Betriebszweige

Geschäftsideen - Grenzen beachten

Auszeichnung für Bäuerin
Sepp Kellerer Portrait 2019
Sepp Kellerer
am Donnerstag, 17.10.2019 - 09:15

Neue Ideen umsetzen, das macht sicher Spaß - man muss aber auch seine Belastungsgrenzen kennen.

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Zum achten Mal bereits wurde der Wettbewerb Bäuerin als Unternehmerin durchgeführt. Und letzte Woche fand die Preisverleihung statt. Wie bei einer Preisverleihung üblich, wurden sehr viele Superlative gebraucht.

In der Tat, wenn man sich die Projekte der Gewinnerinnen anschaut, dann dürfen sie auch stolz sein, auf das Erreichte. Denn die Projekte, nein ich sollte hier besser den Begriff Betriebszweige verwenden, die die Bäuerinnen aufgebaut haben, stellen sich nicht nur nach außen gut dar. Ein wichtiges Bewertungskriterium der Jury war nämlich die Wirtschaftlichkeit. Will heißen, dass die umgesetzten Ideen auch tragen.

Wie überall im Leben gehört zum Erfolg auch ein Quäntchen Glück. Aber das alleine reicht nicht. Fleiß, Konsequenz, ein kritischer Blick auf das eigene Tun und Beharrlichkeit sind unabdingbar, um Neues zum Laufen zu bringen. Und es muss auch einen persönlichen Bezug geben, zu dem, was man umsetzen möchte. Um das mal ganz einfach auszudrücken, eine Bäuerin, ein Bauer, die ein Faible haben für Rinder, werden sich schwer tun, in der Schweinehaltung erfolgreich zu sein.

Immer wieder hört man in dem Zusammenhang den Begriff vom zusätzlichen Standbein im Betrieb. Und damit taucht auch immer ganz schnell die Frage auf, ja was sollen wir denn noch Alles machen, um den Betrieb erhalten zu können.

Nein, das wird nicht funktionieren. Zusätzlich und einfach oben drauf satteln, das ist nicht drin. Dass in der Landwirtschaft die Arbeit eh schon sehr viel ist, und dass viele Betriebe an der Belastungsgrenze stehen, das ist einfach Fakt.

Wer sich also Gedanken darüber macht, welche Geschäftsmodelle für den Betrieb innerhalb und außerhalb der klassischen Agrarproduktion in seiner Region möglich sind, der muss sich auch darüber im Klaren sein, dass die Weiterentwicklung eines Betriebszweiges oder die Neuaufnahme eines solchen Auswirkungen auf den gesamten Betrieb haben. Der muss sich auch überlegen, was er von den bisherigen Gepflogenheiten weglassen kann, oder welche Arbeiten ausgelagert werden können. Der muss sich auch Gedanken machen, ob für die neuen Ideen vielleicht zusätzliche Arbeitskräfte notwendig sind, und er muss rechnen, ob der Betriebszweig das dann auch finanziert.

Noch einmal: Eigene Ideen umsetzen, neue Ideen umsetzen, das macht sicher Spaß und man macht gerne etwas mehr dafür. Aber es heißt aufpassen, die Grenzen nicht zu übersehen.