Beruf

Hauswirtschafterin: Ausbildung neu aufgestellt

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Sophia Gottschaller Portrait 2019
Sophia Gottschaller
am Donnerstag, 23.04.2020 - 12:42

Zielvorgabe ist, den Ausbildungsberuf an die aktuellen Bedürfnisse der Gesellschaft anzupassen.

Die Nachfrage nach hauswirtschaftlichen Dienstleistungen ist groß. Deshalb ist das Ziel der bundesweiten Novellierung des dualen Ausbildungsberufs Hauswirtschafterin einfach zu beschreiben: Den Ausbildungsberuf an die aktuellen Bedürfnisse der Gesellschaft anzupassen und angehende Fachkräfte noch gezielter für den Arbeitsmarkt vorzubereiten.

Am 1. August 2020 treten nun die Neuregelungen in Kraft und lösen die bisherige Ausbildungsverordnung ab. „Der hauswirtschaftliche Arbeitsmarkt hat sich in den letzten Jahren stark verändert, deshalb war eine Überarbeitung notwendig“, erklärt Andrea Seidl, Leiterin des Referats Bildung und Schulwesen in der Hauswirtschaft im bayerischen Landwirtschaftsministerium. In den letzten Jahren habe sich das Feld der Dienstleistungen, die Hauswirtschafterinnen anbieten können, massiv ausgeweitet, vor allem im Bereich der Versorgung und Betreuung von Senioren.

Drei fachliche Schwerpunkte

Deshalb wurden in der neuen Verordnung drei fachliche Schwerpunkte geschaffen, die sich auf die Dienstleistungen in der Hauswirtschaft beziehen: Personenbetreuende Dienstleistungen, Serviceorientierte Dienstleistungen und Ländlich Agrarische Dienstleistungen. Im dritten Schwerpunkt kann besonders auf Diversifizierungsmaßnahmen eingegangen werden. „Selbstverständlich finden sich aber auch die klassischen Leistungen der Hauswirtschaft immer noch wieder“, betont Seidl. Des Weiteren wurden im Ausbildungsberufsbild verschiedene Querschnittskompetenzen wie „Qualitätssicherung und Hygienemanagement“, „Im Team arbeiten“ oder „Personen anleiten“ verankert.

Neuerungen auch im Prüfungsablauf

Neuerungen gibt es auch im Prüfungsablauf: Wie bisher, wird das Wissen in einer schriftlichen und praktischen Prüfung abgefragt. Zudem wurde der „Betriebliche Auftrag“ geschaffen. „Es handelt sich dabei um ein Arbeitsprojekt, ähnlich der Meisterprüfung, aber deutlich reduzierter“, skizziert Seidl.

Wer sich momentan in einem bestehenden Ausbildungsverhältnis befindet, wird weiterhin nach der alten Ausbildungsverordnung ausgebildet und geprüft. Ein Wechsel in die neue Ausbildungsverordnung ist für Auszubildende, die noch keine Zwischenprüfung abgelegt haben, möglich.