Hofnachfolge

Ein Drittel hält Beruf Landwirt für nicht zukunftsfähig

Hofnachfolge
Katharina Krenn, agrarheute
am Mittwoch, 25.08.2021 - 15:40

Früher wünschten sich Landwirte nichts mehr, als dass der Hof in der Familie bleibt. Heute fragen sich viele, ob sie den Kindern damit etwas Gutes tun.

Hofnachfolge

Ohne Druck auf beiden Seiten, unter diesem Titel hat das Wochenblatt aufgezeigt, wie Eltern ihre Kinder für den Beruf des Landwirts begeistern können.

Aber wie sind die Aussichten für die Landwirtschaft? Die Liste der Problemfelder ist lang und Teile der Zivilgesellschaft haben sich auf die Landwirtschaft als Sündenbock eingeschossen. Das verleidet die Freude am Beruf.

Die Fachzeitschrift agrarheute hat basierend auf dem Artikel des Wochenblattes eine Umfrage unter ihren Leser durchgeführt. Sie wollte wissen, inwieweit die Landwirtschaft dem Nachwuchs heute noch eine Pespektive bietet.

Das Ergebnis bestätigt, dass viele Bauern für ihre Kinder keine Zukunft in der Landwirtschaft sehen. Ein Drittel der Umfrageteilnehmer hält den Beruf Landwirt für nicht zukunftsfähig (32 Prozent). 8 Prozent bezeichnen ihren Betrieb als nicht zukunftsfähig für die nächste Generation. Immerhin 60 Prozent wünschen sich, dass eines der Kinder den Betrieb weiterführt. Dabei geben 50 Prozent an, dass das Kind dies selbst entscheiden sollte.

Eltern raten dem Nachwuchs teilweise ab

Einige Landwirte raten ihren Kindern sogar davon ab, den Beruf Landwirt zu ergreifen. „Zum Glück konnte ich mein Kind davon überzeugen doch besser etwas anderes zu lernen“, schreibt ein Landwirt auf Facebook. Ein anderer schreibt dazu: „Man ist nicht mehr gern Bauer und das spüren die Kinder. Bürokratie und Angriffe aus Politik und NGOs verleiden einem die Tätigkeit.“ Ein User kommentiert: „Was soll der jetzige Betriebsinhaber seinen Kindern erzählen? Soll er ihnen erzählen es ist alles gut und die Voraussetzungen sind spitze, um weiterzumachen?“ „Junior habe ich soweit, dass er definitiv was anderes machen wird. Und der Kleinen werde ich es definitiv auch nicht empfehlen in die Landwirtschaft einzusteigen.“

Auch die Jungen machen sich Sorgen: „Mein Vater wünscht sich nichts sehnlicher als sein Lebenswerk an mich weiterzugeben, aber wenn das so weiter geht, werde ich nie die Chance dazu haben.“

Freude an der Landwirtschaft weitergeben

Dennoch gibt es viele, die gerne Landwirtin und Landwirt sind und sich wünschen, dass der Betrieb in Familienhand bleibt.  So schreibt eine Landwirtin in der agrarfrauen Gruppe: „Ist man selbst gerne Landwirt, dann sind die Kinder auch offen für die Landwirtschaft. Jammern, dass alles so schlimm ist, da sucht sich das Kind einen anderen Job.“

Vielen ist wichtig, dass die Kinder sich aus freien Stücken dafür entscheiden. „Unsere sollen das machen, was ihnen Freude bereitet und wenn es die Betriebsübernahme ist, dann ist das erfreulich. Jemand der muss, dem wird es nicht gelingen und es gibt genügend begeisterte Junglandwirte/Junglandwirtinnen, die auf der Suche sind“, so die Meinung einer Landwirtin.

Wir reden offen über die Vor- und Nachteile, versuchen Perspektiven abzuklopfen, und vor allem alle Optionen offen zu lassen“, erzählt eine weiter Agrarfrau. „Wir haben unsere spielerisch mit einbezogen. Mittlerweile sind alle erwachsen und helfen immer noch, eine hat Landwirtschaft gelernt und ihren Meister gemacht.“