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Energiesparen im Haushalt

Sieben Mythen beim Energiesparen: Stimmt’s oder stimmt’s nicht?

Energiesparen-Handy: Eine Frau steckt gerade ihr Handy an, das am Nachttisch liegt. Sie liegt schon im Bett.
Carmen Knorr
Carmen Knorr
am Mittwoch, 28.09.2022 - 15:10

Wie spart man wirklich Strom, Wasser, Gas im Haushalt, beim Waschen, Heizen und Laden von Geräten. Wir klären sieben Mythen auf.

Der Strom wird teurer, das Gas und Wasser wird knapp. Die Regierung ruft zum Energiesparen auf. Wir klären sieben bekannte Mythen und geben hilfreiche Tipps, um im Alltag Energie zu sparen.

Mythos 1: "Der „Eco-Modus“ bei der Spülmaschine ist weniger effektiv, als das Spülen mit der Hand."

Hierzu sagt der Verein „Bund der Energieverbraucher“ ganz klar nein. Laut der Verbraucherzentrale Bayern verbrauchen stromsparende Spülmaschinen bei 100 Spülgängen weniger als 70 kWh und der Wasserverbrauch pro Spülgang im Eco-Programm liegt bei unter 10 Litern. Das ist mit der Hand nicht zu schaffen. Das Eco-Programm spült mit niedrigeren Temperaturen, oft bei 45 Grad. Außerdem spülen die umweltfreundlichen Programme mit weniger Wasser, was zusätzlich Energie einspart. Durch die längere Laufzeit von oft bis zu drei Stunden hat das Reinigungsmittel mehr Zeit einzuwirken, so dass eine niedrigere Wassertemperatur ausreicht. Selbst bei schmutzigem Geschirr sollte man nicht per Hand vorspülen, sondern die Essensreste vorher mit Besteck über dem Mülleimer abkratzen. Um Ablagerungen in der Maschine zu vermeiden, sollte mindestens einmal im Monat mit mindestens 65 Grad gespült werden, dazu rät das Portal energie-tipp.de. Dabei sollte man ebenfalls je die Siebe, Sprüharme und Düsen im Innenraum des Geschirrspülers überprüfen. Sind diese verstopft, verlängern sie den Spülgang und erhöhen damit den Energieverbrauch.

Mythos 2: "Wasser im Wasserkocher erhitzen ist sparsamer als im Topf."

Dieser Mythos stimmt. Das erhitzte Wasser eignet sich zum Tee aufgießen oder Garen von Nudeln, Kartoffeln und Gemüse. Kleingeräte wie Wasserkocher oder Toaster verbrauchen weitaus weniger Energie als das Kochfeld und der Backofen, gleichzeitig sind auch schneller, erläutert energie-tipp.de. Besonders sparsam ist es zudem, wenn auch nur so viel Wasser erhitzt wird, wie gebraucht wird.

Mythos 3: "Beim Duschen verbraucht man mehr Wasser als beim Baden."

Das hängt von verschiedenen Faktoren ab. Etwa wie lange man duscht, wie viel Wasser der Duschkopf durchlässt, wie warm das Wasser ist. Bei einer zehnminütigen Dusche, bei der das Wasser durchgängig läuft, verbraucht man im Schnitt etwa 150l Wasser, sagt der Energieversorger Wemag. Einer durchschnittlichen Badewanne beträgt die Füllmenge 150-180l Wasser. Die Verbraucherzentrale Bayern rät für energiesparendes Duschen zum Kauf eines Sparduschkopfes. Er kostet etwa 20 € und spart bis zu 50 Prozent des Warmwasserverbrauchs. Sein Trick: Der Sparduschkopf mischt Luft unter, dadurch geht auch kein Duschkomfort verloren. Beim Kauf sollte man auf die Menge des Wasserdurchfluss (Schüttmenge) achten, dieser sollte weniger als 9 Liter pro Minute haben. Worauf man immer achten sollte: Beim Duschen während dem Einseifen und Shampoonieren der Haare, das Wasser abdrehen.

Mythos 4: "Ladegeräte, die ohne Gerät noch am Strom hängen, verbrauchen trotzdem Energie."

Auch das stimmt. Die EU Ökodesign Richtlinie hat den Ladegeräten unter 50 Watt zwar auferlegt, dass diese nur 0,3 Watt (0,0003 Kilowatt) im Leerlauf verbrauchen dürfen, doch nicht alle Netzteil-Hersteller halten sich daran. Denn eine Ausweispflicht gibt es nicht. Der Strom- und Gasanbieter „yello“ rechnet auf seiner Webseite vor, dass man pro Ladegerät, das ständig an der Steckdose hängt, Kosten in Höhe von 0,20034 € entstehen (bei einem Strompreis von 28 Cent pro kWh). Bei einer Familie mit fünf Smartphones, sind das über einen Euro mehr pro Jahr. Die Kosten kann man einfach vermeiden, indem jeder am Morgen, sobald er sein Smartphone vom Ladegerät nimmt, zusätzlich den Stecker aus der Steckdose zieht oder den Kippschalter an der Mehrfachsteckdose umlegt.

Mythos 5: "Ein Backofen muss vorgeheizt werden."

Das stimmt nicht. Auch wenn auf vielen Fertiggerichten davon die Rede ist, verbraucht das nur unnötig Energie. Auch ohne Vorheizen erzielt man gute Garergebnisse. Legt man sein Gericht schon während des Aufheizens in den Backofen, ist das zudem doppelt gut: Man spart Energiekosten und das Essen ist schon ein paar Minuten eher fertig.

Mythos 6: "Für ein optimales Waschergebnis muss die Wäsche auf mindestens 60 Grad gewaschen werden."

Das stimmt nur teilweise. Mit unseren modernen Waschmaschinen und Waschmitteln erzielt man auch schon bei 30 oder 40 Grad hygienische Ergebnisse. Die Waschmittel wirken fettlösend und töten Bakterien auch schon bei niedrigeren Temperaturen ab. Nur wenn die Wäsche sehr stark verschmutzt ist, lohnt sich eine 60 Grad Wäsche. Zudem rät die Verbraucherzentrale Bayern dazu, beim Trocknen der Wäsche einen Wäscheständer zu nutzen, auch im Winter. Im Gegensatz zum Trockner verbraucht das weit weniger Energie.

Aber Achtung, damit holt man sich auch die Feuchtigkeit in den Raum - Schimmelgefahr! Dagegen muss man gut lüften und anschließend muss der Raum wieder mehr aufgeheizt werden, was auch wieder Energie kostet. Haushalte die weder mit Holz noch mit Wärmepumpe heizen und keine Lüftungsanlage haben, trocknen ihre Wäsche daher effizienter im Wäschetrockner. Um hier noch zusätzlich zu sparen, sollte die Wäsche zuvor in der Waschmaschine auf mindestens 1200 Umdrehungen geschleudert werden.

Mythos 7: "Ist man nicht zu Hause, dreht man die Heizung aus."

Das ist die falsche Herangehensweise. Wer seine Heizung dauerhaft richtig einstellt, spart Geld. Somit ist es logisch, je wärmer der Heizkörper aufgedreht wird, desto teurer wird die Rechnung. Aber Vorsicht: Ist es zu kalt, droht Schimmel, deshalb sollte man im Winter nie ganz auf 0 drehen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt: Im Schlafzimmer: Stufe 2–3, 16–18 °C. In der Küche: Stufe 2–3, 18 °C. Im Bad, wenn man im Raum ist: Stufe: 3–4, 21–24 °C. Im Wohnzimmer, Kinderzimmer und Arbeitszimmer: Stufe 3–4, 20–21 °C. Wenn niemand zu Hause, sollte man die Heizung überall auf Stufe 2 herunterdrehen. Würde man komplett ausdrehen, geht dadurch die Restwärme verloren und sobald man wieder aufdreht, braucht es viel mehr Energie, um aufzuheizen. Für effektives Heizen sollten vor dem Heizkörper zudem keine Möbel stehen oder Gardinen hängen.

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