Unterricht

Schule zu, was nun?

Online-Unterricht_B
vlf
am Donnerstag, 02.04.2020 - 10:51

Nachdem der Unterricht an der Technikerschule und Höheren Landbauschule in Triesdorf ebenso wie in allen anderen bayerischen Schulen derzeit ausgesetzt ist, nutzen die dortigen Lehrkräfte derzeit alle zur Verfügung stehenden Medien, um den Unterrichtsstoff auch außerhalb des Klassenzimmers zu vermitteln.

Triesdorf - Dazu bietet das Internet vielfältige Möglichkeiten. So findet der Unterricht in einigen Fächern zum Beispiel über Videokonferenzen (Webex) statt. Die Studierenden treffen sich nach einem festen Stundenplan im virtuellen Klassenzimmer und folgen den Erläuterungen der Lehrerkräfte. Das Skript zum Thema wird vorab per E-Mail gesendet. Fragen werden über die Chat-Funktion gestellt und von der Lehrkraft direkt beantwortet. Auch kann der Unterricht mit kurzen Videoeinheiten, Learning Apps oder Google-Formularen abwechslungsreich gestaltet werden. Ein direktes Videogespräch wäre zwar möglich, ist bei einer großen Teilnehmerzahl aber eher verwirrend.

Auf Erfahrungen zurückgegriffen

Schulleiter Fritz Gronauer-Weddige baut dabei auf die Erfahrung von Peter Weyman. Der Kollege der Staatlichen Führungsakademie für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Landshut unterstützt mit seiner langjährigen Medienkompetenz die Lehrkräfte an den Fachschulen schon seit Jahren.

Zusätzlich stehen auf dem Schulserver Stundenplan, Skripten, Arbeitsblätter und Musterlösungen aller Lehrkräfte bereit, auf den die Studierenden Zugriff haben. Für Hilfestellung und Fragen sind alle Lehrkräfte über E-Mail und telefonisch in der Schule oder im Homeoffice zu erreichen. Fritz Gronauer-Weddige und die anderen Lehrkräfte sind deshalb im ständigen Austausch mit den Studierenden. Der Schulleiter ist optimistisch, dass der angestrebte Abschluss erreicht wird. Seine Erfahrung: „Die Studierenden nutzen dankbar das Angebot, denn sie wissen, in absehbarer Zeit stehen Prüfungen an. Und irgendwann heißt es auch wieder: bitte die Klassenzimmertüre schließen und hinsetzen, der „normale“ Unterricht beginnt“.

Schüler reagieren positiv

Die Reaktionen der Studierenden sind überwiegend positiv. Florian B.: „Zuallererst möchte ich mich dafür bedanken, dass der Unterricht nach der überraschenden Schulschließung dank des Engagements der Lehrkräfte schnell weiter gehen konnte.“ Karin M. findet das Angebot mit der Videokonferenz sehr gut. Sie wurde allerdings wegen des überlasteten Netzes und der schlechten Infrastruktur im Ort zweimal von der Sitzung rausgeworfen. Dennoch ist sie überzeugt: „Dies ist ein guter Weg, sich den Lerninhalt besser zu merken.“ Sebastian K. stöhnt über die Menge des zu bearbeitenden Materials: „Vor allem in den betriebswirtschaftlichen Fächern ist die Aufgaben- und Informationsdichte sehr hoch.“ Für die Bearbeitung der Aufgaben und Skripte werde mehr Zeit benötigt als im analogen Unterricht, findet er. Zudem hätten manche einen höheren Erklärungsbedarf. Da erweise sich der Onlineunterricht als gute Ergänzung zum Skript.