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Backen

Rezept: Wer kennt Hermann?

Sauerteig-Starter
Karla Görner
am Dienstag, 11.08.2020 - 11:09

Ich muss heim und Hermann „füttern“ – das war vor gut 30 Jahren ein geflügeltes Wort. Damals war Hermann in aller Munde, und jetzt ist er wieder im Kommen: Hermann, der besondere Hefekuchen.

Im Corona-Lockdown haben viele das Rezept von Hermann wieder entdeckt. Denn mit diesem süßen Sauerteig lässt sich Hefe einsparen. Geschmacklich liegt er zwischen Gugelhupf und Hefezopf. Wer einen Teil des Teiges weiter pflegt, kann ihn immer wieder vermehren und Teile davon samt Anleitung weitergeben.

Teigansatz für den Hermann

Hermann-Kuchen-mb

Zutaten:

1 Tasse (100 g) Weizenmehl (Typ 405) oder Dinkelmehl (Typ 630),

1 EL Zucker,

1/2 Päck. Trockenhefe,

1 Tasse lauwarmes Wasser (200 ml).

Zubereitung:

Für den Teigansatz das Mehl in eine verschließbare Schüssel (kein Metall) sieben. Mit Zucker und Trockenhefe mischen. Wasser hineingeben. Die Zutaten von der Mitte aus mit einem Rührlöffel zu einem glatten Teig verarbeiten. Für den Ansatz nur Holzlöffel verwenden. Den Teig abgedeckt zwei Tage an einem warmen Ort stehen lassen. Dabei ab und zu umrühren. Die Schüssel fest verschließen. Anschließend 24 Stunden in den Kühlschrank stellen. Von nun an so weitermachen, als hätten Sie den Hermann-Teig geschenkt bekommen:

Verarbeitung eines geschenkten „Hermann“

1. Tag: eventuell umfüllen und ruhen lassen,
2. bis 4. Tag: täglich umrühren,
5. Tag: eventuell in ein größeres Gefäß, ebenfalls mit Deckel, umfüllen und füttern, dazu:
1 Tasse (100 g) Weizenmehl,
1 Tasse (150 g) Zucker,
1 Tasse (200 ml) Milch hinzufügen und gut verrühren,
6. bis 9. Tag: täglich umrühren ,
10. Tag: noch einmal füttern, dazu
1 Tasse (100 g) Weizenmehl,
1 Tasse (150 g) Zucker und
1 Tasse (200 ml) Milch
hinzufügen und gut verrühren.
Anschließend den Hermann-Teig in vier gleich große Teile teilen, zu je etwa 200 g. Zwei Teile verschenken, einen Teil für sich selbst behalten – für weitere Hermann-Kuchen oder einfrieren – und den vierten Teil sofort weiter verarbeiten zu einem Kuchen.
Mit 200 g Mehl, 100 g Zucker, 100 ml Milch, 100 ml geschmacksneutralem Speiseöl, 3 Eiern, 1 Päckchen Vanillezucker und 2 gestrichenen TL Backpulver wird daraus ein lockerer Kuchenteig, der mit 100 g geriebenen oder gehackten Nüssen oder Mandeln, Rosinen oder Schokostreuseln verfeinert werden kann.
Behält man eine Hermann-Portion für einen weiteren Kuchen für sich, so beginnt die Prozedur wieder von vorne – also ab Tag 1 der zehntägigen liebevollen Pflege.
Wichtig: Bewahren Sie den Teig während der zehntägigen Vermehrung in einem gut verschlossenen Gefäß an einem kühlen Ort auf. Wenn der „Hermann“ zu warm steht, kann die Milchsäuregärung in Essigsäuregärung umschlagen. Dann wird der Teig ungenießbar und riecht sehr unangenehm.