Landjugend

Ackerstatus und Grünlandschau vor Ort

Die Teilnehmerinnen stehen auf einer Weide mitten im Dorf. Sie halten den Corona-Abstand ein. Hinter ihnen die Kirche und die schottischen Hochlandrinder.
Carmen Knorr
Carmen Knorr
am Montag, 02.08.2021 - 10:57

Der AK Löve der KLJB Bayern spricht mit drei Politikerinnen und Politikern über die Regelung des Grünlandumbruchs zum Erhalt des Ackerstatuts.

Der Abend dämmerte, über den Hofdächern sangen die Schwalben, auf der Weide muhten die Schottischen Hochlandrinder. Mittendrin trafen sich Landjugend und Politik. Der Arbeitskreis Landwirtschaft, Ökologie, Verbraucherschutz, Energie (AK Löve) der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) Bayern lud zu dem Treffen ein, um sich mit den Landtagsabgeordneten Petra Högl (CSU), Ruth Müller (SPD, Agrarsprecherin) und Martin Schöffel (CSU, Agrarsprecher) aus dem Agrarausschuss im Bayerischen Landtag zum Thema Ackerstatus für Dauergrünland auszutauschen. Hintergrund dafür ist ein Beschluss des KLJB-Landesausschusses, der sich für den Erhalt des Ackerstatus auch ohne Grünlandumbruch stark machte. Die KLJB bezog sich dabei auf einen Beschluss des Bayerischen Landtags vom November 2020 für eine bessere und praxisnähere Regelung.

Die Theorie in der Praxis kennenlernen

Ein junger Mann steht auf der Weide direkt nehmen einer schottischen Hochlandkuh.

Momentan zeichnet sich bereits ab, dass eine Stichtagsregelung das Problem lösen könnte. Sie soll mit der bundesweit anstehenden Ausgestaltung der neuen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) etabliert werden und ist bereits im neuen Konditionalitäten-Gesetz enthalten. Die Stichtagsregelung besagt: Was an einem festgelegten Stichtag in der Vergangenheit Ackerland war, behält diesen Status, auch wenn die Fläche über Jahre hinweg als Grünland genutzt wird.

Der Versammlungsort auf dem Hof in Geibenstetten (Lks. Kelheim) war nicht zufällig gewählt. Junglandwirt und AK-Löve-Mitglied Michael Braun ist selbst von der aktuell geltenden Regelung betroffen: Etwa die Hälfte seiner 25 ha Betriebsfläche, auf der seine Schottischen Hochlandrinder ganzjährig stehen, muss er alle fünf Jahre umpflügen und neu ansäen. „Für mich ist weniger der Aufwand das Problem, sondern die Kosten“, sagte Braun.

Ökologische Folgen des Umbruch

Abgesehen davon hat das unnötige Pflügen auch ökologische Folgen, wie die KLJB in ihrem Beschluss erklärte:

  • Beim Umbruch von Grünland werden hohe Mengen an CO2 freigesetzt.
  • Für die Zeit vom Umbruch bis zur Etablierung eines bodenbedeckenden Bestandes besteht eine erhöhte Erosionsgefahr.
  • Oft gehen Grünlandumbrüche mit Nährstoffverlusten durch die Auswaschung von Nitrat einher, die zusätzlich das Grundwasser belasten.

Auch die drei anwesenden Politikerinnen sprechen sich klar gegen die Pflugpflicht aus. Martin Schöffel, betonte allerdings, dass „das Recht, sein Grünland eines Tages umzubrechen zu dürfen, dabei nicht verloren gehen darf “. Petra Högl, wies noch einmal darauf hin, dass es schon allein aufgrund des Klimawandels und den damit verbundenen häufigeren Starkregenereignissen, zu Erosionen kommen kann. Diese könnten womöglich durch das Unterlassen des Pflicht-Umbruchs vermieden werden. Ruth Müller, bedankte sich neben den fachlichen Diskursen vor allem bei der Landjugend: „Danke, dass ihr euch für das einsetzt, was euch vor Ort bewegt und das immer so kommunikativ mit der Politik teilt.“ Auch Högl und Schöffel lobten das Engagement der Landjugendlichen.

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