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Mohn

Mohnblüte: „So schön war sie noch nie“

Helmuth Kleinschroth und zwei weitere Männer vor einem blühendem Mohnfeld mit Hinweistafeln.
Anna Knon
Anna Knon
am Sonntag, 27.06.2021 - 06:22

Jährliche Attraktion: Die Mohnblüte auf den Feldern von Landwirt Helmuth Kleinschroth. Er erzählt von Anbau und Vermarktung.

Autofahrer halten an und fotografieren die Mohnfelder. Helmuth Kleinschroth aus Fuchsstadt im Lks. Würzburg baut bereits seit 2007 Mohn an – heuer auf 4,6 Hektar und erstmals Wintermohn, das heißt im Herbst wurde gesät. „Ende Mai hat die Blüte begonnen, und so schön wie heuer war sie noch nie“, erzählt der Landwirt. „Die Leute waren begeistert von der Blütenpracht und ich selbst auch. Der Bestand ist dicht, die Pflanzen fast eineinhalb Meter hoch.“

Das erste Mal Wintermohn

Kleinschroth ist schon gespannt, wie der Ertrag des ersten Anbauversuchs mit Wintermohn ausfällt, der nicht nur früher blüht als der Sommermohn, sondern auch eher geerntet wird. „Anfang August, ungefähr so wie Raps“, erklärt Kleinschroth. Seinen Mohn vermarktet der Landwirt im Hofladen, auf Märkten und per Internet (www.mainfranken-mohnhof.de). „Den gemahlenen Mohn vakuumieren wir in 250-Gramm-Beuteln. Das schätzen unsere Stammkundinnen, die sich im Hofladen mit Mohn eindecken und die Portionen in der Gefriertruhe bevorraten.“

Verkauf im eigenen Hofladen

Auch Mohnöl gibt es im Hofladen; einen Teil seiner Ernte lässt Kleinschroth bei einer regionalen Ölmühle verarbeiten – entsprechend der Nachfrage alle paar Wochen und abgefüllt in 100-ml-Fläschchen. Kleinschroth: „Mohn wird kalt gepresst, das Öl ist sehr hochwertig und sollte möglichst zügig verbraucht werden. Aufgrund seiner Zusammensetzung wird es relativ schnell ranzig, deshalb lassen wir immer nur kleinere Mengen mahlen.“ Mohnöl ist ein feines Speiseöl, wird aber auch als Pflegemittel für Haut und Haar geschätzt.

Kein Vergleich mit Fertigmischungen

Zu den Großabnehmern von Mohnsamen gehört Bäckermeister Martin Schiffer aus Würzburg. Per Zufall kam er in den Genuss eines Kuchens, den eine Hausfrau mit Kleinschrothschem Mohn gebacken hatte. Sofort hat er den Qualitätsunterschied zu fertigen Mohnbackmischungen „erschmeckt“ und kam mit Kleinschroth ins Geschäft. Gemeinsam stellten sie dann auch Aktionen wie den „Mohnday“ auf die Beine, auch auf Messen kooperieren der Direktvermarkter und der Bäcker bestens miteinander.

Beiden ist es ein Anliegen, die Verbraucher auf den Geschmack regional erzeugter Lebensmittel, auch alter Getreidesorten zu bringen, die Kleinschroth ebenfalls anbaut: Gelbweizen, Rotkornweizen, Emmer, Champagnerroggen. Auch der junge, „wilde“ Bäcker und Brotsommelier Axel Schmitt aus Frankenwinheim wurde – als er die wunderbar blühenden Mohnfelder gesehen hat – auf die Produkte von Kleinschroth aufmerksam.

Alex Fuchsbauer, Gastwirt im nahen Reichenberg schätzt Mohn und Mahlprodukte von Kleinschroth für das eigene Brot, Nudeln und Spätzle. Die Zeit scheint reif zu sein für eine Rückbesinnung auf regionale Erzeugnisse; Landwirte, Handel und Handwerk gehen voran, es liegt jetzt am Verbraucher, was und wo er einkauft. 

 

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