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Grüne Berufe

Wird die Ausbildung für Landwirte überarbeitet?

Sophia Gottschaller
Sophia Gottschaller
am Montag, 09.05.2022 - 13:00

Der BBV-Ausschuss für Bildung und Beratung diskutierte intensiv über eine Änderung der Ausbildungsverordnung des Beruf Landwirt. Außerdem wurden aktuelle Ausbildungszahlen vorgestellt: in Landwirtschaft und Hauswirtschaft rückläufig.

Ausbildung-Landwirtschaft-Landwirt-Ackergrasbestand

Von 1995, also von vor 27 Jahren, stammt die letzte Ausbildungsverordnung zum Beruf Landwirt. Eine Ausbildungsverordnung ist eine Art Gliederung eines Berufes. In ihr steht, welche Inhalte in welchem Umfang behandelt werden und was in der Prüfung abgefragt wird. Nun wird darüber nachgedacht, diese bundesweit geltende Ausbildungsverordnung zu überarbeiten.

Überlegungen erst am Anfang

Darüber wurde beim Landesfachausschuss Bildung und Beratung des Bayerischen Bauernverbandes, der kürzlich in Ingolstadt stattgefunden hatte, intensiv diskutiert. Der Prozess der Neuordnung des Ausbildungsberufs steht noch ganz am Beginn. Ob und wann er vollzogen wird, ist noch offen. Der Ausschuss besprach, welche Inhalte man aus bayerischer Sicht einbringen will.

Man war sich einig:

  • Landwirte in Ausbildung sollen weiterhin Inhalte lernen, welche die tierische und pflanzliche Produktion betreffen.
  • Zudem soll die Ausbildung eine Basisausbildung bleiben.
  • Zu Fachrichtungen soll man sich weiterhin in entsprechenden Fortbildungen weiterbilden können.

Zahlen zur Ausbildung

Außerdem wurde der Ausschuss über den aktuellen Stand der Ausbildungszahlen in der Hauswirtschaft und in den grünen Berufen informiert. In der Hauswirtschaft sind die Ausbildungszahlen rückläufig. Dies berichtete Andrea Seidl, Leiterin des Referates Bildung und Schulwesen in der Hauswirtschaft am Landwirtschaftsministerium. Die Corona-Pandemie habe diese Ausbildungsrichtung stark getroffen, viele Ausbildungsbetriebe – zum Beispiel die Gastronomie – standen vor einem Dilemma: Sie hatten Auszubildende eingestellt, konnten aber pandemiebedingt nicht öffnen. Deshalb waren die Betriebe vorsichtig, im nächsten Ausbildungsjahr wieder einen Ausbildungsplatz anzubieten. Seidl betonte aber die Relevanz dieser Ausbildung: „Hauswirtschafterinnen werden dringend auf dem Arbeitsmarkt gebraucht, in der Pflege und in vielen anderen Bereichen. Hauswirtschaft hat eine gesellschaftliche Relevanz!“

Über die Ausbildungszahlen in der Landwirtschaft informierte Reiner Luber, Geschäftsführer des Berufsbildungsausschusses im Landwirtschaftsministerium. Für die Ausbildung zum Landwirt bzw. zur Landwirtin haben sich in den letzten Jahren immer weniger junge Leute entschieden, doch laut Luber könnte eine Wende anstehen: Die Zahlen im aktuellen Berufsgrundschuljahr seien gestiegen und lassen darauf schließen, dass auch die Ausbildungszahlen wieder etwas steigen werden.

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