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Haushaltstipp

Silberfischchen mit Hausmitteln bekämpfen

Silberfischchen-Bad-Boden
Dr. Andrea Flemmer
am Mittwoch, 26.01.2022 - 15:50

Silberfischchen sind zwar unschön, aber nicht gefährlich. Wir geben Tipps, wie man sie mit Hausmitteln loswerden kann.

Eine Wochenblatt-Leserin fragte:

Kürzlich habe ich auf dem Boden im Bad und angrenzenden Ankleideraum Silberfischchen sausen sehen. Wie werde ich sie los und wie kann ich verhindern, dass sie wieder kommen?

Unsere Expertin antwortete:

Silberfischchen im Haus oder in der Wohnung zu haben, ist nicht schön, aber auch nicht gefährlich. Die flügellosen Insekten sind weder unhygienisch, noch übertragen sie Erreger von Krankheiten. Leider können Silberfische aber Kleidungsstücke ruinieren und sie bedienen sich zudem gerne an Lebensmittelvorräten.

Die etwa 2 cm großen Tierchen glänzen silbrig, haben zwei vordere Tastfühler und drei Schwanzanhänge und sind lichtscheu. Sie brauchen zum Leben eine hohe Luftfeuchtigkeit und fressen neben Zucker- und Stärkehaltigem vorwiegend Hautschuppen, Haare, Schimmel, Hausstaubmilben und auch Zellulosehaltiges.

Abhilfe schaffen mit Hausmitteln

Wer die Silberfischchen loszuwerden möchte, dem stehen im Haushalt mehrere Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Vergraulen: Die flinken Tierchen mögen bestimmte, intensive Düfte nicht. Das sind zum Beispiel Lavendel(öl), Zitronenduft (z. B. Zitronenschalen), bestimmte Gewürze (Salbei, Rosmarin, Nelken und Lorbeer).
  • Abfangen: Zeitungspapier, einen Stofffetzen oder Backpapierstreifen mit etwas Honig bestreichen und an einen Ort legen, wo die Tierchen schon aufgetaucht sind. Sie laufen dann auf die bestrichene Unterlage und bleiben dort kleben. Gurken- und rohe Kartoffelscheiben bzw. -schalen dienen zusätzlich als Lockmittel.
  • Ähnlich funktioniert es auch mit einem doppelseitigen Klebeband: Dieses an leicht zugänglichen Orten anbringen. An einigen Stellen zusätzlich Zuckerkrümel streuen, damit die Silberfischchen angelockt werden. Es gibt auch spezielle Klebefallen mit Duftstoffen zu kaufen, die man so lange aufstellen soll, bis keine Insekten mehr daran hängen bleiben. Wenn Haustiere oder Kleinkinder keinen Zugang zum Abstellort haben, können solche Köderdosen aus dem Handel in Frage kommen.
  • Als bewährtes Hausmittel gilt auch Backpulver, das mit etwas Zucker vermischt dort verteilt wird, wo sich die Silberfischen bevorzugt aufhalten. Die Tierchen nehmen das Pulver auf und überleben dies nur kurze Zeit.
  • Austrocknen: Ein probates Mittel ist zudem Diatomeenerde, manchem auch unter der Bezeichnung Kieselgur bekannt. Es wirkt rein physikalisch, indem es Haushaltsschädlinge wie Silberfischchen, Ameisen, Asseln oder auch Schaben austrocknet. Das feine Pulver kann mittels einer Flasche mit praktischer Spritztülle optimal in die Schlupfwinkel der Tiere ausgebracht werden. Damit die Tierchen auch mit dem Kieselgur in Berührung kommen, sollte dieses am besten mit etwas Zucker untermischen, um die Fischchen anzulocken. Selbst sollte man die Diatomeenerde nicht einatmen.

Mit Lüften und Putzen einen Befall vorbeugen

Silberfischchen im Badezimmer: Blick in eine geflieste Ecke im Bad.

Damit Silberfischchen gar nicht erst auftauchen, kann man ebenfalls einiges tun:

  • Silberfischchen benötigen warme Temperaturen von 20 bis 30 Grad Celsius, um zu überleben und sich fortzupflanzen. Je wärmer Bad und Küche sind, umso wohler fühlen sie sich.
  • Außerdem lieben sie feuchte Luft. Trockene Luft schreckt sie ab. Auch deshalb ist regelmäßiges Stoßlüften so wichtig. Das heißt, wer keine Lüftungsanlage in den Räumen und auch keinen Ventilator im Bad hat, sollte zwei- bis dreimal täglich sämtliche Fenster komplett öffnen. Je nach Außentemperatur für etwa fünf bis zehn Minuten. Weil Silberfischchen so klein sind, passen die Insekten durch winzige Ritzen und Löcher. Deshalb diese Schlupflöcher so gut wie möglich verschließen.
  • Silberfischchen mögen es nicht allzu sauber. Lieber ist es ihnen, wenn sie Haare und Hautschuppen sowie Hausstaubmilben auf dem Boden finden, um sich davon zu ernähren. Nachts sollten die Tierchen weder Lebensmittel noch Tierfutter finden. Deshalb: Essensreste und Krümel vom Boden aufsaugen. Da sie sich sogar von Schimmel ernähren, egal ob an Obststück, Fugen oder Wänden, engagiert man bei Letzterem am besten einen Profi, um diesen zu entfernen.
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