Hauswirtschaft Tipps

Outdoorkleidung speziell waschen?

Daunenjacke waschen. Eine Frau steh vor der Waschmaschine und liest das Etikett im Inneren einer roten Daunenjacke.
Elke Messerschmidt - Kompetenzzentrum Hauswirtschaft
am Donnerstag, 11.11.2021 - 10:50

Wenn es draußen kalt und regnerisch wird, freut sich jeder über warme, wasserdichte Kleidung. Passende Outdoorkleidung zu finden, ist heutzutage kein Problem mehr. Doch wenn Anorak, Daunenjacke & Co. schmutzig sind, tauchen Fragen auf.

Wie wäscht man Daunenjacke und Outdoorhose? Ist dazu ein Spezialwaschmittel nötig? Darf Outdoorkleidung in den Trockner?

Outdoorkleidung verfolgt das Ziel, den Körper warm und trocken zu halten. Das geschieht über unterschiedliche Systeme, die unterschiedlich gepflegt werden müssen. Ein Blick aufs Pflegeetikett gibt Hinweise auf das richtige Wasch- und Trocknungsprogramm.

Steppjacken mit Daunenfüllung wie waschen?

Bei der Pflege von Daunenjacken ist es wichtig, nach dem Waschgang die Trocknung sicherzustellen. Gelingt es nicht, die Jacke bis in den Kern zu trocknen, kann es zum Verklumpen der Daunen führen. Dann kann die Daunenfüllung zu müffeln beginnen und an den Nähten können Trocknungsränder entstehen, vor allem wenn zu viel Waschmittel dosiert und nicht richtig ausgespült wurde.

Dies lässt sich folgendermaßen vermeiden:

  • Daunenjacken am besten auf links waschen und Wollwaschmittel verwenden. Diese sind frei von Enzymen, die tierische Fasern angreifen können.
  • Eventuell einen zusätzlichen Spülgang zuschalten.
  • Die Kleidungsstücke nicht zu warm trocknen lassen. Jacken und Mäntel zum Trocknen nicht aufhängen, sondern auf dem Wäscheständer ausbreiten und zwischendurch aufschütteln, damit die Daunen nicht verklumpen. Beim schonenden Trocknen im Trockner sollte man zur Daunenjacke zusätzlich zwei bis drei neue Tennisbälle geben. Durch die Bewegung in der Trommel lockern sie die Daunen auf.

Wattierte Jacken sind oft mit synthetischen Füllmaterialien wie Vliesstoff, Thinsulate Featherless Insulation oder Fiberballs ausgestattet und lassen sich einfacher waschen. Sie nehmen die Feuchtigkeit kaum auf und trocknen daher schnell wieder.

Wie bleibt Funktionskleidung atmungsaktiv?

Die Atmungsaktivität wird über ein Kapillarsystem in den Fasern sichergestellt. Über die Kapillaren gelangt die Feuchtigkeit beim Schwitzen nach außen. Der Körper bleibt trocken. Gleichzeitig bilden die Hohlräume der Kapillarsysteme eine isolierende Schicht und halten warm. Allerdings können Schweiß, Körperfett, abgestorbene Hautzellen und Schmutz diese Luftröhrchen verstopfen und die gewünschte Funktion abschwächen. Die Herausforderung beim Waschen besteht darin, die Kapillarsysteme so zu pflegen, dass sie offen bleiben und so Atmungsaktivität, Wasserdichtheit sowie Windabweisung als kombinierte Funktion erhalten bleiben.

Die Kombination der drei Funktionen erreicht man über Membransysteme. Sie sind eingebettet zwischen einem Ober- und Unterstoff, sind halbdurchlässig und funktionieren wie ein Ventil. So gelangt Flüssigkeit von innen nach außen, aber nicht umgekehrt ins Kleidungsstück. Auch Membransysteme funktionieren nur noch eingeschränkt, wenn sich Schweiß, Körperfett sowie abgestorbene Hautzellen und Schmutz ansammeln, und müssen deshalb regelmäßig gewaschen werden.

Um die Funktion der Kleidung zu erhalten, sowohl im Kapillar- als auch im Membransystem, empfiehlt es sich:

  • Die Kleidungsstücke entsprechend der Angaben im Pflegeetikett waschen. Die Waschtemperatur beträgt in der Regel 30 bis 40 °C.
  • Zum Waschen flüssiges Colorwaschmittel verwenden, denn pulverförmige Waschmittel können die Kapillaren und Membran verstopfen.
  • Funktionskleidung nur leicht schleudern, maximal jedoch mit 800 Umdrehungen.
  • Die Kleidung anschließend an der Luft oder, wenn auf dem Etikett angegeben, im Trockner im entsprechenden Programm trocknen.
  • Wichtig ist, auf Weichspüler zu verzichten. Weichspüler verändert zum einen die Oberflächenspannung des Stoffs, sodass die Wasserabweisung nicht mehr funktioniert. Und zum anderen verstopft er die Hohlräume der Fasern, wodurch der Schweißabtransport von innen nach außen nicht mehr funktioniert.

Ein Spezialwaschmittel für die Outdoorkleidung ist nicht nötig. Die Inhaltsstoffe von „Spezialwaschmittel für Sportkleidung“ ähneln denen von flüssigen Colorwaschmitteln, kosten aber in der Regel deutlich mehr. Für die Reinigung von Funktionskleidung muss ein Waschmittel schonend für die Faser sein. Das stellt ein flüssiges Colorwaschmittel sicher.

Welche Imprägniermittel machen Sinn?

Das Imprägnieren ist eigentlich nicht notwendig, da die Wasserundurchlässigkeit über die Technik, also die Membran der Kleidung erzeugt wird. Die Membran sitzt allerdings zwischen zwei Stoffschichten und eine Imprägnierung unterstützt die Wasserabweisung des Oberstoffs.

Wenn imprägniert wird, sind Sprays sinnvoller als Einwasch-Imprägniermittel, die man in die Waschmaschine gibt. Diese Mittel imprägnieren nämlich auch die Innenseite der Jacken oder Hosen. Der Unterstoff weist dann später beim Tragen den auf der Haut entstehenden Schweiß ab. Die Haut bleibt feucht. Wer Imprägniersprays einsetzt, sollte die Kleidung an einem gut belüfteten Ort einsprühen und darauf achten, die Sprühnebel nicht einzuatmen.

Einige Kleidungsstücke haben von Werksseite her eine Imprägnierung aufgetragen. Diese muss nach dem Waschen durch Wärme reaktiviert werden. In der Regel findet sich in diesen Kleidungsstücken ein Pflegehinweis, der empfiehlt, die Kleidung kurz in den Trockner zu geben oder aufzubügeln.

Hier ist die Herausforderung, die richtige Temperatur zu wählen. Zu heißes Trocknen beeinträchtigt die Funktion der Membran, zu kühle Trocknung reaktiviert die Imprägnierung nicht ausreichend. Wichtig ist, das Textilkennzeichnungsetikett (Pflegeetikett) zu beachten.

Kleine Kniffe – große Wirkung

Klettverschluss-Pflegen-Entfusseln mit einem Kamm.
  • Funktionskleidung mit empfindlichen Membran-Materialien, etwa Regenbekleidung, muss bei kleineren Verschmutzungen nicht gleich in die Waschmaschine wandern. Meist reicht es, die angetrockneten Dreckspritzer leicht aus der Kleidung zu klopfen. Erst wenn die Verschmutzung großflächig oder der Geruch unangenehm ist, kommt die Waschmaschine zum Einsatz.
  • Anders verhält es sich mit Trikots und Unterwäsche. Diese sollten aus hygienischen Gründen häufiger und möglichst bei 60 °C gewaschen werden. Flüssige Universalwaschmittel bieten sich hier an.
  • Unterwäsche aus Merinowolle verträgt dagegen maximal 40 °C und Wollwaschmittel. Da die feine Wolle über natürliche „Selbstreinigungseffekte“ verfügt, genügt es oft, verschwitzte Wollsachen zum Auslüften über Nacht nach draußen zu hängen.
  • Trikots und Funktionsunterwäsche sind schnelltrocknend, deshalb kann man auf den Trockner verzichten. Das schont das Material und hinterlässt keine Knitter.
  • Da Regenbekleidung kaum Wasser aufnimmt, braucht sie nicht geschleudert zu werden. An den meisten Waschmaschinen lässt sich die Schleuderdrehzahl auf 0 stellen. Auch bei Softshellbekleidung genügt kurzes und niedertouriges Schleudern.
  • Bei Softshell-Bekleidung wird mitunter eine schonende Wärmebehandlung durch den Trockner empfohlen, um die Imprägnierung aufzufrischen. Generell ist ein Blick aufs Etikett ratsam. Ist das Symbol für den Wäschetrockner, ein Quadrat mit Kreis, in der eingenähten Pflegeanleitung durchgestrichen, darf das Kleidungsstück nicht in den Trockner.
  • Imprägniersprays immer draußen anwenden und eventuell Mundschutz tragen. Die behandelte Kleidung anschließend solange draußen hängen lassen, bis sie trocken ist, dabei direkte Sonne meiden.
  • An Outdoorjacken befinden sich oft Klettverschlüsse. Beim Tragen verhaken sich darin häufig Haare, Schmutz und Fusseln von anderen Kleidungsstücken. Mit einem Kamm mit eng stehenden Zinken lassen sich die Fusseln ganz leicht herausbürsten und entfernen.
  • Klett- und Reißverschlüsse vor dem Waschen sorgfältig schließen, damit in der Waschmaschine keine Stofffasern anhaften.

Pflegesymbole und ihre Bedeutung

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Der Waschzuber steht für das Waschen, wobei die Zahl die höchstzulässige Waschtemperatur angibt. Ein Strich unter dem Zuber bedeutet Pflegeleicht- oder Schonwaschgang mit halber Trommelfüllung und niedriger Schleuderdrehzahl. Zwei Striche verlangen eine noch schonendere Behandlung. Ein durchkreuztes Dreieck symbolisiert, dass auf bleichehaltiges Waschmittel verzichtet werden soll. Ein Bügeleisen mit bis zu drei Punkten erlaubt das Bügeln mit steigender Temperatur. Der Kreis im Quadrat ist das Symbol für den Wäschetrockner. Ein Punkt darin bedeutet Trocknen bei geringer Temperatur. Ist das Symbol durchgestrichen, darf das Kleidungsstück nicht in den Trockner. Der Kreis steht für jede Art professioneller Textilreinigung. Mit Kreuz bedeutet, dass das Textil nicht chemisch gereinigt werden darf.

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