile jeweils rechts auf rechts aufeinander; die schönen Seiten schauen sich an. Dünne Materialien, wie zum Beispiel die Taschen, näht man mit etwa 1,5 cm Nahtzugabe zusammen.

Mit einem weißen Plastikteil drückt eine Hand die Nähte der blauen Teile flach.

Danach drückt man die Nahtzugabe auf der linken (unschönen) Seite mit dem Finger oder einem Lineal flach auseinander, weil man das Plastikmaterial nicht bügeln kann.

Eine Fleece decke wird aneinandergenäht, die Nahtzugabe wurden noch einmal mit einem geradstich zusammengenäht.

Dicke Stoffe, wie etwa eine Fleecedecke näht man mit 5 cm Nahtzugabe zusammen. Diese drückt man ebenfalls auf der linken Seite auseinander und näht sie nochmal mit einem Geradstich fest. So bleiben die Nahtstellen dünn und man merkt später kaum, dass die Decke an dieser Stelle dicker ist.

Tipp: Für alle Nähte dieser Picknickdecke verwendet man eine starke Universalnadel oder eine Jeansnadel. Zudem sollte die größtmögliche Stichlänge eingestellt werden.

Picknickdecke-Stofflagen-zusammenstecken

Sobald alle Teile vorbereitet sind, kann man nun die mittlere Schicht (Fleece) und den Oberstoff (Bettbezug) zusammennähen. Dafür die Stoffe flach aufeinanderlegen und mit Klammern feststecken. Einmal rund herum mit 1 cm Nahtzugabe nähen.

Alle drei Stofflagen an der Nähmaschine zusammennähen. 

Die eben genähte doppelte Stofflage rechts auf rechts mit der Bodenschicht genauso zusammennähen. Dabei aber eine Wendeöffnung von etwa 30 cm lassen. Danach die Ecken in der Nahtzugabe schräg anschneiden, dabei nicht die Naht verletzen und die Decke wenden.

Decke liegt unter der Nähmaschine und näht den aufgezeichneten Linien entlang, rechts ist der Rest der Decke eingerollt.

Nach dem Wenden die Decke nur auf der Stoffseite bügeln. Je nach Material das Bügelbrett schützen. Dabei die Nahtzugabe der Wendeöffnung nach innen klappen und mit Klammern feststecken. Die Decke noch einmal ringsherum, 2 cm vom Rand entfernt, auf der Oberseite absteppen.

Im letzten Schritt mindestens zwei sich kreuzende Diagonalen auf die Decke nähen. Dadurch verhindert man, dass die Stofflagen verrutschen.

5-Picknickdecke-Karo-Nähte

Wer möchte, kann ein komplettes Karomuster aufnähen. Dafür zuerst die Linien im Abstand von 15 cm mit einer Kreide oder einem Trickmarker aufzeichnen. Dann jeden Kreuzungspunkt mit einer Stecknadel fixieren. Dann auf den Linien entlang nähen.

 

 

 

 

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