Konsumverhalten

Wie oft Fleisch auf den Tisch kommt

Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Montag, 08.11.2021 - 14:25

Essen die Deutschen mittags bevorzugt Fleisch? Eine Umfrage kommt je nach Haushalt zu einem sehr unterschiedlichen Bild.

Schweinefleisch

Zwar gibt ein Drittel (35,0 Prozent) der Deutschen an, grundsätzlich nicht auf Fleisch verzichten zu wollen. Doch die Zahl derer, die täglich mittags Fleisch auf dem Teller haben, ist mit 4,1 Prozent ziemlich klein. Stattdessen setzen die meisten Deutschen auf ein gemischtes Modell: So gibt ein Drittel der Befragten (30,5 Prozent) an, drei- bis viermal pro Woche mittags Fleisch zu essen, ein weiteres Drittel (29,4 Prozent) konsumiert ein- bis zweimal pro Woche Gerichte wie Schnitzel, Würstchen oder Geschnetzeltes. Und bei einem Viertel (24,5 Prozent) kommt Fleisch selten oder nie auf den Tisch.

Klima auf Rang 3 der Verzichtsskala

Ein Drittel derer, die verzichten, tut das aus gesundheitlichen Gründen (36,8 Prozent), gefolgt von Tierschutz (28,2 Prozent) und Rücksichtnahme auf das Klima (22,0 Prozent).

Was den mittäglichen Fleischkonsum angeht, sind die 18- bis 29-Jährigen am ehesten bereit, zu verzichten: 37,9 Prozent geben an, selten oder nie mittags Fleisch zu essen. Bei den Studenten sind es sogar zwei Drittel (62,8 Prozent), die selten oder nie Fleisch auf dem Teller haben – damit sind sie die Gruppe mit der größten Bereitschaft zum Verzicht. Nur 0,6 Prozent von ihnen essen täglich Fleisch. Die über 65-Jährigen stellen dagegen beim moderaten Fleischgenuss die größte Gruppe – ein Drittel (33,1 Prozent) der Großelterngeneration hat ein- bis zweimal pro Woche Fleisch auf dem Mittagstisch, während sich nur 2,8 Prozent täglich dafür entscheiden.

Familien mit Kindern und Männer vorne dabei

Beim Blick auf die Familien zeigt sich, dass in Haushalten mit Kindern mittags tendenziell mehr Fleisch gegessen wird als in kinderlosen Haushalten. Während bei den Kinderlosen ein Viertel (25,0 Prozent) selten oder nie Fleisch konsumiert, leben bei den Familien nur 18,8 Prozent fleischlos. Auf der anderen Seite wird in doppelt so vielen Familien (7,1 Prozent) täglich Fleisch zu Mittag gegessen wie in kinderlosen Haushalten (3,3 Prozent). Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Familienstand – während Ledige (34,9 Prozent) und Geschiedene (29,2 Prozent) zu je knapp einem Drittel fast immer oder immer auf Fleisch verzichten, sind es bei den Verheirateten nur 19,8 Prozent.

Ledig oder nicht, Männer liegen beim Fleischkonsum vorne: 7,1 Prozent der Männer essen täglich mittags Fleisch, bei den Frauen ist es 1,0 Prozent. Dagegen verzichten mit 28,2 Prozent mehr Frauen fast oder immer mittags auf Fleisch (Männer: 20,8 Prozent). Bei drei- bis viermal pro Woche liegen beide Geschlechter fast gleichauf (Frauen: 30,2 Prozent, Männer: 30,9 Prozent).

Für die Erhebung der Daten kooperiert die Rabobank mit Civey, einem Unternehmen für digitale Markt- und Meinungsdaten in Deutschland. Die Umfragen sind repräsentativ und werden online durchgeführt. Dafür wurden am 27. und 28. Oktober mehr als 2.990 Teilnehmer befragt. Die Stichprobengröße liegt bei über 2.500 Personen.