Tischdeko

Festlich aufgedeckt

Ein ordentliche gedeckter Tisch mit weißer Tischdecke, weißen Tellern, Stoffservietten, silbernem Besteck und Wein- und Trinkgläsern.
Maria Burkhardt
Maria Burkhardt
am Mittwoch, 23.12.2020 - 16:10

Fein essen gehen an den Feiertagen ist dieses Jahr leider nicht möglich. Doch mit einem schön gedeckten Tisch kehrt auch zu Hause Festtagsstimmung ein. Diese Regeln gilt es beim Decken und der Dekoration zu beachten.

Wochenblatt-Leserin Elfriede Müller hat uns kurz nach unserer Jubiläumsausgabe einen Wochenblatt-Zeitungsausschnitt aus dem Jahr 1957 zugeschickt. Darauf ein Beitrag über den „Gut gedeckten Tisch bei Familienfesten“. Vielleicht war es als kleiner Wink gedacht, mal wieder den schön gedeckten Tisch zum Thema zu machen. Wir haben die Anregung jedenfalls gerne aufgenommen, gerade jetzt, da es sich jeder zu Hause schön macht.

Das Einmaleins für einen festlich gedeckten Tisch ist schnell gelernt:

1. Tisch wischen und Tischdecke auflegen

Zu aller erst den Tisch feucht abwischen und so hinrücken, wie er beim Festtagsmenü stehen soll. Dann ein Molton auflegen, mit der glatten Seite nach unten. Der Molton ist im Idealfall so breit und lang wie die Tischplatte. Darüber wird die Tischdecke gelegt. Sie darf seitlich gut zwanzig Zentimeter überhängen. Der Stoffbruch liegt in der Mitte. Bei großen Tischdecken ist es sehr hilfreich, beim Auflegen zu zweit zu sein.

2. Die optimale Tischgröße ermitteln

Damit jeder am Tisch bequem sitzen und essen kann, ist für jedes Gedeck ausreichend Platz einzuräumen. Für Kaffee und Kuchen genügen 50 bis 60 cm, für ein Menü wird mit mindestens 70 bis 80 cm gerechnet. Die Gedecke werden genau gegenüberliegend platziert.

3. Wofür einen Platzteller?

Zu festlichen Anlässen wird gerne mit Platzteller eingedeckt. Er dient als Platzhalter und bleibt bis zum Schluss an Ort und Stelle.

4. Die Reihenfolge bei den Tellern

Auf den Platzteller kommt zuerst der Speiseteller, dann der Vorspeisenteller und zu oberst die Suppentasse oder der Suppenteller.

5. Gläser und Besteck polieren

Gläser und Besteck müssen streifenfrei sauber sein und dürfen keine Fingerabdrücke haben.

Andernfalls kann man sie kurz über Wasserdampf aus dem Wasserkocher halten. Dann sind sie nebelfeucht und lassen sich mit einem fusselfreien Halbleinen- oder Mikrofaser-Gläsertuch blank polieren.

6. Besteck richtig platzieren

Die perfekt gedeckte Tafel: Rechts neben dem Teller liegen von innen nach außen zwei Messer und der Suppenlöffel. Links vom Teller liegen von innen nach außen zwei Gabeln und der Brotteller, samt Brotmesser. Über dem Teller liegt das Dessertbesteck. Drei Gläser sind schräg rechts oben aufgestellt.

Das Besteck liegt wie der Platzteller einen Daumen breit vom Tischrand entfernt. Die Messer rechts, die Gabeln links, der Suppenlöffel rechts neben dem Vorspeisenmesser. Die Klingen der Messer zeigen immer mit der Schneidekante zum Teller hin.

Die Vorspeisen-/Salatgabel liegt links neben der Menügabel. Das Besteck wird von außen nach innen benutzt, daher kommt auch die Anordnung. Ganz links außen steht noch der Brotteller mit Brotmesser.

Die kleine Gabel und der kleine Löffel für das Dessert liegen mittig oberhalb des Platztellers quer, die Gabel mit dem Griff nach links, der Löffel mit dem Griff nach rechts.

7. Jedes Glas an seinem Platz

Auf selber Höhe wird das „Richtglas“ platziert, meist ein Wein- oder Bierglas. Es steht in der Verlängerung zum Messer des Hauptgangs. Danach richten sich die anderen Gläser. Sie werden in einer schräg verlaufenden Linie nebeneinander aufgestellt. Das Wasserglas ganz außen.

8. Wohin mit der Serviette?

Die Serviette wird mittig zum Sitzplatz hin ausgerichtet. Servietten aus Stoff sollten leicht gestärkt sein. Sie werden auf dem obersten Teller/Tasse platziert. Steht der erste Gang schon bereit, werden sie links neben das Besteck oder auf den Brotteller gelegt.

Regeln für die Tischdeko

Ein Windlicht aus einem alten Marmeladenglas. Am obersten Rand ranken sich filigrane grüne Zweige entlang eines goldenen Drahtes mit vereinzelten Perlen und einem Stern ausgestochen aus einem Stück Rinde.

Auch für die Tischdekoration gibt es Regeln, die zu einem schönen Ambiente beitragen, ganz gleich zu welchem Anlass ein Tisch gestaltet wird:

  • Die Tischdeko erst in den fertig gedeckten Tisch einstellen. Sie soll nicht höher als 25 cm sein, damit sich alle in die Augen schauen können.
  • Bei Tischdeko, außer Naturmaterialien, höchstens zwei bis drei Farben miteinander kombinieren. Besonders harmonisch wirkt es, wenn sich die Tischdekoration im Raum noch einmal wiederholt.
  • Für passende Lichtverhältnisse am Tisch sorgen. Stimmung und Atmosphäre verbreitet Kerzenlicht. Die Kerzen zur Sicherheit immer auf feuerfestem Untergrund platzieren und am besten als Windlicht im Glas auftischen. Auf Vollbeleuchtung besser verzichten. Sie wirkt unbehaglich.
  • Die Tischdekoration der Jahreszeit und dem Anlass anpassen.
  • Auf den Tisch keine Pflanzen mit Erde stellen und auch keine Rinde frisch aus dem Wald, damit keine Ameisen oder Käfer übers feine Tischtuch krabbeln. Auch auf die Serviette oder das Geschirr keine frischen Ästchen aus dem Garten legen.
  • Tischdekoration aus Naturmaterialien ist schön und spart Geld. Zu jeder Jahreszeit bieten Gärten und Gärtnereien blühende Zeige und Schnittblumen an, die in kleinen Vasen oder mit Steckigel in einer Schale arrangiert werden können.
  • Wenn Kinder am Tisch sitzen, aber nicht nur dann, empfiehlt es sich, auf giftige Blätter und Beeren zu verzichten, damit niemand in Versuchung gerät, zu probieren.
  • Mit auf den Tisch gehören Salz- und Pfefferstreuer, aber keine Zahnstocher.
  • Leise Musik unterstreicht ein angenehmes Ambiente und überspielt die Stille von Gesprächspausen am Tisch. Die Musik dabei im Vorfeld passend zum Anlass und Geschmack der Leute auswählen.
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