Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Allerheiligen

Grabbepflanzung als Ausdruck des Gedenkens

Straeucher-Grab-Grabbepflanzung-Friedhof: Ein Grab ist reich mit Sträuchern bepflanzt.
Sophia Gottschaller
Sophia Gottschaller
am Dienstag, 18.10.2022 - 13:30

Eine gelungene Grabbepflanzung soll liebevoll wirken und möglichst pflegeleicht sein. Dabei hilft, den größeren Teil des Grabs dauerhaft zu bepflanzen und die kleinere Fläche mit wechselnden Pflanzen zu gestalten. Wir geben Anregungen.

Es ist eine schöne Tradition, Gräber zu den Gedenktagen im Herbst, wie Allerheiligen, noch einmal besonders feierlich herzurichten und zu schmücken. Ein liebevoll gepflegtes Grab drückt Wertschätzung und Verbundenheit zu den Verstorbenen aus, zudem kann es Hinterbliebenen helfen, besser mit ihrer Trauer umzugehen. Doch viele Angehörige wünschen sich auch, dass sich bei der Bepflanzung der Gräber eine schöne Optik und nicht zu viel Pflege die Waage halten.

Dafür gibt es eine einfache Lösung: Man kann mit pflegeleichten Stauden, Sträuchern, Gräsern und Bodendeckern eine immergrüne Grundbepflanzung schaffen und dabei kleine Flächen für eine jahreszeitlich variierende Wechselbepflanzung aussparen. So spart man Zeit bei der Pflege und gleichzeitig Geld und Ressourcen, weil man weniger Pflanzen kaufen und auswechseln muss. Wer das Grab auf diese Art gestaltet, hat viele verschiedene Möglichkeiten – wir stellen einige vor.

Zwerggehölze und Gräser sorgen für die Höhe

Eine Rahmenbepflanzung mit Pflanzen in verschiedenen Wuchshöhen empfiehlt sich besonders für größere Gräber mit einem großen und hohen Grabstein. Eine Pflanze setzt man dabei linker oder rechter Hand leicht nach außen gerückt vor den Grabstein. Dabei achtet man darauf, dass die Pflanze die Beschriftung nicht zu stark verdeckt, sie sollte nur etwa 2/3 so hoch wie der Grabstein sein. Auf die nun noch freie Seite pflanzt man etwas weiter nach vorne versetzt eine weitere, kleine Solitärpflanze. Im vorderen Bereich kann man dann kleinere Flächen für eine Wechselbepflanzung frei halten.

Eine solche Bepflanzung, streckt das Grab optisch, sorgt für eine gute Tiefenwirkung und nimmt dem Grabstein die Höhe.

Empfehlenswert sind Gehölze, die gedrungen und langsam wachsen und dabei niedrig bleiben:

  • Zwerg-Muschelzypresse (Chamaecyparis obtusa) ‘Nana Gracilis’,
  • Gelbe Zwerg-Fadenzypresse (Chamaecyparis pisifera) ‘Sungold’,
  • Zwerg-Mooszypresse (Chamaecyparis pisifera) ‘Plumosa Nana’/‘Compacta’,
  • Blauer Zwerg-Wacholder (Juniperus squamata) ‘Blue Star’,
  • Kriechkiefer (Pinus mugo var. pumilio).

Auch Ziergräser geben der Bepflanzung Höhe und Struktur. Je höher sie wachsen, desto weiter nach hinten setzt man sie. Kleinere Gräser machen sich gut in den vorderen Ecken. Empfehlenswert sind:

  • Blauschwingel (Festuca cinerea),
  • Lampenputzergras (Pennisetum alopecuroides) ‘Hameln’ oder ‘Compressum’,
  • Zwerg-Federborstengras (Pennisetum alopecuroides) ‘Little Bunny’.

Pflanzen gruppieren und mit Asymmetrie spielen

Grabbepflanzung-Asymmetrisch

Je nachdem, wie man die Pflanzen auf dem Grab verteilt, erzeugen sie ein anderes Bild. Ordnet man sie symmetrisch an, wirkt dies ruhig und ausgeglichen. Eine asymmetrische oder schräge Bepflanzung erzeugt dagegen ein interessantes, abwechslungsreiches Pflanzbild.

Eine Möglichkeit ist, das Grab durch eine Linie aus Kieseln in zwei Bereiche zu teilen. Gelungen sieht es aus, wenn man die Linie etwa in der Mitte des Grabsteins ansetzt und diese diagonal nach vorne laufen lässt – allerdings nicht bis zu einer Ecke des Grabes, sondern leicht in die Mitte eingerückt. Den kleineren Bereich bepflanzt man flächig mit nur einer niedrigen, bodendeckenden Pflanzenart. Auch auf dem größeren Teil wächst ebenfalls ein niedriger Bodendecker. Dort wählt man allerdings eine andere Art, am besten in einem anderen Grünton – das sorgt für optische Kontraste. Und in diesem Bereich spart man kleinere Flächen aus, die man mit wechselnden Blumen oder auch Gestecken schmücken kann.

Empfehlenswerte, niedrige Bodendecker sind:

  • Kriechendes Berg-Bohnenkraut (Satureja spicigera),
  • Roter Sand-Thymian (Thymus serpyllum) ‘Coccineus’
  • Blaugrünes Stachelnüsschen (Acaena buchananii),
  • Rotmoos Mauerpfeffer (Sedum album) ‘Coral Carpet’,
  • Reichblühendes Fettblatt (Sedum floriferum) ‘Weihenstephaner Gold’,
  • Silberspatel-Fettblatt (Sedum spathulifolium) ‘Cape Blanco’,
  • Teppich-Fettblatt (Sedum spurium) ‘Variegatum’,
  • Hauswurzen (Sempervivum).

Bodendecker, Steine und Wurzeln schaffen Formen

Grabbepflanzung-Sonnenstrahlen-Friedhof-Allerheiligen

Etwas auffälliger ist es, mit verschiedenen Bodendeckern Formen auf dem Grab zu gestalten. Hat der Grabstein eine spezielle Form oder befindet sich auf ihm ein besonderes Zeichen, wie etwa ein Kreuz oder ein Herz, kann man dieses in der Bepflanzung gut wieder aufgreifen.

Ungewöhnlich, aber wirkungsvoll ist eine strahlenförmige Bepflanzung des Grabes. Die Strahlen lässt man dabei – breit angesetzt – in einer Ecke des Grabes entstehen. Sie bestehen aus zwei verschiedenen Bodendeckern, die man immer abwechselnd pflanzt und die fast auf die ganze Fläche des Grabes ausstrahlen. Der Bereich neben dem Grabstein bleibt offen für jahreszeitlich wechselnde Blumen. Wichtig zu wissen ist: Diese Art der Grabgestaltung beziehungsweise ihre Pflege ist mit etwas mehr Arbeit verbunden, weil man die Formen immer wieder trimmen muss, damit sie nicht ineinander verwachsen.

Und nicht nur mit Pflanzen lässt sich ein Grab individuell gestalten: Geschmackvoll sieht es auch aus, wenn man Naturmaterial in die Grabgestaltung mit einarbeitet. Besonders gut eignen sich schön geformte Wurzeln oder Treibholz, besondere Steine oder man kann auch mit Steinplatten einen Weg durch die Pflanzen legen.

Ihr Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt
blw digital iphone blw digital macbook
Hefttitelbild Printausgabe Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt