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Schnäpschen zur Verdauung: Hilft das wirklich?

Schnaps-Gläser-Verdauung-Schnapserl: Auf einem grauen Holz stehen zwei Schnapsgläser. Jemand schenkt gerade klaren Schnaps mit einer Flasche ein.
Anja Kersten
am Donnerstag, 11.08.2022 - 10:20

Wir haben nachgefragt: Hilft das Schnapserl nach einem deftigen Essen wirklich für eine einfachere, schnellere Verdauung?

Ein üppiges Essen liegt − gefühlt − oft schwer im Magen. Mit einem Schnaps, so hofft man, wird es besser. Und tatsächlich: Man trinkt den Schnaps, es breitet sich ein wohlig, warmes Gefühl im Magen aus und er fühlt sich gleich viel leichter an. Doch es gibt nichts, was nachweislich darauf hinweist, dass Alkohol die Verdauung ankurbeln könnte.

Alkohol narkotisiert und entspannt

Das Gefühl, dass Alkohol dem Magen hilft, rührt eher daher, dass Alkohol eine leicht narkotisierende Wirkung hat, so Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Denn Alkohol erweitert die Blutgefäße und hat deshalb eine entspannende Wirkung auf die Magennerven.

Mit einer schnelleren Verdauung hat das nichts zu tun. Ganz im Gegenteil: Alkohol hemmt sogar die Verdauung. „Denn der Körper will diesen Giftstoff möglichst schnell loswerden“, erklärt Katja Wittmann, Fachberaterin Ernährung und Lebensmittel von der Verbraucherzentrale Nürnberg. Der Körper ist also erst einmal damit beschäftigt, den Alkohol abzubauen, anstatt die Nahrung zu verdauen. Das verzögert die Verdauung im Magen und den anschließenden Weitertransport in den Dünndarm.

Kaffee hilft besser als Schnaps

Kräuterschnäpse enthalten zwar Bitterstoffe, die zu einer vermehrten Ausschüttung von Magensaft führen, so die Ernährungsexpertin: „Aber der Alkoholgehalt macht den Effekt wieder zunichte.“ Besser sei es, das Essen mit verdauungsfördernden Kräutern wie Kümmel, Lorbeer, Oregano zu würzen und einen Kräutertee zur Verdauung zu trinken.

Auch Kaffee führt zu einer vermehrten Ausschüttung von Verdauungssekreten. Wer dann noch einen Spaziergang macht, anstatt sich satt und müde aufs Sofa zu legen, der tut nicht nur seiner Verdauung und seinem Kreislauf etwas Gutes, sondern verliert dabei gleich auch wieder ein paar der angefutterten Kalorien.

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