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Energiesparen

Sieben Tipps zum Stromsparen im Haushalt

Stromsparen-LED-Lampen: Eine Frau wechselt die Glühbirne einer Deckenlampe.
Maria Burkhardt
Maria Burkhardt
am Montag, 19.09.2022 - 15:20

Kochen, backen, waschen, spülen – jeden Tag sind viele elektrische Geräte im Einsatz, die uns bei den Hausarbeiten unterstützen. Wo lässt sich hier Strom sparen, ohne auf Komfort verzichten zu müssen?

Mit dem Herbst beginnt wieder die Zeit, in der viel gekocht und gebacken wird. Das macht sich auch am Stromzähler und letztlich auf der Stromrechnung bemerkbar. Gerade bei steigenden Strompreisen lohnt es sich deshalb, die Energie aus der Steckdose sparsam einzusetzen. Unsere Checkliste hilft dabei.

​​​​​​​1. Kocht Wasser für Tee, Nudeln und Suppe im Wasserkocher schneller als im Topf?

1_Topf-Deckel-Energiesparen-Kochen-Haushalt: Ein Topf steht auf einem Ceranfeld. Darin werden gerade Kartoffeln in einem Sieb gedämpft.

Elektrische Wasserkocher erhitzen auf Knopfdruck Wasser. Das geht schneller und stromsparender als im Topf, vorausgesetzt der Wasserkocher wird regelmäßig entkalkt. Ähnlich effizient sind Induktionskochfelder. Hier entsteht durch ein Magnetfeld die Hitze direkt im Topfboden. Mit der Boost-Funktion werden damit auch kleine Mengen Wasser schnell heiß. Wassermengen ab eineinhalb Liter erhitzen sie generell effizienter.

Bei alten Herdplatten und herkömmlichen Cerankochfeldern mit Heizspirale dauert die Wärmeübertragung länger. Strom lässt sich hier sparen, wenn fünf bis zehn Minuten vor Ende der Garzeit ausgeschaltet wird, und die Restwärme genutzt wird. Ist der Topf kleiner als das Kochfeld, geht Energie verloren. Wer mit Deckel kocht und das Kochfeld nach dem Ankochen oder Anbraten herunter schaltet, spart viel Strom und Zeit.

2. Wie lässt sich beim Backen Strom einsparen?

  • Weniger Temperatur: Seit es für Backöfen das Energielabel gibt, sind sie besser gedämmt und es kann mit niedrigeren Temperaturen gebacken werden, als in älteren Backbüchern angegeben. Bei Heiß- und Umluftbetrieb kann die Temperatur noch weiter reduziert werden. Zum Kuchen backen genügen hier 150 bzw. 160 °C statt der bei Ober- und Unterhitze sonst üblichen 170 oder 180 °C.
  • Nicht vorheizen: Außerdem muss nicht vorgeheizt werden. Das spart zusätzlich Energie. Allerdings kann die heiße Luft das Gargut austrocknen. Das ist beim Backen von Baiser und beim Dörren von Obst und Pilzen (bei 50 °C) erwünscht, nicht aber bei Biskuit und Pizza. Saftige Obst- und Gemüsekuchen vertragen auch Heiß- oder Umluft, dagegen gelingen empfindliche Soufflés damit nicht.
  • Umluft und Heißluft sind nicht ganz dasselbe. Im Umluftbetrieb verteilt ein Ventilator lediglich die Ober- und Unterhitze. Bei Backöfen mit Heißluft-Programm befindet sich hinten an der Wand ein zusätzlicher Ringheizkörper um einen Ventilator, welcher die erwärmte Luft im Backofen verteilt. Damit ist gleichzeitiges Backen und Braten auf zwei oder sogar drei Ebenen möglich, wodurch sich zusätzlich Strom sparen lässt. Denn bei Temperaturen ab 110 °C werden keine Gerüche übertragen. Weil der Boden des Backrohrs im Heißluft-Betrieb nicht direkt erhitzt wird, brennt auch weniger an. Dadurch ist aufwendiges Reinigen seltener nötig.
  • Hitze gezielt einsetzen: Strom lässt sich auch sparen, indem man Ober- und Unterhitze getrennt zuschaltet. Zum Einkochen oder Sterilisieren von Weckgläsern und für das „Blindbacken“ von Kuchenböden genügt Hitze von unten. Mit alleiniger Oberhitze bekommt z. B. Gratin in den letzten Minuten die nötige Bräune. Und den Backofen fünf bis zehn Minuten früher ausschalten, um die Nachwärme zu nutzen, geht immer.

3. Muss zum Strom sparen ein neuer Kühlschrank her?

Kühl- und Gefrierschränke arbeiten rund um die Uhr. Neue Geräte sind oft besser gedämmt und brauchen daher weniger Strom. Wie viel Strom das alte Kühlgerät jeden Tag verbraucht, kann mit einem Strommessgerät ermittelt werden. Beim Kauf eines neuen Gerätes lohnt sich der Blick in die Produktdaten. Anhand des durchschnittlichen Jahresstromverbrauchs lassen sich Geräte miteinander vergleichen.

Hochgerechnet auf eine Laufzeit von zehn Jahren kann ein teureres Gerät über die Jahre günstiger kommen, vor allem bei steigenden Strompreisen. Groß dimensionierte Kühlschränke sind in Mode. Es macht aber keinen Sinn, einen Kühl- oder Gefrierschrank zu kaufen, der größer als nötig ist. Denn je größer das Gerät, desto mehr Strom verbraucht es – bei gleicher Energieeffizienzklasse.

Auch im täglichen Gebrauch lässt sich Strom einsparen. Stehen Kühl- und Gefriergeräte neben dem Herd oder Heizkörper, verbrauchen sie mehr Strom als in der kühlen Speisekammer. Mehr kühlen müssen die Geräte auch, wenn die Kühlschranktür lange offen steht oder wenn warme Speisen und Getränke sowie unverpackte Lebensmittel hineingestellt werden. Die Feuchtigkeit kondensiert an den Innenwänden, vereist und muss unter Energieaufwand abgetaut werden.

4. Spart das Energiesparprogramm der Spülmaschine wirklich Energie?

3_Spuelmaschine-Energiesparen-Haushalt: Jemand räumt gerade eine Tasse in eine schon gut gefüllte Spülmaschine ein.

Die Spülmaschine braucht im Energiesparprogramm nur sechs Liter Wasser – so sparsam kann man nicht von Hand spülen. Durch die längere Laufzeit von drei Stunden und mehr haben Wasser und Reinigungsmittel mehr Zeit einzuwirken, sodass eine Wassertemperatur von 50 statt 60 °C für eine gründliche Reinigung ausreicht. Das Kurzprogramm braucht mehr Wasser und je nach Temperatur mehr Energie. Für Gläser und Frühstücksgeschirr genügt ein 40-°C-Programm.

Wer die Spülmaschine nach dem Essen einräumt, und erst laufen lässt, wenn sie voll ist, spart sich Arbeit und Energie. Vorspülen von Hand ist nicht nötig, außerdem werden dabei große Mengen Trinkwasser verschwendet. Es genügt, Essensreste mit Teigschaber oder Besteck vom Geschirr zu entfernen. Beim Automatik-Programm messen Schmutzsensoren die Trübung und verbessern das Spülergebnis durch zusätzliche Wasserzufuhr oder Spülgänge. Reste von Kartoffelpüree beispielsweise können den Aufwand an Strom und Wasser erhöhen. Beläge in Töpfen am besten einweichen mit Wasser und wenig Handspülmittel, bevor diese in die Spülmaschine kommen.

Wichtig für ein tadelloses Spülergebnis ist, dass sich der Spülarm frei bewegen kann und die Siebe im Geräteboden regelmäßig gereinigt werden. Wer immer nur das 40-°C-Programm laufen lässt, riskiert hartnäckige Fett-und Schmutzablagerungen in der Spülmaschine. Deshalb ein bis zweimal im Monat das Intensiv-Programm wählen, damit auch die Maschine sauber bleibt.

5. Reichen beim Wäsche waschen niedrige Temperaturen aus?

Waschmaschinen benötigen den meisten Strom zum Aufheizen des Wassers. Kochwäsche verbraucht fast doppelt so viel Strom wie das 60-Grad-Programm. Und dieses wiederum benötigt doppelt so viel wie ein Waschvorgang mit 40 °C. Da Waschmittel immer besser auf niedrigere Temperaturen ausgelegt sind, kann man beim Waschen getrost einen Gang runterschalten und damit viel Strom sparen. Vorwäsche ist nur bei stark verschmutzter Kleidung nötig. Flüssige Colorwaschmittel enthalten Enzyme, die bei Temperaturen bis 40 °C optimal wirken. Pulverförmige Vollwaschmittel beseitigen mit Hilfe ihrer Bleichmittelzusätze schon im 60-°C-Programm Flecken und Keime.

Energiesparprogramme reduzieren die Temperatur und dauern dafür länger, damit das Waschmittel mehr Zeit zum Einwirken hat. Die Stiftung Warentest empfiehlt, ein- bis zweimal im Monat das 60-Grad-Normalprogramm laufen zu lassen, damit in der Waschmaschine keine Bakterien überdauern.

Neuere Waschmaschinen passen die Wassermenge der Wäschemenge an. Wird aber zu viel Waschmittel dosiert, schaltet die Waschmaschine einen zusätzlichen Spül- und Schleudergang zu und verbraucht dadurch mehr und vor allem unnötig Strom.

6. Wie trocknet und bügelt man die Wäsche energiesparend im Winter?

5_Waeschetrockner-Feinsieb-Energiesparen: Klappe für das Feinsieb beim Wäschetrockner ist geöffnet.

Im Winter dauert das Wäsche trocknen im Freien mitunter zu lang. Schneller trocknet sie in beheizten Räumen. Doch dann hat man die Feuchtigkeit im Haus und es muss genügend gelüftet werden, damit sich nirgends Schimmel bildet. Die frische Luft vom Lüften muss wieder aufgeheizt werden. Dadurch steigen die Kosten fürs Heizen.

Wenn nicht mit Holz oder Wärmepumpe geheizt wird und keine Lüftungsanlage vorhanden ist, ist daher das Trocknen in einem effizienten Wäschetrockner die bessere Lösung. Die neue Generation von Wäschetrocknern funktioniert mit einer Wärmepumpe, die viel weniger Strom verbraucht als herkömmliche Kondensations- und Ablufttrockner. Der Strombedarf hängt von der Restfeuchte der Wäsche ab. Waschmaschinen mit hoher Schleuderdrehzahl von 1400 oder gar 1600 Umdrehungen pro Minute können sich hier bezahlt machen.

Wichtig ist, dass nach jedem Trockenvorgang das Flusensieb gereinigt und der Wärmetauscher regelmäßig von Flusen befreit wird, damit die Luftzirkulation nicht beeinträchtigt wird und sich die Trocknungszeit nicht unnötig verlängert. Wie voll der Trockner beladen wird, spielt dagegen kaum eine Rolle, da sich die Trocknungszeit nach den Feuchtesensoren richtet. Strom sparen lässt sich mit der Programmwahl. Wäsche, die anschließend gebügelt wird, muss nicht „schranktrocken“ sein.

Viel Zeit und Geld spart man sich, wenn wenig Bügelwäsche anfällt. Wird die frisch gewaschene Wäsche für etwa zehn Minuten in den Trockner gegeben, danach kräftig ausgeschüttelt und sorgfältig aufgehängt, dann glätten sich die Fasern. Nach dem Trocknen an der Leine braucht vieles nur noch zusammengelegt werden.

Die wenigen Stücke, die gebügelt werden, sortiert man am besten nach Bügeltemperatur, um zwischendurch nicht laufend die Temperatur ändern zu müssen. Zuerst die empfindlichen Textilien bei schwacher Temperatur bügeln, dann die Kleidungsstücke, die eine mittlere Hitze vertragen, und zuletzt die Wäsche aus Leinen und Baumwolle, die nur mit hoher Temperatur glatt wird. Wenn die Arbeit unterbrochen wird, das Bügeleisen abschalten und den Stecker ziehen. So lassen sich Energieverluste vermeiden und vom Bügeleisen geht keine Brandgefahr aus.

7. Lohnt es sich, Glühbirnen und Halogenlampen durch LED-Lampen zu ersetzen?

LED-Lampen sind im Gegensatz zu Energiesparlampen sofort hell und häufiges Ein- und Ausschalten, auch durch Bewegungsmelder, ist für sie kein Problem. LED-Lampen sind inzwischen in allen Formen zu erschwinglichen Preisen erhältlich und machen sich schon nach wenigen Monaten bezahlt.

Eine LED-Lampe mit 4,5 Watt und 405 Lumen ersetzt eine alte 40-Watt-Glühbirne. Die Watt beziffern den Strombedarf, sagen aber nichts über die Leuchtkraft aus. Diese wird in Lumen (lm) angegeben. LED-Lampen mit rund 800 lm sind so hell wie eine 60-Watt-Glühbirne und verbrauchen dabei nur ein Zehntel des Stroms.

Ihre Wirkung hängt auch von der Farbtemperatur ab, angegeben in Kelvin (K). Eine ähnlich warmweiße Beleuchtung wie Glühbirnen erzeugen LED-Lampen mit einem Wert von 2700 K. In Arbeitsräumen, im Flur und an der Küchenzeile wird neutralweißes Licht mit 3500 bis 4500 K bevorzugt. Der Farbwiedergabeindex, auch als CRI- oder Ra-Wert bezeichnet, gibt an, wie natürlich Farben unter einer Lichtquelle wirken. LED-Lampen mit Werten über 95 kommen dem Sonnenlicht sehr nahe.

Fernsehbildschirme werden immer größer, Computer immer leistungsstärker. Das wirkt sich auch auf ihren Stromverbrauch aus. Der Wechsel in den Energiesparmodus hilft, Strom zu sparen.

Wann lohnt sich die Neuanschaffung?

Stromsparen beginnt bereits beim Kauf von Haushaltsgeräten. Häufig werden nur die Anschaffungspreise verglichen und nicht die laufenden Kosten. Teurere Geräte mit niedrigem Strom- und Wasserverbrauch können sich über die gesamte Gerätelaufzeit rechnen, bei steigenden Strom- und Wasserpreisen immer mehr. Um unterschiedliche Modelle besser vergleichen zu können, lohnt sich ein Blick in die Produktdaten und auf das Energielabel.

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