Beratung

Was ist das? Mediation, Coaching und Therapie

Eine Frau sitzt bei einer Beratung. Die Beraterin sieht man nur mit dem Rücken.
Christine Schmid / Journalistin, Trainerin und systemische Coach
am Freitag, 23.04.2021 - 10:00

Beratung braucht vertrauen. Doch was steckt hinter den Begriffen Mediation, Coaching und Therapie. Wir erklären es.

Mediation

Mediatoren sind ausgebildete Vermittler, sie sind neutral und arbeiten lösungsorientiert. Viele Mediatoren sind Juristen, die eine Zusatzausbildung absolviert haben. Erfahrungsgemäß lässt sich mithilfe klärender Gespräche so mancher Rechtsstreit verhindern. 

Mediation kann beispielsweise helfen bei Generationenkonflikten oder Diskussionen über die künftige Ausrichtung der betrieblichen Schwerpunkte. Mediation ist dann sinnvoll, wenn schwierige Themen auf den Tisch kommen sollen, wenn ein strukturiertes, konstruktives Gespräch zwischen den Beteiligten aber nicht (mehr) möglich ist. Mediatoren sorgen dafür, dass bestimmte Regeln eingehalten werden und alle gleichermaßen zu Wort kommen.

 

Coaching

Ein Coach begleitet Einzelpersonen oder Gruppen in (vorrangig beruflichen) Veränderungsprozessen. Klassisch ist das Coaching für Führungskräfte oder bei Firmenfusionen. Der Coach unterstützt mit Hilfe unterschiedlicher Techniken den Ratsuchenden – Coachee genannt – seine persönliche Situation zu reflektieren, Handlungspotenziale und Grenzen auszuloten, eigene Ziele zu formulieren und diese schrittweise zu erreichen. Ziel des Coachees ist es, Perspektiven zu verändern, Möglichkeiten zu erweitern und schwierige Situationen zu bewältigen. 

Coaching arbeitet an klar umrissenen Fragestellungen und ist deshalb schnell und effektiv. Der Coachee sollte sich deshalb keinesfalls auf eine fixe Anzahl von Stunden festlegen lassen. Coaching ersetzt keine Therapie, mit Informationen wird vertraulich umgegangen. 
Coaching ist keine geschützte Bezeichnung, weshalb auf dem freien Markt eine Vielzahl an Coaches um Kunden konkurrieren. Gearbeitet wird nach unterschiedlichen Methoden, das Angebot ist kostenpflichtig.

Im Erstgespräch sollte der Coachee zum eigenen Schutz ausloten, ob der Coach eine fundierte, umfangreiche Ausbildung nach den Standards der Deutschen Gesellschaft für Coaching e. V. genossen hat. In einem Erstgespräch sollte immer erspürt werden, ob die Chemie zwischen den Partnern stimmt. Das genaue Prozedere regelt ein Vertrag.

 

Therapie

Psychotherapeuten behandeln mit unterschiedlichen Methoden die seelischen Krankheiten ihrer Klienten. Die häufigsten sind Angststörungen, Anpassungsstörungen, Depressionen und Störungen durch Alkohol- oder Medikamentengebrauch.

Die Ausübung von Psychotherapie ist in Deutschland rechtlich geregelt und darf nur von Ärzten mit Zusatzqualifikation, Psychologischen Psychotherapeuten (= Psychologen mit psychotherapeutischer Ausbildung) und von Heilpraktikern mit psychotherapeutischer Ausbildung ausgeübt werden.

Psychotherapeuten bieten sogenannte psychotherapeutische Sprechstunden an. Dafür braucht es keine Überweisung vom Hausarzt, man kann sich direkt an die Therapeuten wenden. In dieser Sprechstunde werden Bedarf und Vorgehensweisen ausgelotet. Therapeuten mit Kassenzulassung sind verpflichtet, psychotherapeutische Sprechstunden anzubieten. Meist erhält man diese innerhalb von vier Wochen. Wenn die Chemie zwischen Therapeuten und Klient stimmt, steht einer Therapie nichts mehr im Wege. Falls nicht, geht die Suche weiter. 

Aber die psychotherapeutische Sprechstunde ist kein Garant dafür, zeitnah einen Therapieplatz zu bekommen. In der Regel warten Therapiewillige sechs bis zwölf Monate auf einen Platz. Es macht durchaus Sinn, sich auf die Wartelisten mehrerer Therapeuten setzen zu lassen.
Das Genehmigungsverfahren mit den Krankenkassen regelt der Therapeut. Von den Krankenkassen anerkannt sind und bezahlt werden derzeit die Verhaltenstherapie, die analytische Psychotherapie (= Psychoanalyse) und die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie. Darüber hinaus gibt es eine Fülle von Therapieverfahren, die – je nach Situation – durchaus effektiv sind, aber aus eigener Tasche bezahlt werden müssen. Hierzu gehören beispielsweise Paar- und Familientherapie, Gestalttherapien und Körpertherapien.

 

Mehr zum Thema

Lesen Sie hier, warum es immer einen Ausweg gibt - auch wenn die Situation noch so aussichtslos erscheint. 

Detaillierte Antworten auf viele Fragen gibt es beim Aktionsbündnis Seelische Gesundheit unter www.deinkopfvollerfragen.de.

 

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