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Geld sparen

KfZ-Versicherung: Wer wenig fährt, zahlt wenig

Kilometerfresser: Wer viel fährt, zahlt höhere Versicherungsbeiträge. Die Angaben sollte man deshalb regelmäßig überprüfen.
Hans Dreier
Hans Dreier
am Dienstag, 11.10.2022 - 17:30

Kfz-Versicherung: Für 5000 Kilometer mehr zahlen Autofahrer 15 Prozent drauf

Wer eine Kfz-Versicherung abschließt, muss angeben, wie viele Kilometer er im Jahr voraussichtlich fahren wird. Diese jährliche Fahrleistung – so heißt die Wegstrecke im Versicherungsjargon – beeinflusst den Versicherungsbeitrag deutlich. Eine aktuelle Studie des Geldratgebers Finanztip zeigt, was Autofahrer draufzahlen, wenn sie zu viele Kilometer bei ihrer Autoversicherung angeben. Finanztip hat Aufschläge von durchschnittlich 15 Prozent ausgemacht, wenn für Musterkunden 5000 Kilometer mehr angegeben wurden.

Wichtig ist, die Kilometerangabe regelmäßig auf den Prüfstand zu stellen“, sagt Kathrin Gotthold, Versicherungs-Expertin bei Finanztip. „Wenn sich im Leben etwas ändert, ändert sich damit oft auch das Fahrverhalten und damit der Beitrag, den man für seine Autoversicherung zahlen muss – zwar muss man selbst handeln, doch das geht ganz schnell und bringt viel.“

Keinesfalls absichtlich weniger angeben

In einer Finanztip-Untersuchung konnten die Musterkunden im Schnitt 13 Prozent des Jahresbeitrags sparen, wenn sie statt 20 000 Kilometern nur 15 000 Kilometer als Fahrleistung abgefragt haben. Dementsprechend kosteten 20 000 Kilometer durchschnittlich 15 Prozent mehr als 15 000 Kilometer – bei sonst identischen Angaben. Hat man mehr Kilometer mit der Versicherung vereinbart, als man tatsächlich fährt, ist das rausgeworfenes Geld.

Es ist aber nicht erlaubt, einfach zu wenig Kilometer anzugeben, um den Preis für die Versicherung zu drücken. „Wie viele Kilometer man mit dem Auto fahren wird, sollte man realistisch und eher defensiv schätzen“, sagt Gotthold.

Automatisch bekommt niemand Geld von seiner Versicherung zurück. Die Versicherer passen den Beitrag normalerweise erst ab dem Zeitpunkt an, zu dem der Versicherte weniger Kilometer meldet.

Die meisten Versicherungen bieten die Meldung der verringerten Fahrleistung auf mehreren Wegen an: per E-Mail, telefonisch oder über das Kundenportal beziehungsweise per App. „Wir empfehlen, die geringere Fahrleistung schriftlich per Mail oder Brief an die Versicherung zu melden und um Bestätigung des Erhalts zu bitten“, sagt Gotthold. „Wer auf Nummer Sicher gehen will, sollte nach zwei Wochen nachfragen, ob die Meldung durchgegangen ist.“

„Versicherte sollten explizit schreiben, dass die gesenkte Kilometerleistung rückwirkend gelten soll“, betont Gotthold. Die meisten Versicherungen senken die Kilometerleistung – und damit den Beitrag – bis zum Beginn des Versicherungsjahres. Einige Versicherungen senken den Beitrag sogar über das aktuelle Versicherungsjahr hinaus – eine Nachfrage beim Anbieter kann nicht schaden.

Kündigung bis zum 30. November möglich

Wer mit seiner Kfz-Versicherung unzufrieden ist, kann zum Jahresende wechseln. Die Kündigung des bestehenden Vertrages muss in der Regel spätestens zum 30. November beim Versicherer eingehen, weil die meisten Verträge an das Kalenderjahr gekoppelt sind und die Kündigungsfrist einen Monat beträgt.

Es gibt jedoch auch unterjährige Verträge. Dann ist der in der Jahresrechnung genannte Hauptfälligkeitstermin maßgebend. Er zeigt an, wann das neue Versicherungsjahr beginnt. Wird der Beitrag zum Beispiel am 1. August fällig, endet das alte Versicherungsjahr am 31. Juli. Die Kündigung muss dann spätestens zum 30. Juni bei der Versicherung sein.