Ausbildung

Meisterprüfung unter dem Eindruck von Corona

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Externer Autor
am Donnerstag, 30.07.2020 - 13:30

Eine so ungewöhnliche Arbeitsunterweisung wie in diesem Jahr hat es bei der Fortbildung der Landwirtschaftsmeister wohl noch nie gegeben.

Durch den Ausbruch der Covid-19-Infektionen wurde auch die Fortbildung der Landwirtschaftsmeister abrupt unterbrochen. Alle ab Mitte März geplanten Übungs- und Prüfungstage konnten durch den kurzfristig verhängten Lockdown nicht mehr stattfinden. Vor allem bei der praktischen Arbeitsunterweisung ist ein Online-Unterricht wenig sinnvoll, weil der Ausbilder dabei seinen Auszubildenden ja direkt anleiten bzw. korrigieren soll.

Besondere Vorkehrungen wegen Corona

Nachdem die strikten Regeln ab Pfingsten wieder schrittweise gelockert wurden, hat auch das für die Meisterfortbildung der Land- und Hauswirtschaft in Unterfranken zuständige Sachgebiet 61 der Regierung von Unterfranken zügig mit der Planung neuer Termine begonnen.

Um die Infektionsgefahr für die Familien der angehenden Meister zu minimieren, wurden jedoch sämtliche Unterweisungen nicht, wie sonst üblich, in den Betrieben der Anwärter, sondern ausschließlich im Lehr- und Versuchsbetrieb Schwarzenau der Bayerischen Staatsgüter durchgeführt.

Ebenso wurden zur Risikominimierung keine minderjährigen Auszubildenden unterwiesen. An ihrer Stelle wurde Personal der Regierung von Unterfranken eingesetzt. So kam es, dass die Juristin Pia Englert lernte, wie man ein Kreuzgelenk wechselt, die Gewässerschutzexpertin Dr. Nadine Jäger eine Einführung ins Gewindeschneiden von Wasserrohren erhielt und Diplom-Ökotrophologin Veronika Mend beim Ziehen von Nmin-Bodenproben den Umgang mit dem Bohrstock übte. Die angehenden Meister konnten dabei sicher sein, dass ihre „Azubis“ über keinerlei fachliche Vorkenntnisse verfügten.

Natürlich wurden die Unterweisungen streng nach den Corona-Hygieneregeln durchgeführt. So mussten sowohl Ausbilder als auch „Auszubildende“ einen Mundschutz tragen. Die Prüfer hingegen konnten darauf verzichten, soweit sie den Mindestabstand von 1,5 m einhielten. Außerdem standen Desinfektionsmittel für Tische und Gegenstände griffbereit parat.

Alle Anwärter haben Prüfung bestanden

Peter Schwappach von der zuständigen Stelle im Sachgebiet Ernährung, Bildung und Diversifizierung für Land- und Hauswirtschaft an der Regierung in Würzburg war hinterher erleichtert: „Die Hygieneregeln haben durchaus einen zusätzlichen organisatorischen Aufwand verursacht. Es war aber sehr schön zu erkennen, dass sich alle Meisteranwärter auch unter den veränderten Rahmenbedingungen gut auf die Unterweisungsprüfung vorbereitet hatten.“

Er freute sich, dass trotz der ungewöhnlichen Umstände alle Anwärter ihre Prüfung bestanden haben. An den Übungstagen haben im Übrigen nicht nur die Meisteranwärter dazugelernt. Regierungs-Teamassistentin Birgit Krüger, die bei der Unterweisung beigebracht bekam, wie die Elektrik am Anhänger geprüft und eine Motorsäge gewartet wird, kommentierte ihren Wissenszuwachs hinterher: „Ich darf meinem Mann gar nicht erzählen, was ich heute gelernt habe, sonst muss ich das künftig immer selbst machen.“

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