Weltfrauentag

Ohne Frauen keine landwirtschaftliche Bildungsarbeit

Landleben
Ulrich Graf Portrait 2019
Ulrich Graf
am Freitag, 06.03.2020 - 08:13

Die Bedeutung der Frauen in der Landwirtschaft werde noch immer unterschätzt. Darauf weist der i.m.a e.V. anlässlich des „Internationalen Frauentags“ hin.

Berlin - „Gerade die landwirtschaftliche Bildungsarbeit würde ohne die Unterstützung durch die Bäuerinnen kaum funktionieren“, sagte i.m.a-Geschäftsführer Patrik Simon gestern in Berlin. Es seien überwiegend Frauen, die den „Lernort Bauernhof“ mit Leben erfüllen und die in den Schulen und Kindertagesstätten an der Seite von Lehrkräften und Erzieherinnen über Themen der Landwirtschaft und Ernährung informieren.

 Praxisbezogenes Lernen steht bei Pädagogen hoch im Kurs. Sie nutzen gerne die Angebote der Landwirtschaft, die von Initiativen wie dem „Lernort Bauernhof“ oder „EinSichten in die Tierhaltung“ angeboten werden. Doch ein Besuch im Stall oder das Erleben der Arbeit auf dem Feld müssen gut vorbereitet sein. Und diese Aufgabe übernehmen überwiegend die Frauen auf den Betrieben. Sie sind es, die Konzepte für den Besuch einer Schulklasse oder Kita-Gruppe ausarbeiten und sich mit den Erzieherinnen und Lehrkräften abstimmen.

341.000 Frauen sind in der Landwirtschaft tätig

Viele davon in einem Familienbetrieb. Dort arbeiten sie überwiegend auch in der Betriebsführung. Nicht zuletzt betreuen die Bäuerinnen auch den Haushalt und die eigenen Kinder. Das Engagement in der Bildungsarbeit ist dann stets eine Zusatzbelastung, die aus Freude an der Aufgabe geleistet wird. Der i.m.a e.V. unterstützt dieses Engagement durch seine Lehr- und Lernmaterialien.

 „In den sechzig Jahren, die wir Bildungsarbeit betreiben, sind es vor allem Frauen, die unsere Materialien anfordern, die uns mit Anregungen und Wünschen begleiten“, berichtet Patrik Simon vom i.m.a - information.medien.agrar e.V. Der gemeinnützige Verein stellt seine Materialien weitgehend kostenlos für den pädagogischen Einsatz zur Verfügung. „In den Schulen sind es vorwiegend Lehrerinnen, die damit im Unterricht arbeiten“, ergänzt Simon.

Das läge wohl auch daran, dass die Frauenquote in allen Schulformen überwiege. Drei Viertel aller deutschen Lehrkräfte sind weiblich. Einen Grund dafür sehen Bildungsexperten in der besonderen „kommunikativen Kompetenz“ von Frauen. Lehren und Lernen sei schon längst mehr als die bloße Vermittlung von Wissen. Die Begegnung mit Tieren, die Arbeit auf einem Acker, die Zubereitung von Speisen – all das sind Erlebnisse, die emotionale Erfahrungen und den Erwerb wichtiger Kompetenzen ermöglichen.

„An diese Leistungen zu erinnern und sie zu würdigen ist nicht nur am „Weltfrauentag“ sinnvoll“, so Patrik Simon weiter. „Noch besser ist es, die Frauen bei ihrem Engagement zu unterstützen. Denn Bildungsarbeit ist eine gesellschaftliche Aufgabe, die uns alle angeht. Jeder kann dazu etwas beitragen.“.