Landjugend

Mehr Normalität für die junge Generation

Treffen
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Mittwoch, 14.07.2021 - 11:30

Die bayerische Landjugend wünscht sich Perspektiven für "Feiern mit Verantwortung", zumal andere Bereiche wieder offen sind.

Über 60.000 Zuschauer verfolgten das EM-Finale im Wembley Stadion in London am vergangenen Sonntag. In den Schulen treffen Jugendliche und junge Erwachsene wieder auf hunderte Menschen pro Tag. Für Berufstätige ist der Zwang zum Home Office aufgehoben und es wird wieder eng in den Großraumbüros. Doch was passiert in der Freizeit? Nichts, beschreibt die Landjugend die aktuelle Situation. Selbst kleine Familienfeiern oder Dorffeste würden häufig noch abgesagt. Junge Menschen haätten sich lange solidarisch verhalten, sich zurückgenommen und stark eingeschränkt, um schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle zu verhindern.

Jugendliche und junge Erwachsene tanzten nicht auf ihren Abschlussbällen, der lang ersehnte 18. Geburtstag wurde abgesagt und auch die große Traumhochzeit fiel ins Wasser. Stattdessen nahmen sie Rücksicht auf die Eltern, Großeltern, auf chronisch Kranke. Dieser Verzicht von unwiederbringlichen Erlebnissen auf dem Weg zum Erwachsenenwerden, verdient Wertschätzung und Anerkennung. Das muss bei Corona Maßnahmen und Lockerungen berücksichtigt werden.

Risikogruppen sind geimpft

Auch wenn man diese Ereignisse nicht nachholen könne, so sollte auch im Leben der Jugendlichen wieder mehr Normalität einkehren, wünscht sich die Landjugensd. Dazu gehöre selbstverständlich auch, sich am Wochenende mit den Freunden zu treffen und zu feiern. Dabei gehe es nicht etwa ums "Party machen" im Sinne von sinnlosem Betrinken. Feiern bedeute für Jugendliche viel mehr als das. Es geht um soziale Kontakte, um den Austausch mit Gleichaltrigen und um persönliche Entwicklung.

Sozialkompetenz sei eine Fähigkeit, die man in allen Bereichen des Lebens unbedingt benötige. Diese könne man beim gemeinsamen Feiern besonders ungezwungen stärken. Die geknüpften sozialen Kontakte seien nicht nur fürs Privatleben wichtig, auch beruflich können sie einen jungen Menschen voranbringen. Gerade auf dem Dorf spiele die Gemeinschaft eine wichtige Rolle.

Inzwischen seien die Risikogruppen und zunehmend auch jüngere Menschen geimpft. Testmöglichkeiten seien mittlerweile unkompliziert und weit verbreitet. "Es ist für uns daher unverständlich, warum nicht mit einem entsprechenden Hygienekonzept gefeiert werden kann. Wir wünschen uns entschiedene Öffnungsschritte in diese Richtung. Die Interessen junger Menschen müssen wieder mehr in den Mittelpunkt gerückt werden und der Umgang mit der Pandemie verhältnismäßig sein, fordert die Landjugend.