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Gartenkräuter

Koriander: Kraut und Samen erfolgreich anbauen

Koriander-Kraut wächst in einem Beet.
Peter Busch / Sophia Gottschaller, BLW
am Mittwoch, 13.04.2022 - 15:30

Wer Koriander mag, baut ihn lieber selbst im Garten an. Er schmeckt deutlich besser als im Supermarkt gekauft, sofern man ihn dort überhaupt bekommt.

Am Koriander scheiden sich die Geister: Die einen können nicht genug von dem würzigen Kraut bekommen, die anderen verabscheuen ihn für seinen „seifigen“ Geschmack. Aber selbst, wenn man das Kraut nicht mag, schätzt man die Samen des Korianders als Brot- und Lebkuchengewürz. Kraut und Samen kann man im eigenen Garten anbauen. Wir erklären, wie sie besonders gut gedeihen.

Koriander mags sonnig und feucht

Koriander (Coriandrum sativum) gedeiht am besten in der vollen Sonne auf leichtem durchlässigen Boden. Im Freiland sät man ihn bei milden Temperaturen im April und Mai aus. Gesät wird in Reihen im Abstand von 30 cm, circa 1 cm tief. Nach dem Auflaufen, das bis zu drei Wochen dauern kann, werden die Pflänzchen auf 10 cm vereinzelt. Ein Umpflanzen lohnt sich nicht, da Koriander dann klein bleibt und schnell in Blüte schießt. Wichtig ist immer für genügend Feuchtigkeit zu sorgen und Unkraut zu entfernen. Düngen muss man nicht.

Koriander ernten, konservieren und überwintern

Wenige Wochen nach der Aussaat können die ersten Blätter gezupft werden, am besten Samt Stiel, aber ohne das Herz zu beschädigen. Größere Erntemengen lassen sich konservieren. Allerdings lohnt sich ein Trocknen nicht, da zu viel Aroma verloren geht. Besser ist es, diese Kräuter fein gehackt mit etwas Wasser zu Eiswürfeln oder als Kräuterbutter einzufrieren. Zur Ernte des frischen Krautes lassen sich Folgesaaten alle paar Wochen ausbringen und selbst über Herbst und Winter, eingetopft auf der warmen, hellen Fensterbank oder im Wintergarten, gibt es eine ständige Ernte.

Koriandersamen einfach ernten

Korinder-Samen in einer Holzkelle.

Nach einigen Wochen verändert der Koriander seine Wuchsform: Das Wachstumszentrum der Pflanze streckt sicht nach oben, sie bildet kaum mehr junge Blätter. Damit ist die Ernte der Blätter abgeschlossen, denn die Pflanze geht jetzt in Blüte. Diese ist bei Insekten sehr beliebt. In guten Sommern lohnt es sich, einzelne Pflanzen ungeschnitten zur Samenreife kommen zu lassen. Sei es zum Sammeln von Saatgut oder weil man die reifen Samen als Gewürz nutzen möchte.

Da ausgereifte Samen leicht herausfallen, wird das Kraut bereits kurz vor der Reife abgeschnitten und kopfüber getrocknet; ein darunter gelegtes Tuch fängt dann die herausfallenden Samen auf. Reife Samen riechen stark aromatisch und schmecken angenehm würzig süß und leicht bitter.

Koriander vielseitig verwendbar in Küche und Heilkunde

Wer das Korianderkraut mag, würzt damit asiatische, indische oder arabische Gerichte. Gut passt es auch in Salate, zu gebratenem Fisch oder in Dips. Die Samen sind klassischer Bestandteil von Brot-, Einlege- und Lebkuchengewürz. Fein gemörsert schmecken sie gut als Marinade von (Grill-)Fleisch, zusammen mit Paprika, Pfeffer und Knoblauch.

In der Heilkunde werden die zerquetschten Samen zusammen mit Anis, Fenchel und Kümmel gerne zu einem Tee gegen Husten eingesetzt. Zwei Teelöffel dieser Mischung überbrüht man mit einem Viertelliter kochendem Wasser und lässt dieses ca. 10 Minuten abgedeckt stehen. Danach wird abgeseiht, eventuell mit Honig gesüßt und warm getrunken.

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