Soziales

Gemeinsam geht es besser

Einschränkung
Petra Stemmler-Richter, SVLFG
am Donnerstag, 06.02.2020 - 15:53

Die SVLFG unterstützt Selbsthilfeeinrichtungen für Menschen mit Behinderungen.

Menschen, deren Leben nachhaltig durch eine seelische, geistige oder körperliche Behinderung geprägt ist, brauchen Hilfen, die weit über einen Arztbesuch hinausgehen. Hier setzt die Arbeit der Selbsthilfeeinrichtungen ein. Sie bieten Betroffenen und deren Angehörigen viele Vorteile und entlasten mit ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit die Versichertengemeinschaft der gesetzlichen Krankenkassen.

Finanzielle und ideelle Unterstützung

Deshalb unterstützt die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) die Arbeit der Selbsthilfeeinrichtungen ideell, aber auch finanziell. Mit rund 715 000 € förderte die SVLFG im Jahr 2018 Selbsthilfegruppen, -organisationen und -kontaktstellen. Verankert ist diese Förderung auch im Aktionsplan der SVLFG zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention.

Vor allem der Austausch unter Gleichgesinnten ist wichtig. „Das Verständnis für die Probleme des Anderen innerhalb der Gruppe ist groß. Der Austausch gibt Halt. Jeder profitiert von den Erfahrungen des Anderen“, so ein Betroffener. Daneben haben sich die Selbsthilfegruppen aber auch Lobby-Arbeit zum Ziel gesetzt. Es gibt zum Beispiel Landesverbände, die die Interessen der Betroffenen gegenüber der Politik vertreten oder in Gesprächen mit Vertretern der Ärzteschaft Wege suchen, damit eine enge Zusammenarbeit zum Wohle der Menschen mit Behinderung möglich wird.

Betroffene finden zusammen

KISS

Mit öffentlichen Aktionen informieren Selbsthilfegruppen zudem über ihre Arbeit und werben um Verständnis für die Probleme der Betroffenen. Dass Selbsthilfe meist nicht auf Anhieb von alleine funktioniert, weiß auch Gabriele Lagler, Geschäftsführerin des Vereins Selbsthilfekontaktstellen Kiss Mittelfranken: „Das ist nur natürlich, denn die Mitglieder einer Selbsthilfegruppe sind Betroffene, die aus den unterschiedlichsten Lebenssituationen zusammengefunden haben. Das Einzige, was sie verbindet, ist ihr Bestreben, ihr Problem gemeinsam mit anderen zu lösen.“

Selbsthilfekontaktstellen nehmen hier eine wichtige Aufgabe wahr. Sie sind die erste Anlaufstelle in Fragen rund um die Selbsthilfe. „Unsere Aufgaben sind vielfältig. Wir beraten Menschen, die an Selbsthilfe interessiert sind, über die Möglichkeiten, aber auch über Grenzen von Selbsthilfe. Wir unterstützen sie bei der Suche nach Gleichbetroffenen, bei Gruppengründungen und vermitteln Kontakte. So geben wir oft auch Hinweise auf professionelle Versorgungs- und Beratungsangebote“, erklärt Lagler.

Förderung der Krankenkassen hilft

Die Förderung der gesetzlichen Krankenkassen hilft dabei, die Selbsthilfe langfristig zu verbessern. „Im vergangen Jahr erhielten wir die Genehmigung für die Förderung der Ausbildung zum In-Gang-Setzer. Die Schulung dieser ehrenamtlichen Mitarbeiter ist ein bundesweites Projekt aus Nordrhein-Westfalen. Ohne die Förderung der Krankenkassen wäre uns das nicht möglich gewesen“, erklärt Brigitte Bakalov,  Projektverantwortliche bei Kiss Mittelfranken.

In-Gang-Setzer sind ehrenamtliche Unterstützer jeden Alters, die Selbsthilfegruppen vor allem in der ersten Zeit ihrer Gründung begleiten. Sie entlasten die Mitarbeiter der Selbsthilfekontaktstellen und ergänzen deren Arbeit. „Wir haben nicht die Kapazität, jede Gruppe über längere Zeit regelmäßig zu begleiten. In-Gang-Setzer schließen hier eine Lücke. Sie bringen die Gruppenmitglieder zueinander in Kontakt und helfen dabei, die Gruppe in Gang zu setzen. In Süddeutschland gibt es erst wenige Selbsthilfekontaktstellen, in denen In-Gang-Setzer ausgebildet und eingesetzt werden. Im norddeutschen Raum hat sich ihre Arbeit – ebenso wie bei uns – schon sehr gut bewährt“, so Bakalov.