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Bayerischer Landwirtschaftlicher Hofball

Ein einheitliches Bild abgeben

Hofball
Sepp Kellerer
Sepp Kellerer
am Donnerstag, 14.02.2019 - 11:19

Schee wars. Diejenigen, die wir beim Bayerischen Landwirtschaftlichen Hofball am vergangenen Freitag im Deutschen Theater begrüßen durften, werden mir beipflichten.

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Diejenigen, die nicht dabei waren, möchten wir mit unserer Bilderstrecke (Seite 70) ein wenig neidisch machen. Aber trösten Sie sich. Im nächsten Jahr wird es wieder einen Hofball geben, und damit erneut die Chance, zünftig zu feiern mit Tracht und Tradition.

Jetzt ist gerade das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ erfolgreich zu Ende gegangen – erfolgreich für die Initiatoren – und jetzt kommt der mit dem Hofball und dem Feiern daher, werden Sie sich wahrscheinlich denken. Ja, ganz bewusst, denn da sehe ich durchaus ein paar Verbindungen. Beim Hofball gab es ein einheitliches Bild, eine gemeinsame positive Stimmung. Die Tanzfläche war immer voll, aber nicht weil jeder zu seinem Tanznachbarn gesagt hat, du musst jetzt da rausgehen. Nein, jeder oder jede hat mit seinem Partner entschieden, da gehen wir jetzt raus und wagen den Tanz.

Und jeder hat das nach seinen eigenen Vorlieben und seinen eigenen Fähigkeiten entschieden, der eine lieber Walzer, der andere lieber die Polka oder den Zwiefachen oder was auch immer, aber die Tanzfläche war immer voll. Und noch einmal: Für den Betrachter von außen gab das ein einheitliches Bild: Dieses Feld ist von den Bäuerinnen und den Bauern besetzt.

Ja, zugegeben, draußen in der rauen Wirklichkeit ist das viel schwieriger. Da steht die Landwirtschaft weniger im Blickfeld, eher schon am Pranger. Aber wäre nicht gerade das ein Grund zusammenzurücken und gemeinsam das Feld zu besetzen. Da müssen längst nicht alle nach einer Pfeife tanzen, da könnte jeder seine Stärken in die Waagschale werfen, der eine eher Öko, der andere eher Veredelung und der Dritte eher Bioenergie. Nicht zu vergessen die Bauernmärkte und die Hofläden. Und für den Betrachter von außen ergäbe sich immer noch ein einheitliches Bild. Da steht eine bayerische Landwirtschaft in ihrer ganzen Bandbreite und Vielfalt und deckt die Bedürfnisse der Bürger in allen Belangen ab.

Jetzt ist aber endgültig Zeit, dass ich aufwache. Die Realität sieht nämlich anders aus. Wir kehren lieber die Schwächen beim anderen heraus, als die eigenen Stärken hervorzuheben. Wir streiten lieber in der Öffentlichkeit, als Probleme intern auszuräumen. Und wir suchen vermeintliche Verbündete von außerhalb, statt die eigenen Reihen zu schließen.