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Welternährung

Hungersnot ist zurück

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am Donnerstag, 23.12.2021 - 08:57

Die Welt ist bei der Hungerbekämpfung vom Kurs abgekommen und entfernt sich immer weiter vom verbindlichen Ziel, den Hunger bis 2030 zu besiegen.

Das teilt die Welthungerhilfe mit. Weltweit hungern etwa 811 Millionen Menschen und 41 Millionen leben am Rande einer Hungersnot. Besonders dramatisch sei die Lage in Somalia, Jemen, Afghanistan, Madagaskar und dem Südsudan. Der Welthunger-Index untersucht die Ernährungslage in 128 Ländern und bestätige die deutlichen Rückschritte bei der Hungerbekämpfung. 47 Länder werden bis 2030 noch nicht einmal ein niedriges Hungerniveau erreichen, 28 davon liegen in Afrika südlich der Sahara.

Der Welthunger-Index zeige in diesem Jahr die verheerende Wechselwirkung von Konflikten und Hunger. In acht von zehn Ländern mit einer sehr ernsten oder gravierenden Hungersituation tragen Konflikte maßgeblich zum Hunger bei.

Zahl der Hungernden steigt wieder

„Unsere Befürchtungen im letzten Jahr haben sich leider bestätigt. Hungersnöte sind zurück und multiple Krisen lassen die Zahl der Hungernden immer weiter steigen“, erklärte Marlehn Thieme, Präsidentin der Welthungerhilfe.

Mehr als die Hälfte aller unterernährten Menschen lebt in Ländern, die von Gewalt, Konflikt und Fragilität geprägt sind. Wo Krieg herrsche, würden Ernten, Felder und wichtige Infrastruktur zerstört. Die Menschen verließen ihre Dörfer aus Angst vor Kämpfen und Übergriffen und seien auf humanitäre Hilfe zum Überleben angewiesen.
Wo Hunger und Armut herrschen, nehmen aber auch Konflikte zu. „Wir brauchen tragfähige politische Konfliktlösungen und eine Stärkung des Rechts auf Nahrung“, betonte Thieme. Der Einsatz von Hunger als Kriegswaffe müsse endlich konsequent sanktioniert werden. „Darüber hinaus benötigen wir flexible Finanzierungsmodelle, die die Wechselwirkung von Ernährung und Frieden stärker in den Blick nehmen.“