Verbraucher

Corona verändert auch die Ernährung

Essen
Ulrich Graf Portrait 2019
Ulrich Graf
am Dienstag, 09.06.2020 - 10:07

Lebensmittel aus der Region haben an Bedeutung gewonnen.

„Corona verändert den Ernährungsalltag der Deutschen“, sagte Bundesernährungsministern Julia Klöckner vergangene Woche bei der Vorstellung des Ernährungsreports 2020. Es sei ein neues Bewusstsein für Lebensmittel entstanden – und für die Arbeit derjenigen, die sie produzieren, also den Bauern.

Die repräsentative forsa-Umfrage beleuchtet die Ess- und Einkaufsgewohnheiten der Deutschen. Aufgrund der aktuellen Corona-Situation hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) die Umfrage um eine Zusatzbefragung „Ernährung in der Corona-Krise“ ergänzt:

 Zentrale Ergebnisse der Zusatzbefragung „Ernährung in der Corona-Krise“ sind:

  • Für 39 Prozent der Befragten hat durch Corona die Bedeutung der Landwirtschaft zugenommen.
  • Besonders hoch fällt dieser Zuwachs bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus: Fast die Hälfte misst der Landwirtschaft eine höhere Bedeutung zu (47 Prozent).
  • 30 Prozent der Befragten gaben an, dass sie in der Corona-Krise mehr kochen, als zuvor.
  • 28 Prozent der Befragten nehmen Mahlzeiten häufiger als zuvor gemeinsam ein.
  • Beim Kochen werden mehr frische Zutaten verwendet.

Rund sechs Prozent nutzen die klassischen Lieferangebote und nur Prozent die etablierten Lieferdienste häufiger für fertige Mahlzeiten. Allerdings nehmen 21 Prozent der Befragten für den Einkauf von Lebensmitteln oder fertigen Mahlzeiten häufiger als zuvor Lieferangebote der örtlichen Gastronomen in Anspruch.

Geschmack ist beim Einkauf ausschlaggebend

  • 98 Prozent der Befragten ist wichtig, dass es schmeckt.
  • Es herrscht Vielfalt auf den Tellern.
  • Gemüse und Obst sind bei 70 Prozent der Befragten täglicher Spitzenreiter.
  • Milchprodukte werden von 64 Prozent täglich konsumiert.
  • Bei Fleisch und Wurstwaren liegt der tägliche Konsum bei 26 Prozent. Das ist rückläufig.
  • Neu ist: Über die Hälfte der Befragten, 55 Prozent, bezeichnen sich als Flexitarier, also Fleischesser, die gelegentlich bewusst auf Fleisch verzichten.
  • Die Zahl der Vegetarier (5 Prozent) und Veganer (1 Prozent) in Deutschland ist gleich geblieben.
  • Für 90 Prozent der Befragten muss Essen gesund sein.
  • Dabei wird auch auf den Zusatz von Zucker in verarbeiteten Lebensmitteln und Fertigprodukten vermehrt geachtet: 86 Prozent befürworten es, dass Fertigprodukten weniger Zucker zugesetzt wird, auch wenn die Produkte dann nicht mehr so süß schmecken.
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