Ausbildung

Fachkraft Agrarservice: Sich mit den Besten messen

Berufswettbwerb Fachkraft Agrarservice
Annette Schmid, Fachzentrum für Energie und Landtechnik Triesdorf
am Donnerstag, 10.10.2019 - 16:08

Bayern spielen im Berufswettbewerb ganz vorne mit: Der Beste der Besten in der Ausbildungsrichtung den Fachkraft-Agrarservice kommt aus Laaber.

Ende Juli hatte der Bundesverband Lohnunternehmen die besten Absolventen der neun Berufsschulen für „Fachkraft-Agrarservice“ zu einem deutschlandweiten Wettbewerb nach Wöbbelin in Mecklenburg-Vorpommern eingeladen. Aus Bayern sind drei Teilnehmer und zwei Lehrkräfte des Fachzentrums für Energie und Landtechnik (FEL) als Prüfer nach Wöbbelin gereist. Insgesamt gingen zwölf frisch gebackene Facharbeiter aus den verschiednenen Lohnunternehmen (LU) an den Start. Der Wettbewerb erfordert vielseitiges Können und Wissen aus Theorie und Praxis, aber auch kommunikative Fähigkeiten im Gespräch mit potenziellen Kunden, Gemeindemitgliedern oder Behördenvorstehern. Wer hat gewonnen?

  • René Littkopf aus Laaber in der Oberpfalz (Hemau, LU Schmid) belegte den ersten Platz.
  • Mit exakt gleicher Punktzahl teilen sich Florian Katheder (Alesheim, LU Mrasek) und der Niedersachse Hendrik Flessner (Friedeburg, LU Ahlhorn) den dritten Platz.
  • Platz sieben belegte Jordan Putman (Harburg, Betrieb Beck). 

Die besten Fachkräfte 2019 bekamen Sach- und Geldpreise. Gewonnen haben sie alle, neben einer fundierten Ausbildung auch neue Eindrücke und Erlebnisse. Prüfer und Teilnehmer sind in gleichem Maße begeistert. Markus Steinbauer (FEL Triesdorf) lobt das Können der jungen Fachkräfte, aber auch die Organisation vor Ort und den geselligen Austausch. „Das ist eine einmalige Gelegenheit sich bundesweit auszutauschen und zu messen. Die Nachwuchskräfte haben die Chance auf Augenhöhe die Garde der Fachleute kennen zu lernen. Da werden immer tolle Geschichten zum Besten gegeben.“

Besonderes Erlebnis für die Teilnehmer

Landwirtschaftliche Ausbildung

Das bestätigt auch René Littkopf: „Der Berufswettbewerb ist ein besonderes Erlebnis, man knüpft Kontakte und der Reiz war, mich den besten aus Deutschland zu messen. Uns Triesdorfer hat besonders gefreut, dass wir Gerhard Goldbecker kennen gelernt haben – er war an der Erfindung der ersten Claas-Häcksler beteiligt!“ Seine Ausbildung absolvierte Littkopf im Lohnunternehmen Albert Schmid in Hemau. Vorher hatte er schon zwei Semester Maschinenbau studiert, wollte dann aber doch lieber was Praktisches machen und die Zeit für eine Ausbildung genutzt.

Er ist begeistert von seinem Lehrbetrieb. In der Ausbildung war er gerne im Ackerbau tätig und mit Dienstleistungen bei Kunden unterwegs. Als Privileg sieht er den Berufsschulstandort Triesdorf. Bestätigt fühlt er sich nach den Gesprächen mit Kollegen aus anderen Bundesländern in Wöbbelin. Seiner Meinung nach sind die Schulungen, vor allem am FEL, in der Intensität und Qualität an keinem anderen Standort zu finden. Seit August besucht er die Eckert Schulen in Regenstauf mit dem Ziel, staatlich geprüfter Maschinenbautechniker zu werden.

Florian Katheder würde jederzeit wieder Fachkraft Agrarservice lernen. Er liebt die Vielseitigkeit und täglich spannenden Herausforderungen; besonders den Wechsel zwischen Arbeiten in der Werkstatt, draußen im Bereich Pflanzenbau oder als Dienstleister bei Kunden. Als einmalig erlebt er das gute Team im Lohnunternehmen, alle halten zusammen und ziehen an einem Strang.

Die Teilnahme am Berufswettbewerb auf Bundesebene war für ihn eine wichtige Etappe auf seinem Weg zum Agrarservicemeister. „ Man konnte sich auf hohem fachlichem Niveau austauschen und bekam Informationen zu Dienstleistungen und Erfahrungen in völlig anderen Strukturen Deutschlands. Das Zusammenspiel mit den Prüfern war super und mein persönliches Highlight war Gerhard Goldbecker. Mit dem Pionier des ersten Claas Jaguar Feldhäckslers zu reden war einmalig – ich bin von Technik begeistert und fahre im Betrieb selbst einen Claas Jaguar.“

Auch die Person achten

Landwirtschaftliche Ausbildung

Mit Leib und Seele ist Jordan Putman als Fachkraft Agrarservice tätig. Die Ausbildung hat er auf einem Betrieb mit Landwirtschaft und Dienstleistungen in der Gülleausbringung und im Mähdrusch abgeschlossen. Neben den Fachkenntnissen und viel Wissen hat er von seinem „sehr menschlichen“ Chef gelernt, dass man auf seine Person achten soll – Arbeit ist nicht alles.

Putman arbeitet gerne in der Natur und ist kaum zu bremsen, wenn es um nachhaltige Landbewirtschaftung geht. Ihm gefallen alle Arbeiten von der Saat, der Düngung, dem Pflanzenschutz, bis hin zur Ernte. „Bei der Ernte kann ich meine Arbeit über das Jahr prüfen – habe ich alle Faktoren gut eingesetzt und gute Ergebnisse erzielt?“ Ihm ist sehr wichtig, dass angepasst gearbeitet wird, z. B. mit entsprechender Technik und dass Mineraldünger eingespart und eigener Wirtschaftsdünger ausgebracht wird. Gülleausbringung und die jährliche Ernte gehören mit zu seinen Lieblingstätigkeiten. 

Bestätigt durch die Ausbildung und die Teilnahme am Berufswettbewerb, schließlich hat er gezeigt, dass er zu den besten in Deutschland gehört, sieht er in der Branche seine Zukunft. Selbstbewusst erklärt er: „Die Landwirtschaft hat eine Schlüsselfunktion und ich kann aktiv mitgestalten – mein Ziel ist, den Agrarservicemeister zu machen und mit meiner Arbeit Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen!“