Ernährung

Bereit für den Insekten-Snack?

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Universität Hohenheim
am Mittwoch, 02.09.2020 - 10:37

Warum essen eigentlich viele Menschen Garnelen, aber keine Heuschrecken? Diese Frage beschäftigt Jessica Bartholomä, die an der Universität Hohenheim Ernährungswissenschaft studiert.

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„Am Geschmack selbst scheint es nicht zu liegen“, glaubt die Studentin. Den Selbsttest hat sie bereits gemacht: „Wie Insekten schmecken, hängt vor allem von der Zubereitungsart ab. Knusprig frittiert und gewürzt können sie ein pikanter Snack sein. Nudeln mit Insektenmehl haben hingegen kaum Eigengeschmack.“

Insekten sind in vielen Regionen Afrikas, Asiens und Südamerikas traditioneller Bestandteil des Speiseplans. Reich an Eiweiß, aber auch an Eisen und Vitamin A, können sie einen wichtigen Beitrag zur ausgewogenen Ernährung leisten. „Ich glaube, dass Insekten in Zukunft auch bei uns eine wichtige Rolle für eine nachhaltige und gesunde Ernährung spielen könnten“, meint Jessica Bartholomä. Einzelne Produkte wie Burger-Patties oder Nudeln hätten es ja bereits ins Ladenregal geschafft. Sie interessiert, ob und wie sich die Einstellung zu solchen Nischenprodukten verändert?

Studierende befragt

Genau um diese Frage geht es in einem Projekt am Institut für Ernährungswissenschaft der Universität Hohenheim. Online wurden jeweils 35 Studierende aus ernährungswissenschaftlichen, gesellschaftswissenschaftlichen, technischen und naturwissenschaftlichen Studiengängen, inklusive Agrarwissenschaften und Medizin, im Alter von 19 – 35 Jahren befragt.

Wenn es um die Frage geht, Insekten in die alltägliche Ernährung zu integrieren, fällt die Bereitschaft bei Studierenden aller Studiengänge gleichermaßen verhalten aus: Auf einer Skala von 1 (= gar nicht bereit) bis 5 (= auf jeden Fall) bewegen sich die durchschnittliche Akzeptanzwerte aller vier Gruppen zwischen 2,0 und 2,25. Unterschiedliche Insektenarten wirken dabei auf die Befragten verschieden appetitanregend: 99 % der Probanden lehnen Kakerlaken ab, während sich 50 % vorstellen könnten Heuschrecken und Grashüpfer zu verzehren. 35 % verschmähen hingegen den Verzehr jeglicher Art von Insekten.

Darreichungsform spielt eine entscheidende Rolle

Auch die Darreichungsform spielt eine entscheidende Rolle: 33,6 % gaben an, Insekten ausschließlich verarbeitet konsumieren zu wollen. Die höchsten Akzeptanzwerte erzielten Burger-Patties, gefolgt von Insekten-Mehl und Nudeln. Brot, Kekse oder Kapseln mit Insekten-Bestandteil rangieren dahinter. 36 % der Befragten sind bereit, Insekten als Ganzes frittiert zu verzehren.

Außerdem wollten die Teilnehmer des Projekts von ihren Probanden wissen, aus welchen Gründen sie sich für den Verzehr von Insekten entscheiden würden. Mit einer Zustimmung von 64 % überwiegt hierbei eindeutig die Neugier. Umwelt- und Tierschutz stehen mit 46 % erst an zweiter Stelle und nur 17 % der befragten Studierenden gaben Gesundheit als ausschlaggebendes Motiv an.