Haustiere

Haariges Problem: Tierhaare entfernen

hund-bürsten
Sigrid Tinz
am Mittwoch, 17.03.2021 - 06:15

Auf dem Hof leben die meisten Tiere draußen. Nur Hund und Katze dürfen oft mit ins Haus. So oder so werden sie regelmäßig gestreichelt und hinterlassen überall feine Härchen, beim Fellwechsel in rauen Mengen. Wie wird man die wieder los?

Als erstes versucht man die Haare da abzufangen, wo sie herkommen, bevor sie sich überall verteilen können. Das heißt: Die Tiere müssen regelmäßig gebürstet werden. Wenn draußen Platz ist, kann man das Fell einfach liegen und fliegen lassen, Vögel und andere Kleintiere freuen sich über das Polstermaterial für ihr Nest, und was liegen bleibt, zersetzt sich nach und nach und wirkt als Dünger im Garten.

 

Tägliches Bürsten fängt viele Haare ab

Ansonsten wird alles gleich direkt eingesammelt und im Müll entsorgt – wenn man den felligen Freund drinnen bürstet, sowieso. Manche Bürstenfabrikate wie der Furminator sammeln die Haare in ihren Zähnen und geben sie erst auf Knopfdruck wieder frei; da kann dann nichts herumfliegen.

Kurzhaarige Hunde und Katzen werden am besten mit weichen Bürsten gestriegelt. Bei Langhaarträgern ist die Unterwolle oft das Hauptproblem. Hier braucht es Kämme oder Bürsten mit langen Borsten. Ohnehin lohnt es sich ein bisschen herumzuprobieren, bis man die richtige Bürste gefunden hat, die dem Tier gefällt und gut in der Hand liegt. Dann ist das Bürsten keine große Sache, sondern etwas, das einfach dazu gehört zum Tag und jeder gerne übernimmt.

 

Frische Wäsche vor Tierhaaren schützen

Aber auch wenn man die lieben Tiere jeden Tag kämmt, regelmäßig ihre Decken wäscht und täglich saugt und wischt: Immer noch werden Haare in Umlauf geraten. Kleidungsstücke sollten deshalb sorgsam aufbewahrt werden. Das heißt: Schmutzwäsche nicht auf dem Boden liegen lassen, frische Wäsche schon mal gar nicht. Die sollte direkt in Schränke oder Schubladen geräumt werden. Steht sie länger offen in der Wohnung, sammeln sich Haare darauf.

Es gibt auch Hunde und Katzen, die sich dreist gleich ganz in den Korb voll frischer Wäsche legen. Schränke und Schubladen immer sofort schließen, damit keine Haare hineinkommen können – und auch keine Tiere.

Wäsche wird am besten nur da zum Trocknen aufgehängt, wo die Tiere und damit auch ihre Haare nicht hinkommen. Wer einen Trockner hat, ist beim Thema Haare fein raus: Der Trockenvorgang wirbelt die Haare förmlich von den Textilien – das sieht man dann im Flusensieb. Auch Kleidungsstücke, die gar nicht frisch gewaschen sind, sondern nur haarig, lassen sich so schnell enthaaren. Einfach für zehn Minuten in den Trockner geben und sie sind wieder haarfrei.

An getragener Kleidung haften dann aber doch wieder viele Haare, wobei sie besonders von Socken wie magisch angezogen werden. Damit sich die Härchen beim Waschen nicht auf andere Kleidungsstücke verteilen, empfiehlt es sich, Socken getrennt von der restlichen Wäsche zu waschen. Lange Haare lassen sich vorab oft schon mit den Fingerspitzen grob entfernen und können dann nicht mehr das Flusensieb verstopfen.

 

Ein paar Tipps für die Waschmaschine

Tierhaare Sigrid Tinz Haftlockenwickler in die Waschmaschine geben - die sammeln einiges an Haaren ein (6)
  • Helfen lassen kann man sich auch durch Fusselbälle, das sind kleine Klettkugeln, die es in der Drogerie zu kaufen gibt und einen Großteil der Fusseln einsammeln. Damit es gut funktioniert, die Maschine nur zu zwei Drittel füllen, damit genug Wasser um die haarigen Kleidungsstücke wirbelt und die Klettkugeln auch gut überall drankommen. Statt spezieller Wäschekugeln tun es auch Haftlockenwickler, natürlich nicht nur bei Socken, sondern auch bei anderen Kleidungsstücken. Bei empfindlichen Materialien, die Fäden ziehen könnten, sind die kleinen Kletten allerdings nicht geeignet. Seidenblusen und Mikrofaserwäsche nehmen aber auch kaum Tierhaare an.
  • Mit der Auswahl der Kleidungsmaterialien kann man die Haarproblematik ohnehin ein bisschen steuern. Dunkle Jogginghosen nehmen mehr Haare an als Jeans, Fleecestoffe ziehen die Härchen geradezu an, auch Jersey und Baumwolle sind eher heikel. Wer also gerne dunkle Baumwollsachen trägt, ist mit einer weißen Langhaarkatze schlecht beraten.
  • Nach dem Waschgang sollte die Maschine zum Austrocknen offen bleiben und eventuell in der Trommel zurückgebliebene Haare herausgewischt werden, damit sie wirklich weg sind und nicht bei der nächsten Wäsche wieder mitmischen. Was beim Ausprobieren übrigens nicht gut funktioniert hat, sind „Wunderhausmittel“ wie Melkfett, Gummihandschuhe oder Tennisbälle.

 

Mit Fusselrolle oder Mikrofaserhandschuh?

Tierhaare Sigrid Tinz Fusselhandschuhe oder Polsterbürsten reinigen gut mit ihren Mikrofasern - wenn man die richtige Richtung nimmt (3)

Auch Fusselbälle entfernen die Haare nicht komplett. Manche Wäschestücke müssen nochmal nachbearbeitet werden. Am allerbesten funktioniert eine Fusselrolle mit Klebestreifen. Die ist super zu handhaben, ruckzuck ist die Hose sauber – und ein Klebestreifen voll und muss ausgewechselt werden. Das ist allerdings nicht sehr ökologisch.

Ähnlich gut funktioniert ein Mikrofaserhandschuh. Dessen Stoff ist so gemacht, dass die Fasern sich beim Streichen über die Kleidung leicht aufrichten und die Tierhaare abzupfen und festhalten.

Einziger Nachteil: Arbeitet man aus Versehen in der falschen Richtung, „schmiert“ man sich die zuvor eingesammelten Haare direkt wieder auf die Kleidung. Alternativ gibt es auch Bürsten, die mit dem gleichen Stoff ausgestattet sind. Eher nur befriedigend funktioniert die gute alte oder auch als neue Wunderbürste beworbene Kleiderbürste.

Auch auf Autositzen und Sofastoffen funktionieren diese Bürsten und Rollen; es gibt außerdem spezielle Polsterbürsten-Aufsätze für den Staubsauger. Diese Anschaffung lohnt sich, wenn man große Flächen zu reinigen hat.

Und Achtung: Gerade auf Möbeln oder eben im Auto sollte man das regelmäßig machen und nicht erst dann, wenn der Hund mit dem Haarwechsel auch wirklich durch ist. Die Tierhaare arbeiten sich nach und nach ins Polster ein, sind dann kaum noch zu entfernen und die Rücksitzbank sieht schließlich aus, als wäre ihr ein Hundefell gewachsen.

Top Themen:
  • Hitzestress: Luft und Abkühlung im Stall
  • Heu bergen am Hang
  • Humusaufbau – wie geht das?
  • Schwärmflug der Fichtenborkenkäfer
  • Singen: Eine Wohltat für unsere Seele
  • Das Ranking der Schlachthöfe
Kostenfreies Probeheft Alle Aboangebote