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Aufklärung

Ernährungssicherheit: Junglandwirte im Dialog mit Städtern

Herrschinger-Grundkurs-Marienplatzaktion: Drei junge Leute stehen auf einem Platz in der Stadt und halten heimische Lebensmittel in der Hand: Müsli, belegte Brote und Joghurt.
Carmen Knorr
Carmen Knorr
am Mittwoch, 16.03.2022 - 17:50

Die Junglandwirte des Herrschinger Grundkurses suchten das Gespräch mit den Verbrauchern am Münchner Marienplatz. Sie diskutierten unter anderem über Ernährungssicherheit in Folge des Ukrainekrieges oder den Erhalt klein strukturierter Höfe in Bayern.

„Mit der Landwirtschaft kennen wir uns nicht so gut aus, wir kommen aus der Stadt.“ Das war häufig einer der ersten Sätze, welche die jungen Landwirtinnen und Landwirte am heutigen Mittwoch von Passanten in München hören mussten. Genau aus diesem Grund entschieden sich die Teilnehmenden des 127. Herrschinger Grundkurs eine öffentlich wirksame Informationsaktion am Marienplatz zu starten. „Wir wollen mit Menschen ins Gespräch kommen, die wenig über Landwirtschaft wissen und Fehlinformationen und falsches Denken aus der Welt schaffen“, erklärt Grundkurssprecher Johannes Brock.

Trotz hoher Dieselpreise mit Schlepper am Marienplatz

Herrschinger-Grundkurs-Marienplatz: Blick von oben auf den städtischen Platz. Es sind Infostände aufgestellt, die mit Sonneschirmen überdacht sind. In der Mitte steht ein Traktor, an dem ein Schild befestigt ist.

Ihre Aktion haben sie etwa drei Wochen lang vorbereitet und stellten sie unter das Motto „Sei dabei, Landwirtschaft gemeinsam gestalten – mit jungen Landwirt*innen im Dialog!“ Damit sie möglichst viele Passanten erreichen, haben sie inmitten ihrer Infostände einen Schlepper auf den Marienplatz gestellt. Das waren ihnen auch die aktuell hohen Dieselpreise wert: „Der Schlepper gilt als Symbol für die Landwirtschaft, gerade Kinder werden davon angezogen und damit kamen wir mit den Eltern ins Gespräch“, erklärt Brock die Taktik.

Grundversorgung von Lebensmitteln in Deutschland sichergestellt

Herrschinger-Grundkurs-Marienpaltzaktion: Gruppenbild

Ein Thema, das aufgrund der aktuellen Kriegssituation in der Ukraine besonders oft diskutiert wurde, war die Versorgungssicherheit in Deutschland. „Einige Verbraucher wissen zwar, dass viele Lebensmittel aus dem Ausland importiert werden, aber nicht welche und ob das zu einem Versorgungsengpass führen kann“, berichtet Brock von den Gesprächen. Die jungen Landwirte konnten die Passanten aber beruhigen: „Die Grundlegende Versorgung können wir in Deutschland schon stemmen.“ Weiterhin sagten sie aber auch, dass es „Luxus-Güter“, wie Sonnenblumenöl, in der nächsten Zeit nicht mehr oder zumindest weniger geben könnte.

Viel Lob, kaum Vorwürfe gegenüber der Landwirtschaft

Grundkurs-Marienplatzaktion: junge Leute im Gespräch mit Passanten, an Infoständen, die mitten in der Stadt aufgestellt wurden.

Vorwürfe haben die Grundkursler kaum von der Bevölkerung vor Ort bekommen. Stattdessen mussten sie oft Kritik gegenüber der Politik hören. Hier wurden die Stimmen laut, dass es Gesetze und eine Verbesserung der Marktsituation bräuchte, damit auch klein strukturierte Betriebe weiterhin bestehen könnten.

Insgesamt war die Resonanz auf die Aufklärungsaktion „sehr positiv“, fasst Brock zusammen. Die Grundkursler bekamen viel Lob für ihren Aufwand und die hilfreichen Informationen. Oft hieß es: „Macht so etwas öfter!“