Bäuerinnenstudie

Erste Ergebnisse: Die Frauen stabilisieren die Höfe

Ministerin Michaela Kaniber steht links und hält die Studie in den Händen. Recht steht mit Abstand Landesbäuerin Annelise Göller. Zwischen ihnen steht ein Banner des STMELF, auf dem ein bayerisches Bauernhaus zu sehen ist.
Anna Knon
Anna Knon
am Mittwoch, 03.03.2021 - 11:45

Neue Studie über Lebens- und Arbeitssituation der Bäuerinnen in Bayern. Die ersten Ergebnisse.

Die Bäuerinnen sind Garant für den Erhalt der bäuerlichen Familienbetriebe in Bayern. Das ist das zentrale Ergebnis der Bäuerinnenstudie, die Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber heute im Beisein von Landesbäuerin Anneliese Göller vorgestellt hat. Belegt wird darin die große Bedeutung der Frauen für die Stabilisierung der landwirtschaftlichen Betriebe; zum einen durch die vielen Arbeitsstunden, die sie am Hof leisten, aber auch die Verbesserung des Einkommens durch Betriebszweige, die die Bäuerinnen anpacken sowie außerlandwirtschaftliche Berufstätigkeit.

Das Ansehen für den Beruf Bäuerin ist zu niedrig

Trotzdem hat nur ein geringer Prozentsatz von ihnen eine Festanstellung am Betrieb, auch die soziale Absicherung steht auf wackeligen Beinen. Am Beruf Bäuerin schätzen die Frauen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Naturverbundenheit. Viele Bäuerinnen empfinden aber die Arbeitsbelastung als (zu) hoch; regelmäßiges Ausschlafen und Urlaub sind für viele Befragten keine Selbstverständlichkeit. Unzufriedenstellend ist für viele Bäuerinnen auch das Einkommen. 67 % der Befragten kritisieren außerdem die zunehmende Abhängigkeit der Landwirtschaft von Förderungen. Besonders bedrückend: Viele Befragte schätzen das Ansehen des Berufs Bäuerin mehrheitlich als niedriger ein im Vergleich zu anderen Berufen, und nur jede Zweite bezeichnet sich als Bäuerin! Hohe Unzufriedenheit herrscht auch über die Darstellung der Landwirtschaft in den Medien.  

Mehr als 2000 Teilnehmerinnen bei der Studie

Die Studie wurde vom Bayerischen Landwirtschaftsministerium finanziert und unter der Leitung von Prof. Jutta Roosen von der Technischen Universität München durchgeführt. Die Antworten auf 79 Fragen zu Arbeitsalltag, sozialer Absicherung und Lebenszufriedenheit von insgesamt 2295 Studienteilnehmerinnen wurden ausgewertet. Nun ist es an der Politik, die Ergebnisse nicht nur zu lesen, sondern die Rahmenbedingungen für die Bäuerinnen entsprechend anzupassen. 

Eine ausführliche Darstellung der Studienergebnisse lesen Sie in Ausgabe 9 des Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatts. Sie erscheint diesen Freitag, den 05.03.2021. 

Top Themen:
  • Borkenkäfer: April verzögert Schwärmflug
  • Schweinehaltung: Luft wird immer dünner
  • Fungizide in Winterweizen
  • Grenzsteinsuche mit Satelliten
  • Ernährung: Die Zukunft im Blick
  • Kursfeuer rund um den Globus
Kostenfreies Probeheft Alle Aboangebote