Haushaltstipp

Was hilft gegen Grauschleier auf Fliesen?

Mit einem gelbem Tuch wischt jemand eine Wand mit hellen Fliesen. Man sieht nur einen Arm, dessen Hand in einem Putzhandschuh steckt.
Claudia Beyrle
am Dienstag, 20.04.2021 - 08:00

Mit den Jahren setzen sich Fett- und Kalkrückstände an den Fliesen in der Dusche ab. Mit diesen Tipps werden sie wieder sauber.

Eine Leserin fragte das Wochenblatt:

"Die Fliesen in unserer Dusche sind über die Jahre unansehnlich geworden. Sie sehen nicht mehr mattschimmernd weiß, sondern beige und stumpf aus. Die Dusche wurde beim Hausbau vor 36 Jahren bis zur Decke gefliest. Aber nur in der unteren Hälfte, ab der Armatur, sind die Fliesen fleckig. Sind sie noch zu retten?"

Unsere Antwort:

Glasierte Keramikwandfliesen aus den 1980er-Jahren hatten gewöhnlich eine glatte, undurchlässige Oberfläche. Der Schmutz kann bei solchen Fliesen nicht tief eindringen, außer in den offenporigen Fugen. Auf der Oberfläche kann sich aber durchaus ein Belag absetzen, der sich hartnäckig mit der Fliese verbindet, vor allem wenn die Fliesenoberfläche durch grobe Putzschwämme oder Scheuermittel rau geworden ist. Auf verkratzten Fliesen lagern sich Rückstände leichter an und die Reinigung ist dauerhaft erschwert.

Während der langen Nutzungszeit kann sich aus Hautfett und Rückständen von Duschgel und Haarspülungen sowie Reinigungsmitteln, die nicht restlos abgespült wurden, eine matte, graue Patina auf den glasierten Fliesen gebildet haben. Je nach Wasserhärte kommt noch Kalk dazu, der sich zusammen mit Seife zu wasserunlöslichen Kalkseifen verbindet. Bei Wäsche sind sie die Ursache von Vergrauen.

Graue Patina bildet sich aus Kalk- und Fettrückständen

Grauschleier auf Fliesen entsteht, weil sich Hautschüppchen und auch fetthaltige Pflegezusätze in Duschgels und Haarspülungen durch die üblichen sauren Badreiniger nicht so leicht entfernen lassen. Alkalische Allzweckreiniger wirken da besser. Da die Flecken nur im unteren Bereich auftreten, könnte es damit zusammenhängen, dass die Temperatur des Wassers beim Abbrausen weiter unten in der Dusche weniger heiß ist und fetthaltige Substanzen nicht so gut emulgiert werden. Fette, die auf der Fläche zurückbleiben, werden mit der Zeit ranzig. Sie verharzen, werden dadurch dunkler und lösen sich immer schlechter.

Reinigung mit Allzweckreiniger und heißem Wasser

Abhilfe schafft in diesem Fall das regelmäßige Reinigen mit einem Allzweckreiniger oder Spülmittel im Putzwasser. Um den alten fetthaltigen Schmutz, der sich vermutlich in mehreren Schichten nach und nach abgesetzt hat, zu entfernen, empfiehlt es sich, den Allzweckreingier in möglichst heißem Wasser zu lösen und zur mechanischen Unterstützung eine weiche Bürste und/oder Mikrofasertücher zu verwenden.

Ein alkalischer Reiniger mit Schaum kann in diesem speziellen Fall von Vorteil sein, da er gut auf Fliesen und Glas haftet und sich mit Schwamm gleichmäßig und sparsam verteilen lässt. Je nach Verschmutzung lässt man ihn 2 bis 10 Minuten einwirken und spült danach gründlich nach.

Abwechselnd sauerund alkalisch reinigen

In einem Eimer sind viele Putz-Utensilien gesammelt: Abzieher, Sprühflaschen mit Putzmittel, Bürsten, Handschuhe. Daneben steht eine Flasche mit Spülmittel und eine Rolle Küchenpapier. Rundherum liegen Putzschwämme und Lappen. Das alles liegt / steht auf dem Boden. Dahinter sieht man eine weiß geflieste Wand.

Was sich im Laufe der Zeit gebildet hat, lässt sich kaum in einem Aufwasch entfernen. Vermutlich werden mehrere Reinigungsgänge, abwechselnd mit saurem Bad- oder Zitronensäurereiniger und alkalischem Allzweckreinger oder Spülmittel, nötig sein, um fett- und kalkhaltige Schmutzschichten zu beseitigen. Den alkalischen und sauren Reiniger dabei nicht zusammen anwenden, sondern nacheinander, und jeweils mit Wasser gründlich nachspülen, sonst neutralisieren die Inhaltsstoffe und lassen in ihrer Wirkung nach!

Bevor saurer Badreiniger oder eine Zitronensäurelösung möglichst auf einem Lappen oder Schwamm aufgetragen wird, muss die Fläche zuerst gründlich abgespült werden, damit die Fugen nass sind. Nach kurzer Einwirkzeit wird der Reiniger mit dem gelösten Kalk mit der Brause wieder abgewaschen.

Fugen und Armaturen sind säureempfindlich

Alte glasierte Fliesen vertragen im Gegensatz zu Natursteinfliesen und neuartigen Fliesen mit Abperl-Effekt die Reinigung mit Säure gut. Nur die Fugen und Armaturen sind säureempfindlich. Hochwertige Chromarmaturen und auch Chrom am Abfluss halten etwas Säure aus. Doch Essigsäure ist dabei zu vermeiden, da sie unter die Chromschicht wandert. Außerdem können alte, emaillierte Bade- oder Duschwannen durch Säure stumpf werden, weil die Stahl-Emaille-Oberfläche bei einem pH-Wert unter 3 rau wird. So dass von Zitronensäure in diesem speziellen Fall abgeraten wird.

Beim Umgang mit Reinigungsmitteln sind stets die Sicherheitshinweise und -vorkehrungen auf der Packung zu beachten. Es empfiehlt sich, jede Reinigerlösung und auch die hier angegebenen Reinigungstipps, vorab immer erst an einer unauffälligen Stelle auszuprobieren, um zu prüfen, ob das Material die Behandlung verträgt.

Schon beim Duschen vorbeugen

Damit Kalkflecken gar nicht erst entstehen, empfiehlt es sich, nach dem Duschen die Fliesen mit heißem Wasser kurz abzubrausen. Durch den Abzieher werden nicht nur kalkhaltige Wassertropfen, sondern auch fetthaltige Rückstände entfernt. Perfekt wird‘s, wenn die Restfeuchte in den Ecken noch mit einem trockenen Lappen aufgewischt wird.

Warum vergrauen Feinsteinfliesen?

Fliese ist nicht gleich Fliese. Während früher Fliesen oft glasiert angeboten wurden, werden Feinsteinfliesen derzeit immer beliebter. Sie werden bei hoher Temperatur gebrannt, so dass eine sehr harte Oberfläche entsteht, in die kaum Wasser eindringt. Das macht die zu den Keramikfliesen zählenden Platten besonders frostbeständig, bruchfest und meist auch pflegeleicht.

Bei auf Hochglanz polierten Feinsteinfliesen wird die dichte Oberfläche allerdings abgeschliffen. Dadurch entstehen mikrofeine, offene Poren, in die bei der Nassreinigung mit herkömmlichen Reinigern Tenside einlagern. Weil diese Tenside Schmutz anziehen, vergrauen Böden mit der Zeit. Deshalb sollte man bei diesen Fliesen tensidfreie Reiniger verwenden. Sie schäumen nicht und können Putzmittelreste und Schmutzrückstände entfernen. Unterstützt werden sie durch Mikrofaser-Putztücher, die mit ihrer feinen Faserstruktur in der Lage sind, Tenside samt Schmutz an sich zu binden. Nachteil der tensidfreien Reiniger ist, dass sie fetthaltigen Schmutz kaum lösen.

Für Bodenfliesen gilt: Wenn möglich, immer erst trocken reinigen, also kehren oder saugen vor dem Wischen und Reiniger sparsam einsetzen. Beim Reinigen nur mit Wasser entstehen bei sehr kalkhaltigem Wasser Kalkablagerungen auf den Fliesen, die mit der Zeit einen Kalkfilm hinterlassen.

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Unseren letzten Beitrag aus der Reihe "Schreiben Sie dem Wochenblatt" finden sie hier. Darin beantworten wir die Frage, wie Brot lange frisch bleibt und aufbewahrt werden sollte. 

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