Schulverpflegung

Pausenbrot mit Biss

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Claudia Beyrle
am Freitag, 18.09.2020 - 09:49

Gute Vorsätze pflastern den Einstieg ins neue Schuljahr. Das gilt auch fürs Pausenbrot: gesund, appetitlich, mundgerecht, kindgerecht. Doch dann kommt der ganz normale Alltag und das Pausenbrot ist vergessen.

Auf einen Blick

  • Start in den Tag ist das Frühstück daheim. Die über Nacht aufgebrauchten Energiereserven müssen aufgefüllt werden.
  • Das Pausenbrot sorgt dafür, dass sich das Kind den ganzen Vormittag konzentrieren kann.
  • Der Imbiss für die Pause(n) in der Schule muss genau so durchdacht sein wie der Speiseplan am Familientisch.
  • Wenn die Verpflegung für die Pause abwechslungsreich ist und unkompliziert zu essen, kommen Kinder nicht auf Idee, sich Süßigkeiten und Ungesundes zu kaufen.
  • Ein Getränk sowie Obst und Gemüse – gerne mundgerecht zerteilt – machen das Pausenbrot vollwertig.

Zeit für die Zubereitung einplanen

Ein hastig geschmiertes Brot, eine Semmel vom Vortag, ein paar Münzen für den Einkauf am Schulweg oder einfach „nichts“ – wenn die „Mitgift“ für die Pause so aussieht, liegt es meist daran, dass es in den Familien morgens besonders hektisch zugeht. Wer sich also vornimmt, die Sprößlinge optimal für den Schultag auszurüsten, muss ganz bewusst Zeit einplanen. Jeden Tag vernünftige Pausenverpflegung parat zu haben, ist aufwendig. Aber den Aufwand wert und genau so wichtig, wie gutes Essen am Familientisch.

Müsliriegel sollte die Ausnahme sein

Einen Müsliriegel oder Geld in die Hand zu drücken für den Einkauf auf dem Schulweg oder in der Pause beim Hausmeister – das kann mal vorkommen, sollte aber die Ausnahme sein. Denn Süßigkeiten sind zu verlockend, als dass Kinder sie links liegenlassen. Auch Riegel, die in der Werbung mit „viel Gutem aus der Milch“ und der „Extra-Portion Calcium“ angepriesen werden, sind nicht so gesund, wie man meint. Leider enthalten viele Produkte zu viel Zucker, zu viel Fett und zu wenig Ballaststoffe. Energie aus Zucker macht nicht lange satt.

Zutaten beachten

Beim Blick auf die Zutatenliste erkennt man, wo viel Zucker drin ist. Doch die Hersteller nennen statt Zucker häufig Saccharose, Glucose, Lactose und andere auf -ose endende Bezeichnungen. Auch hinter Mais-Sirup, Stärke-Sirup, Fructose-Sirup, Rohrzucker, Invertzucker, Getreidemalzextrakt oder mit Malto- beginnende Bezeichnungen (wie Maltodextrin) verbergen sich in Wirklichkeit Zusätze, die in erster Linie Zucker liefern.

Raffiniert: Hersteller zählen diese Stoffe einzeln auf, damit Zucker nicht gleich am Anfang der Zutatenliste steht und auch nicht auf einen Blick erkennbar ist, dass es die Hauptzutaten sind.

Getreide, Milch oder ein Milchprodukt, Obst oder Gemüse und ein Getränk sind die Grundbausteine für gesunde Pausenverpflegung. Getreide liefert (komplexe) Kohlenhydrate, die vom Körper langsam aufgenommen werden, also das Gehirn anhaltend mit Energie versorgen. Außerdem stecken in Getreide Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe – je dunkler und vollkorniger das Brot, desto mehr. Damit das Brot auch gerne gegessen wird, die Brotsorte wechseln.

Müsli und Getreideflocken sind Superfood, Milch enthält Calcium

Müsli und Getreideflocken (Hafer, Dinkel, Weizen, Hirse) sind Superfood (nicht nur) für Schulkinder, sie enthalten Kohlenhydrate für Leistungsfähigkeit und Konzentration sowie B-Vitamine und Spurenelemente (Eisen, Mangan und Zink) sowie Ballaststoffe für das anhaltende Sättigungsgefühl.

Vor allem Calcium aber auch Eiweiß und wichtige Vitamine stecken in Milch und Milchprodukten: Deshalb gehören beispielsweise Vollmilch, Joghurt, Dickmilch- oder Quarkspeise (mit frischem Obst) oder Schnittkäse, Camembert oder Frischkäse aufs Brot oder Mozzarella auf Spieße für die Zwischenmahlzeit am Schulhof.

Knackig bunt und gesund sind natürlich Obst und Gemüse. Obst liefert Vitamine und Ballaststoffe und es liefert automatisch Vielfalt entsprechend der Saison: Apfel, Erdbeeren, Mandarine, Banane, Zwetschgen, Pfirsich, Trauben, Kirschen, Heidelbeeren oder Birne. Geknackte Nüsse – nicht gezuckert oder gesalzen – liefern besten „Sprit“ fürs Gehirn.

Gemüse trägt zur Versorgung mit Mineralstoffen, Vitaminen und Ballaststoffen bei. Um Gemüse reißen sich allerdings viele Kinder nicht, deshalb muss um so mehr auf „Lieblingshappen“ geachtet weren: Radieschen, Sticks von Gelben Rüben, Paprika, Kohlrabi sowie Tomaten im Miniformat. Toben auf dem Pausenhof macht durstig. Deshalb sollte ein Getränk nicht fehlen: Mineralwasser oder (wenig gesüßten) Früchtetee, Fruchtsaftschorle mit etwa 40 % Saftanteil und 60 % Wasser oder 1:2 verdünnt.

Mundgerecht zubereiten

Dass Kinder ihr Pausenbrot verschmähen, kommt eher selten vor, denn sie wollen in der Pause nicht in der Warteschlange am Schulkiosk stehen. Besonders gut kommt das selbstgemachte Pausenbrot dann an, wenn es unkompliziert gegessen werden kann.

Dosen mit Unterteilung sind praktisch für mundgerechte Happen, z. B. in Würfel geschnittene Brotscheiben mit Karottencreme und Gemüsestücke, Minitomaten mit Mozzarella oder aufgespießte Obst- oder Gemüsestücke. Durch die Unterteilung bleiben die Happen appetitlich getrennt. Auch Reste vom Mittag- oder Abendessen bieten Abwechslung: Fleischbällchen, Waffeln oder Pfannkuchen zusammen mit Quark oder Obststücken. Joghurt oder Quark mit frischen Früchten oder Müsli in eine dichte Extradose geben; Löffel nicht vergessen.

Frühstück als Start in den Tag

Das Pausenbrot ist wichtig zum Durchhalten, aber das Frühstück daheim ist der Start in den Tag. Manche Kinder mögen aber morgens nur wenig essen, ein Muss ist ein (warmes) Getränk, z. B. Milch, Kaba, Tee und wenigstens ein kleines Brot oder eine Portion Müsli. Die Energiereserven sind über Nacht aufgebraucht und wer morgens nicht „nachschiebt“, hat dann spätestens in der Pause eine Heißhungerattacke. Kleine Frühstücksmuffel brauchen deshalb eine besonders durchdachte und umfangreiche Pausenverpflegung.