Vorratshaltung

Wie bewahrt man Brot richtig auf?

Brottopf-mb
Claudia Beyrle
am Montag, 01.02.2021 - 07:50

Wie lagert man Brot richtig, ohne dass es austrocknet oder schimmelt? Wir haben die Tipps für lange frisches Brot.

Eine Wochenblatt-Leserin fragte:

Wie lagert man Brot richtig? Ich habe schon Brottöpfe aus Zirbe und Ton ausprobiert, finde aber, dass das Brot immer relativ schnell austrocknet. Was würden Sie mir empfehlen und wie oft muss der Behälter gereinigt werden?

Die Hauswirtschaftsschule Bischofssheim antwortete:

Wie bleibt Brot möglichst lange frisch? Diese Frage haben sich auch die Studierenden des einsemestrigen Studiengangs an der Hauswirtschaftsschule in Bischofsheim gestellt und einen alten Metallbrotkasten, einen Brottopf aus Ton und eine Brotbox aus Kunststoff getestet. Erfahrungen lagen auch aus einem Holzbrotkasten vor. Egal, wo sie das Brot lagerten, so frisch wie am ersten Tag blieb es nirgends.

In perforierte Plastikbeutel packen

Brot im Plastikbeutel

Bessere Ergebnisse erzielten sie, wenn sie Brot in gelochten Plastikbeuteln mit Zip-Verschluss einpackten. Die Tüten können, kurz ausgeschüttelt, immer wieder verwendet werden. Auch beim Einwickeln in Bienenwachstücher bleibt das Brot weich, die Kruste allerdings nicht knusprig. Denn die Feuchtigkeit der weichen Brotkrume wandert in die nach dem Backen trockene Kruste. Manche Bäckereien benutzen beschichtete Brottüten, in denen das Brot lange frisch bleibt. Solche Beutel gibt es unter dem Namen Brotsafe.

 

Spezielle Brottöpfe aus Steingut

Brot braucht während der Lagerung unbedingt Luft. In dicht verschlossenen Beuteln kann die Feuchtigkeit überhaupt nicht entweichen, dadurch kann ein feuchtes Klima mit Schimmelgefahr enstehen. Luftlöcher sind auch in Brottöpfen wichtig. Ideale Lagerbedingungen bieten spezielle Brottöpfe aus Steingut mit ein paar Luftlöchern an der Seite. Ofenfrisches Brot muss aber unbedingt auskühlen, bevor es darin aufbewahrt wird.

Wo Brot aufbewahrt wird, ist Sauberkeit Voraussetzung. Alte Brotreste und Krümel begünstigen die Schimmelbildung und müssen laufend mit einem sauberen, trockenen Tuch beseitigt werden. Zusätzlich wird empfohlen, die Gefäße etwa alle zwei Wochen mit heißem Wasser und einem Schuss Essig, keine Essigessenz, feucht auszuwischen und danach gut trocknen zu lassen.

Brot im Kühlschrank oder einfrieren?

Brot eingewickelt in ein Bienenwachstuch

Die richtigen Lagerbedingungen für Brot kann man so zusammenfassen: gleichmäßig warm und relativ trocken und trotzdem für etwas Luftaustausch sorgen. In der Nähe von Kühlschrank oder Herd und auch in geschlossenen Küchenschränken kann es den Backwaren schnell zu warm werden.

Brot im Kühlschrank aufzubewahren, ist keine gute Idee. Brot wird darin schnell trocken und hart. Dagegen lässt sich Brot prima einfrieren, idealerweise in Portionen, um einen Vorrat nach Bedarf zu haben. In der Tiefkühltruhe hält sich in Gefrierbeuteln verpacktes Brot mehrere Wochen lang. Anders als bei Fleisch und Gemüse können die Gefrierbeutel bei Brot und Semmeln öfters benutzt werden. Zum Einfrieren aber keine Müllbeutel oder Plastik-Einkaufstüten verwenden, auch keine unbedruckten, da diese nicht lebensmittelecht sind.

Auftauen ist bei Zimmertemperatur am besten. Dabei das Brot im Beutel lassen, denn Brot nimmt ausgefrorene Feuchtigkeit langsam wieder auf. Eingefrorene Brotscheiben können auch direkt aus dem Gefrierschrank im Toaster aufgebacken werden.

Brot und Brezen nicht in einem Behälter lagern

Zum Schluss noch ein Tipp: Brezen und Brot nicht zusammen lagern, denn das Salz entzieht dem Brot das Wasser. Die Luftfeuchtigkeit im Brotbehälter steigt und damit auch die Schimmelgefahr. Unabhängig von der Art der Aufbewahrung gilt: Je höher der Roggenanteil im Brot ist, desto länger bleibt es frisch. Weißbrot ist in 3 Tagen altbacken. Dagegen hält sich Roggen- und Mehrkornbrot bis zu einer Woche.

 

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Einen weiteren Beitrag aus der Reihe "Schreiben Sie dem Wochenblatt" lesen Sie hier. Wir beantworten, wie man den Grauschleier auf Fliesen entfernen kann. 

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