Seminar

Nachdenken über die Grundtugenden

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Bettina Hanfstingl
am Donnerstag, 25.07.2019 - 13:34

Lebe ich meine Vision im Arbeitsalltag? Welche Tugenden braucht ein Unternehmer? Wie bleibe ich wettbewerbsfähig? Dies waren einige der Fragen, die beim bus-Unternehmerforum diskutiert wurden.

Herrsching/Obb. Über 220 Teilnehmer aus ganz Deutschland und den Nachbarländern Österreich, Schweiz, Luxemburg und Dänemark kamen zum jährlichen bus-Fest der Absolventen der gleichnamigen Fortbildungsreihe „Bäuerliches Unternehmer/-innen-Seminar“ der Andreas-Hermes-Akademie (AHA), das heuer in Herrsching im Haus der bayerischen Landwirtschaft stattfand.

Lebe ich meine Vision im Arbeitsalltag? Welche Tugenden braucht ein Unternehmer? Wie bleibe ich wettbewerbsfähig? Dies waren einige der Fragen, die beim Unternehmerforum diskutiert wurden. Vier Referenten sprachen als Impulsgeber: Prof. Dr. Claus Hipp legte seine Gedanken zum Thema Ethik und zu den vier Grundtugenden Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Maßhaltung dar. Nicht immer sei auch legitim, was legal sei. Baronin Annabel von Bechtolsheim stellte anhand ihres wechselvollen Lebenslaufes die Entwicklung einer Unternehmerpersönlichkeit vor. Nach einigen beruflichen Stationen arbeitet sie nun auf ihrem Pferdehof Gut Schörghof GbR. Damit ein Unternehmen langfristig konkurrenzfähig bleibt, sind für Prof. Klaus Josef Lutz von der BayWa AG vor allem Weitblick, Mut und Ehrlichkeit nötig. Kosten reduzieren könne nahezu jeder. Das Glück des Tüchtigen sei allerdings ebenso wichtig. Über Visionen und das richtige Gespür sprach Benedikt Ley von der gleichnamigen GmbH. Man dürfe in der täglichen Arbeit seine langfristigen Ziele nicht aus den Augen verlieren und müsse bei Entscheidungen in sich hineinhören.

Die anschließende Diskussion im Forum moderierte Simon Michel-Berger, stellvertretender Chefredakteur des Landwirtschaftlichen Wochenblattes. Von Bechtolsheim sagte zum Thema Umgang mit Kritik, man solle sich diese schon zu Herzen nehmen, müsse sich aber nicht jeden Schuh anziehen. Ley betonte, es sei für Unternehmer wichtig, auch mal geistig wegzukommen von der Arbeit. Man müsse sich trotz vieler Schreibtischarbeit ausreichend bewegen und gesund ernähren.
Beim Galaabend wurde dann kräftig gefeiert. Die diesjährigen Absolventen der bus-Reihe erhielten aus der Hand von AHA-Geschäftsführer Dr. Andreas Quiring ihre Unternehmerbriefe.
Am Vortag konnten die Gäste bei verschiedenen Exkursionen Unternehmer und Sehenswürdigkeiten in der Region kennenlernen. So reiste eine Gruppe zum Ceres-Milchviehhalter-Gewinner 2018, Josef Müller, zum Berghof Babel und nach Hohenschwangau, eine andere zum Klostergut St. Ottilien, zum Hofcafé Villa Möstl, zum Hochseilgarten Ammersee und zur Ammerseefischerei. Weiters gab es die Möglichkeit, neben einer Schifffahrt auf dem Starnberger See den Bio-Ferienhof Wunderl, die Landmetzgerei Konradhof und die Fischzucht Birzle zu besuchen.
Die Ziele einer weiteren Exkursion waren die Solidargemeinschaft Brucker Land, das Kürbisparadies Loock, die KZ-Gedenkstätte in Dachau und der Lampl-Hof in Pfaffenhofen. Eine Gruppe unternahm eine Bergtour zur Gindlalm am Schliersee und zur Whiskydestillerie Slyrs. Der Schleppjagdverein in Gundelsdorf, die historischen Orte von Augsburg sowie Bayern Champignon waren die Stationen einer weiteren Reisegruppe. Außerdem fuhr ein Bus zum Stadtgut Karlshof und zum Bergtierpark Blindham, wo auch der Pflughersteller Gassner vorgestellt wurde. Eine Gruppe war mit dem Rad unterwegs und besuchte die Zimmerei Andreas Drexl, das Boardinghaus Wohnrevier der Familie Högner, den Konradhof in Unering, den Golfclub Starnberg und den Ziegenhof Scheitz.

Das nächste bus-Fest findet im Juni 2020 in Weissenhäuser Strand an der Ostsee statt.