Rezepte

Kartoffeln gehen immer!

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Carmen Knorr
Carmen Knorr
am Freitag, 12.11.2021 - 14:00

Hobbybäuerin und Kartoffelfan Laura Anneser verrät ihre vier liebsten Rezepte. Zwei davon sind Klassiker, zwei sind modern interpretiert.

Kartoffeln haben in Deutschland viele verschiedene Namen: Grundbirnen, Knollen, Töften, Potaten, Erdäpfel und so weiter. Die 22-jährige Hobbybäuerin Laura Katharina Anneser sagt im Oberbayerischen einfach „Kardoffen“ dazu. Sie ist absoluter Fan der Knolle und könnte sie jeden Tag essen. Selbst bei der abendlichen Brotzeit sind sie für sie nicht wegzudenken.

Laura arbeitet neben ihrem Job als Kaminkehrer-Meisterin auf dem Betrieb ihres Freundes Martin Vitzthum mit. Der ebenfalls 22-jährige Landwirt hat ihn zusammen mit ihr und der großen Unterstützung seiner Familie, vor etwa drei Jahren aufgebaut. Gemeinsam betreiben sie den Kartoffel- und Gemüsebetrieb mit Direktvermarktung.

 

Ein eigener Hof war immer schon ihr Traum

Das junge Bauerspaar steht in ihrer Gemüse-Vekaufshütte.

Für Laura hat sich damit ein Kindheitstraum erfüllt. Sie wollte schon immer einen eigenen Hof haben, Hühner versorgen, Bulldog fahren und ihr Pferd irgendwann einmal „daheim“ stehen haben. Durch die bereits jahrelange Mithilfe auf dem Hof ihres Freundes Martin ist sie schon nah dran an ihrem Traum. Sie kümmert sich nebenbei auch um dessen Social Media-Auftritt. Auf Facebook und Instagram gibt sie exklusive Einblicke in die Arbeitsabläufe bei „Vitzthum Kartoffeln“ – wie der Betrieb heißt. Zudem erstellt sie nahezu jeden Monat ein Rezept, das mit dem angebotenen Gemüse gekocht werden kann. So liegt je ein saisonales Rezept in ihrem „Gmiashaisl“, am Hof in Kirchheim bei München aus. Auch mit den Followern im Netz teilt sie die Kochanleitungen.

 

Die Rezepte von der Oma inspiriert

Kartoffeln kochen: Die junge Frau in der Küche. Sie nimmt gerade mit einem Löffel Teig aus einer Schüssel und fügt sie in Muffinförmchen.

Die Rezepte denkt sich Laura Anneser selbst aus. Sie greift dabei auf die alten Rezepte ihrer Oma zurück, lässt sich davon inspirieren oder wandelt sie modern um. Für die Leserinnen und Leser des Wochenblatts verrät sie vier ihrer bewährten Rezepte. Dabei darf ihr absolutes Lieblingsgericht, Reiberdatschi, nicht fehlen. Neben den zwei modern interpretieren Gerichten – Kartoffelzupfbrot und Kartoffelmuffins – teilt sie noch einen absoluten Allrounder: Kartoffelknödel. Da bleibt nur noch zu sagen: An die Knolle, fertig, los!

 

Reiberdatschi mit Apfelmus

Reiberdatschi angerichtet auf einem schwarzen Teller. Mit Apfelmus in einem Schälchen.

Zutaten (für 8 – 10 Reiberdatschi):

Für die Reiberdatschi:

  • 500 g vorwiegend festkochende Kartoffeln,
  • 2 Eigelb,
  • etwas Salz und etwas Muskat,
  • Butterschmalz.

Für das Apfelmus:

  • 400 g Äpfel,
  • 100 ml Wasser, 
  • 1 gestrichener TL Zimt. 

Zubereitung: 

Zuerst das Apfelmus vorbereiten. Dafür die Äpfel schälen, entkernen und in kleine Stücke schneiden. Die Apfelwürfel zusammen mit dem Wasser in einen Topf geben und für etwa 20 Minuten köcheln lassen. Anschließend die Äpfel zu einem Mus pürieren und mit Zimt abschmecken. 
In der Zwischenzeit die Reiberdatschi zubereiten. Dafür die Kartoffeln schälen, klein reiben und mit den Händen ausdrücken, damit die Stärke entweicht. Die geriebenen Kartoffeln mit dem Eigelb vermengen und mit Salz und Muskat würzen. Das Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen. Dann den Kartoffelteig in Esslöffel-Portionen in die Pfanne geben und flach drücken. Auf beiden Seiten knusprig braun anbraten. 

 

Kartoffel-Muffins

Kartoffelmuffins: Drei Stück angerichtet auf einem schwarzen Teller. Garniert mit Kräuterblättern.

Zutaten (für 12 Muffins): 

  • 500 g festkochende Kartoffeln, 
  • 3 Eier, 1 Zwiebel, 
  • etwas Butterschmalz, 
  • 200 g geriebener Käse, 
  • 1,5 EL Backpulver, 
  • Salz und Pfeffer. 

Zubereitung: 

Den Backofen auf 180 Grad (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Die Kartoffeln schälen, fein raspeln und mit den Händen die Flüssigkeit herausdrücken. Die Zwiebel klein würfeln und in einer Pfanne mit etwas Butterschmalz andünsten. In einer Schüssel die geriebenen Kartoffeln mit den angedünsteten Zwiebeln, Eiern, Käse und dem Backpulver vermengen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Muffinförmchen auf einem Bleck vorbereiten. In jedes Förmchen etwa 2 EL der Kartoffelmasse füllen. Anschließend die Muffins für circa 30 Minuten im Backofen goldbraun backen. 
Tipp: Die Muffins eignen sich super als Fingerfood bei Partys. 

 

Kartoffelzupfbrot mit Karottenbutter

Kartoffelzupfbrot, angerichtet mit Kartottenbutter in einem Schälchen in der Mitte des Brotkranzes.

Zutaten (für 4 Portionen):

Für das Kartoffelzupfbrot: 

  • 200 g mehlige Kartoffeln, 
  • 1/2 Päckchen Trockenhefe, 
  • 375 g Mehl, 
  • 1 gehäufter EL Salz, 
  • 2 EL Olivenöl,
  • 160-170 ml lauwarmes Wasser, 
  • 50 g weiche Butter, 
  • 100 g Reibekäse (am besten Mozzarella). 

Für die Karottenbutter: 

  • 300 g Karotten, 
  • 50 g Tomatenmark, 
  • 1 kleine Zwiebel, 
  • 120 g Butter, 
  • 1 gehäufter TL Thymian (getrocknet),
  • 1 gehäufter TL Oregano (getrocknet),
  • 1 gehäufter TL Salz. 

Zubereitung: 

Die Kartoffeln schälen und in Stücke schneiden. Für 20-30 Minuten in reichlich Wasser kochen. Die Zeit variiert, je nach Größe der Kartoffelstücke. Die weichen Kartoffeln abgießen und noch warm mit einem Kartoffelstampfer zerdrücken. In einer extra Schüssel Mehl, Salz und Trockenhefe vermengen. Anschließend die Kartoffeln mit dem Mehlgemisch, Wasser und Olivenöl, mit Hilfe der Knethaken eines Handrührgeräts, zu einem glatten Teig verkneten. Die weiche Butter ebenfalls in Stücken unter die Kartoffelmasse kneten. Den Teig in einen tiefen Teller oder eine Ofenform geben und mit einem Geschirrtuch abgedeckt 30 Minuten bei 50 Grad Ober-/Unterhitze im Backofen gehen lassen. Danach eine runde Springform mit Backpapier auslegen oder mit Butter einfetten. In der Mitte eine kleine, ofenfeste Schüssel platzieren, so dass später ein schöner Ring entsteht. Den Teig in etwa 30-40 g schwere Teigkugeln formen und nacheinander in die Springform geben. Die Teigkugeln noch einmal bei 50 Grad im Backofen für 30 Minuten gehen lassen. Die Springform herausnehmen und die Teigkugeln mit Reibekäse bestreuen. Anschließend für 20 bis 30 Minuten, bei 175 Grad im Ofen backen. 

In der Zwischenzeit die Karottenbutter zubereiten. Dafür die Zwiebel schälen, klein schneiden und in etwas Butter andünsten. Die Karotten ebenfalls schälen und in einem Mixer sehr klein häckseln. In einer Schüssel die Karotten und Zwiebeln zusammen mit den restlichen Zutaten, mit dem Handrührgerät, zu einer homogenen Masse verquirlen. Am Ende die Karottenbutter in einer kleinen Schüssel geben und diese mittig in dem Zupfbrotring platzieren und servieren. 

 

Kartoffelknödel mit Hähnchen und Bratensoße

Kartoffelknödel mit Hähnchen, Blaukraut und Soße. Angerichtet auf einem schwarzen Teller. Darunter liegt ein goldenes Platzset.

Zutaten (für 4 Portionen):

Für die Knödel:

  • 1 kg mehlige Kartoffeln,
  • 1,5 TL Salz, 
  • 160 g Kartoffelmehl. 
  • Für die Hähnchenteile:
  • Hähnchenteile (z. B. 4 Schenkel und 4 Flügel), 
  • Salz,
  • Pfeffer,
  • Paprikapulver, edelsüß.

Für die Bratensoße: 

  • 1 Zwiebel, 
  • 3 große Karotten, 
  • 5 EL Olivenöl,
  • 1-2 TL Gemüsebrühe, 
  • 1 Becher Sahne,
  • 0,5 l heißes Wasser. 

Zubereitung:

Zuerst die Hähnchenteile vorbereiten. Dafür das Hähnchen waschen und mit Küchenpapier trocken tupfen. Mit Salz, Pfeffer und dem Paprikapulver würzen. Für die Soße Karotten und Zwiebeln klein schneiden und diese zusammen mit dem Hähnchen auf ein tiefes Backblech oder eine Bratreine geben. Mit Olivenöl beträufeln und bei 160 Grad (Ober-/Unterhitze) 30 Minuten garen. Die Hähnchenteile und das Gemüse wenden und erneut 30 Minuten weitergaren. 

Währenddessen die Knödel zubereiten. Dafür die Kartoffeln schälen und kochen bis sie weich sind. Anschließend zerstampfen oder durch eine Kartoffelpresse drücken. Salz und Kartoffelmehl hinzugeben und zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig zu 8 Stück Knödel formen. In heißes Salzwasser geben, zu Beginn nur kurz aufkochen lassen und dann 20 Minuten bei geringer Hitze ziehen lassen. 

Nach dem Ende der Garzeit, bei Hähnchen und Gemüse, die Hähnchenteile herausnehmen und beiseitelegen. Für die Bratensoße einen halben Liter heißes Wasser auf das Backblech oder in die Reine geben und mit dem Gemüse vermischen. Anschließend alles in einen Topf geben und mit dem Stabmixer pürieren. Mit der Sahne und der Gemüsebrühe abschmecken und im Topf noch einmal aufkochen lassen. 
Anschließend alles auf einem Teller anrichten. Als Beilage schmeckt Blaukraut. 

 

Mehr von Laura Anneser

Das Wochenblatt hat Anfang des Jahres schon einmal mit Laura Anneser gesprochen. Im Rahmen unseres Formats „Die Jugend packt an“ erzählte sie von ihrer Auszeichnung zu Bayerns besten Schornsteinfegerin und wie sie zusammen mit ihrem Freund und dessen Familie den Gemüse-Hof aufgebaut hat. Das Interview gibt es hier zum Nachlesen: