Nachhaltig Reinigen

Sprühflaschen meiden!

sprühnebel und aerosole einer sprühflasche auf schwarzem Hintergrund.
Elke Messerschmidt - Kompetenzzentrum Hauswirtschaft
am Mittwoch, 03.11.2021 - 16:00

Lungenprobleme wie bei Rauchern – feine Putzmittelnebel schaden den Atemwegen enorm. Auch mit selbstgemachten Putzmitteln ist Vorsicht angebracht.

Sprühflaschen sind so schön praktisch: Schnell gesprüht, nachgewischt, sauber! Doch der Sprühnebel wirkt auch bis in unsere Atemwege. Die feinen Aerosole, die sich beim Sprühen bilden, greifen die feinverzweigten Atemwege an. Über 20 Jahre hinweg untersuchte eine Studiengruppe aus dem norwegischen Bergen die Gesundheit von Personen, die Reinigungsaufgaben ausführten. Über diesen Zeitraum machten sich Folgen in der Lungenfunktion und bei der Asthmaentstehung bemerkbar – und zwar enorm negative Folgen.

Lungenprobleme, wie bei Rauchern

Putzkräfte zeigten eine Lungeneinschränkung wie Raucher, die über 20 Jahre hinweg täglich eine Schachtel Zigaretten rauchen. Als Hauptursache dafür wurden Sprühflaschen gesehen, da die darin enthaltenen Tenside und Säuren leicht in die Atemwege gelangen. Daraus resultieren fünf Ratschläge zum Gesundheitsschutz beim Putzen:

  1. Sprühflaschen meiden: Zum Schutz der Atemwege besser mit einem Tuch und einer Reinigungslösung in einem Eimer arbeiten.
  2. Statt Essig Zitronensäure bevorzugen: Auch das schützt die Atemwege. Essigsäure ist eine leicht flüchtige Säure. Ihr Geruch wird sofort wahrgenommen und genau diese Säure beeinträchtigt die Atemwege. Deshalb in Zukunft lieber auf Zitronensäure umsteigen. Auch sie entfernt Kalkflecken zügig.
  3. Kaltes Wasser verwenden: Moderne Reinigungsmittel sind ausgelegt auf kaltes, maximal lauwarmes Wasser. Durch die Verwendung von heißem Wasser lösen sich chemische Inhaltsstoffe auf und können als Gase entweichen. Dabei entstehen Substanzen, die die Atemwege angreifen.
  4. Vorsicht auch beim Selbstherstellen von Reinigungsmitteln: So harmlos Essig und Soda klingen, das Arbeiten damit ist nicht ungefährlich. Bei Essig ist es die flüchtige Säure. Soda ist dagegen stark alkalisch und wirkt ätzend auf Eiweißstoffe. Das bedeutet: Haut- und Augenkontakt vermeiden, um nicht verbrennungsähnliche Verletzungen zu erleiden. Das Mischen beider Substanzen setzt CO2 frei. Zurück bleibt Natriumacetat, das einen schwach alkalischen pH-Wert hat und fettlösend wirkt, ähnlich wie ein Allzweckreiniger.
  5. Die Haut schützen: Beim Putzen Haushaltshandschuhe tragen und diese nach getaner Arbeit auf links stülpen, damit sie innen gut trocknen.

Positiv: Regelmäßiges Putzen ist gesund

Es gibt auch eine gute Nachricht, was die leidlichen Reinigungsarbeiten betrifft. Britische Forscher haben entdeckt, dass regelmäßige Putzarbeit genauso positiv auf unsere Gesundheit wirkt wie regelmäßiges Joggen. Der angenehme Geruch, der Kalorienverbrauch und der Stolz über das saubere Ergebnis nach der Arbeit helfen offenbar, Stimmungsschwankungen und Stress abzubauen. Die Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass daran gerne alle in der Familie teilhaben können.

 

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