Porträt

Das Hobby mit den Hasen hält ihn jung

Der ältere Herr steht vor einer dunklen, hölzernen Wand. In den Händen hält er zwei junge Hasen, einen schwarzen und einen weiß/braun gefleckten. Er selbst trägt einen Hut, eine Brille und eine hellblaue Jacke über einem weißen T-Shirt und einer dunkelblauen Weste. Sein Körperbau ist etwas kräftiger.
Christine Riel-Sommer
am Sonntag, 04.04.2021 - 07:00

Franz Härtl pflegt ein Hobby, das früher auf vielen Höfen gang und gäbe war. Der Austragsbauer hält und züchtet Stallhasen und durfte sich sogar schon über die Auszeichnung „Jungtiermeister“ freuen.

Franz Härtl aus Pavelsbach im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz ist begeisterter Hasenhalter. Schon seit den 1960er Jahren züchtet er auf seinem Gehöft Kaninchen. Für Franz Härtl ist die Hasenzucht seit seiner Kindheit zu einer Leidenschaft geworden. Zu seiner kleinen Landwirtschaft gehören außerdem ein paar Hektar landwirtschaftliche Flächen und Wald, den er inzischen gemeinsam mit seinem Neffen bewirtschaftet.

Die Hasenhaltung ist seine Leidenschaft

Trotz aller gern getaner Arbeit rund um den Hof, seine Leidenschaft sind die Hasen. Zuletzt wurde seine Begeisterung im Jahr 2019 von seinem Berchinger Verein mit der Auszeichnung zum Jungtiermeister für die Züchtung von Burgunderhasen belohnt. Auch wenn er schon viele Hasenjunge gesehen hat, freut er sich immernoch über jeden neuen Wurf. Aktuell gibt es viele kleine Jungtiere beim „Spitzn Franz“, so sein Hausname in Pavelsbach. Nicht ohne Grund gelten die Tiere als Fruchtbarkeitssymbol.

„Die Leute halten leider immer weniger Stallhasen“, bedauert Franz Härtl und erinnert daran, während er einer trächtigen Häsin etwas Heu in das Fressgitter legt, dass die Hasenhaltung auf den Höfen früher üblich war.

Der Oberpfälzer fährt auch zu Ausstellungen, die derzeit wegen Corona allerdings ausfallen müssen. Dafür kommen hin und wieder Familien bei ihm vorbei, um sich für ihre Kinder zwei Tiere zu holen. Denn Kaninchen sind Rudeltiere und dürfen nicht alleine leben. Das Ziel der Eltern sei dann immer, dass der Nachwuchs durch die wiederkehrenden Aufgaben wie Ausmisten und Füttern lernt, langfristig Verantwortung zu übernehmen, weiß der erfahrene Züchter.

Züchter hoffen auf Rückkehr zur Normalität

Haertl-Rheinischer Schecke-mb

Vor Corona traf man den 70-jährigen Härtl außerdem häufig montags am Neumarkter Volksfestplatz. Denn dort wird üblicherweise ein Hühner- und Kleintiermarkt abgehalten und die regionalen Züchter tauschen sich dabei rege aus. Jetzt hofft er, dass die Treffen unter den vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen vielleicht bald wieder in kleinerem Rahmen stattfinden. Das würde ihn freuen.

Eine der von ihm gehaltenen Rassen ist der Rheinische Schecke. Bei der mittelgroßen Rasse sei das Augenmerk des Züchters auf die Intensität und Reinheit der Farben Schwarz und Gelb bis hin zu Orange und die rein weiße Grundfarbe gerichtet. „Die Schecken erkennt man an ihrem rund drei bis vier Zentimeter breiten farbigen Streifen, der sich am Rücken entlang vom Kopf bis zur Blume hinunter zieht.“ Bis zu vier Kilogramm kann ein ausgewachsener Rammler dieser Rasse auf die Waage bringen, erklärt der begeisterte Hasenhalter. In dieser Größe sei er als Sonntagsbraten auch für eine größere Familie ausreichend.

Nudeln und Knödel zum Hasenbraten

Haertl-Stall-mb

Härtl, der zum Hasenbraten am liebsten Nudeln und Knödel isst, betätigt sich bei seinem Hobby auch gern handwerklich. Der Austragler, der im Nebenerwerb auch als Maurer arbeitete, hat alle Ställe selbst geschreinert. „Stallbau für die Hasen und Hühner gehört auch dazu, neben dem Ausmisten und Füttern das ganze Jahr“, lacht er.

Sein Gras mäht und holt er mit dem Traktor alle zwei Tage. Für seine Stallhasen hat er außerdem immer Gelbe Rüben auf Lager. „Damit werden die Zähne der Kaninchen kurz gehalten.“

Sind es nun Hasen oder Kaninchen?

Was es mit der Unterscheidung Hase und Kaninchen auf sich hat, erklärt er auch: „Zwar sprechen wir oft von Hasen, aber bei Stalltieren handelt es sich grundsätzlich um die mit den Hasen verwandten Kaninchen.“ Während Hasen Einzelgänger seien und in freier Natur vollentwickelt als Nestflüchter zur Welt kämen, sind Stallkaninchen Rudeltiere und werden mit geschlossen Augen und fast nackt geboren.

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