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Energy Drinks: Nichts für Schulkinder

Getränk
DAK
am Freitag, 18.09.2020 - 05:26

Jedes fünfte Schulkind trinkt regelmäßig Energydrinks – mit negativen Folgen für die Gesundheit: Übergewicht, Konzentrationsstörungen, Schlafmangel.

Das ist das Ergebnis einer Studie der Krankenkasse DAK zusammen mit dem Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) in 13 Bundesländern. Rund 14 000 Mädchen und Jungen aus mehr als 900 Schulklassen wurden dafür befragt – noch vor Corona. Jetzt, wo die Kinder wieder zur Schule gehen und nicht mehr daheim versorgt werden, ist auch der Griff zum Energy-Getränk wieder naheliegend.

Vor allem Jungs greifen zu

Laut der Studie trinkt jedes fünfte Schulkind der Jahrgangsstufen fünf bis zehn mindestens einmal pro Monat Energydrinks, sechs Prozent trinken diese wöchentlich, drei Prozent sogar täglich; das sind vor allem die Jungs. „Gerade für Heranwachsende sind aufputschende Softdrinks bedenklich“, warnt Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit. „Sie enthalten viel Koffein, sind extrem gesüßt und stecken voller synthetischer Zusatzstoffe. Die sogenannten Energydrinks verleihen keinen Powerschub, sondern können zu massiven Gesundheitsproblemen führen.“

Studienleiter Prof. Dr. Reiner Hanewinkel vom IFT-Nord: „Wir sehen vor allem bei Schlafproblemen, Übergewicht und Hyperaktivität einen Zusammenhang.“ Dieser zeige sich bereits bei regelmäßigem Konsum, wenn die Kinder und Jugendlichen etwa einmal im Monat einen Energydrink zu sich nehmen, werde aber extrem deutlich bei vieltrinkenden Jugendlichen. So berichten fast zwei Drittel (63 %) der Jungen und Mädchen mit täglichem Konsum von Problemen beim Ein- oder Durchschlafen. In der Gruppe derjenigen, die nie oder nur selten Energydrinks trinken, sind Schlafstörungen deutlich seltener.

Vermehrtes Übergewicht

In der Befragung machten die Schülerinnen und Schüler auch Angaben zu ihrem Körpergewicht und ihrer Größe. Demnach leiden 16 Prozent der Vieltrinkenden unter Übergewicht – doppelt so viele wie bei den Nichttrinkenden.

Für den Schulalltag problematisch ist der negative Einfluss der Energydrinks auf das Konzentrationsvermögen. Von den Schülerinnen und Schülern, die täglich zu den stark koffeinhaltigen Softdrinks greifen, kann sich ein Fünftel nur schwer konzentrieren und lässt sich leicht ablenken. Von solchen Problemen, die auf Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsprobleme hinweisen, berichten bei den Nichttrinkenden nur sechs Prozent.
Gesetzlich vorgeschrieben sind auf den Getränkedosen oder -flaschen bisher nur die Hinweise „Erhöhter Koffeingehalt“ und „Für Kinder und schwangere und stillende Frauen nicht geeignet“. Über konkrete Risiken, etwa für Konzentrations- und Schlafstörungen und die Entstehung von Übergewicht, müssen die Hersteller nicht informieren. DAK