Vegan

Kommt „Generation fleischlos“?

AgE
am Montag, 12.04.2021 - 07:05

In der Altersgruppe von 15 bis 29 Jahren ist der Anteil von Veganern und Vegetariern doppelt so hoch wie in der Gesamtbevölkerung.

Ein junger Mann mit Bart und Mütze und schwarzem T-Shirt, hält vor sich seine Hände. Darin liegt Gemüse. Unter anderem Tomate und Paprika und Lauch.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und die Heinrich-Böll-Stiftung haben mit der aktuellen Ausgabe des „Fleischatlas“ eine repräsentative Online-Umfrage vorgestellt. Demnach ernähren sich in der Altersgruppe von 15 bis 29 Jahren 10,4 % der Befragten vegetarisch, also ohne Fleisch, und 2,3 % vegan, also zusätzlich auch ohne Milch, Eier oder andere tierische Produkte.

Zum Vergleich: Von der Gesamtbevölkerung verzichten nach verschiedenen Studien etwa 6 % auf Fleisch. Der Anteil der Flexitarier bei den jungen Menschen beläuft sich der Erhebung zufolge auf 25 %. Flexitarier verzichten nicht komplett, aber phasenweise auf Fleisch.

Fleischkonsum ist nicht Geografie-Abhängig

Fleischkonsum sei keine Stadt-Land-Frage und auch kein Ost-West- oder Nord-Süd-Thema, heißt es dazu im Fleischatlas. Auffallend sei stattdessen, wie stark der Fleischkonsum mit der politischen Einstellung verknüpft sei. Wer wenig Fleisch konsumiere, sei umwelt- und insbesondere ernährungs- und tierschutzbewusster. Große Unterschiede traten bei der Meinung zur Zukunft der Tierhaltung zutage. Von den Anhängern einer veganen Ernährung wollten 96 % die Nutztierhaltung nach Möglichkeit abschaffen; 49 % der Vegetarier teilten dieses Ziel. Unter den Flexitariern waren es indes 15 % und unter den übrigen Teilnehmern 4 %.

Die Fleischproduktion soll angepasst werden

BUND und Heinrich-Böll-Stiftung erneuerten ihre Forderung nach einem grundlegenden Umbau der Fleischproduktion und forderten Strategien für einen Verbrauchsrückgang um mindestens die Hälfte. BUND-Vorsitzender Olaf Bandt erklärte, die Politik müsse dem gesellschaftlichen Wunsch nach einem Umbau der Tierhaltung Rechnung tragen. Niedrige Preise machten es den Landwirten schwer, auf die gestiegenen Anforderungen nach mehr Umweltschutz und Tierwohl zu reagieren. Er sprach sich für ein Lieferkettengesetz und Außenschutz gegen Sozial- und Ökodumping aus: „Wir können hierzulande die Tierhaltung noch so gut umbauen, wenn wir die EU-Grenzen nicht schützen, wird das durch Importe wieder umgangen.“

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