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Jetzt ist Pflanzzeit!

Zwiebelblumen verwildern für ein Blütenmeer in der Wiese

Sonnengelbe Bänder aus Narzissen zieren im Frühjahr diese Wiese. Hier gilt: Die Pflanzung wirkt erst durch die große Menge der Blumen.
Bärbel Steinberger
am Dienstag, 04.10.2022 - 15:50

Narzisse, Krokus und Co. blühen nicht nur im Blumenbeet, sie verwandeln im Frühling auch Wiesen in ein Blütenmeer. Die Gärten der meisten Hofstellen eignen sich hervorragend für eine solche Blütenpracht – jetzt ist Pflanzzeit.

Gelb leuchtende Narzissen winden sich in ausladenden Bändern um Obstbäume und unzählige violette Krokusse wachsen unter Gehölzen, wie ein blühender Rasen: Zwiebelblüher – in großer Menge gepflanzt – sind eine Schau und schenken im Frühling gute Laune! Und die Gärten auf den meisten landwirtschaftlichen Betrieben sind prädestiniert dafür, solche Blütenmeere zu verwirklichen, denn: Wiesen mit Obstbäumen, Ecken mit altem Baumbestand oder Hecken, an denen man entlangpflanzen kann, sind dort reichlich vorhanden. Wir erklären, was man bei der Auswahl der Sorten und der Pflanzung der Zwiebeln beachten sollte:

Geeignete Blumenzwiebeln verwenden:

Elefenkrokus-Crocus-tommasinianus

Während sich im Beet zwischen den Stauden fast alle Zwiebelpflanzen wohl fühlen, sind für das sogenannte Verwildern im Rasen oder in der Wiese nur wenige Arten und Sorten geeignet: Am robustesten sind Narzissen. Sie haben den großen Vorteil, dass sie im Gegensatz zu den meisten anderen Zwiebeln von den Wühlmäusen verschont werden.

Narzissen-Sorten wie ‘Exception’, ‘Mount Hood’, ‘Carlton’ oder ‘Flower Drift’ sind besonders gut geeignet. Auch etliche Krokusarten wie der Elfenkrokus (Crocus tommasinianus) und der Goldkrokus (C. flavus) sowie Blausternchen (Scilla siberica) und Traubenhyazinthe (Muscari armeniacum, M. latifolium) sind dieser Aufgabe gewachsen, während die meisten Tulpen für diesen Zweck ungeeignet sind. Sie können sich gegen die Rasengräser nicht durchsetzen. Nur wenige Wildtulpen wie die Zwerg-Stern-Tulpe (Tulipa tarda), die Gnomen-Tulpe (T. turkestanica) und die Gewelltblättrige Tulpe (T. eichleri) haben sich hier bewährt.

Klotzen statt kleckern:

Zum Verwildern muss man unbedingt eine große Menge an Zwiebeln ausbringen, um den beabsichtigten Wow-Effekt zu erreichen. 500 bis 1000 Stück wären tatsächlich ein Anfangsbestand. Keine Angst vor diesen Zahlen – das ist eine einmalige Investition, die sich im Laufe der Jahre mit jährlich wiederkehrender Freude über die Pracht bezahlt macht. Ohne Zutun des Gärtners vermehren sich die Pflanzen vegetativ durch Brutzwiebeln oder durch Selbstaussaat.

 

Richtig einpflanzen:

Zwerg-Stern-Tulpe-Tulipa-tarda

Die beste Pflanzzeit ist, wenn die Blätter von den Bäumen fallen, also von Oktober bis November. Das Einpflanzen geschieht am besten nach der alten Faustregel: Etwa doppelt so tief, wie die Zwiebelknolle dick ist. Man kann die Zwiebeln nach Wunsch anordnen. Schick sieht es aus, wenn man Bänder kreiert, die sich zum Beispiel im Obstgarten um die Bäume winden. Will man ein sehr natürliches Bild, wirft man eine Zwiebelmischung locker mit den Händen aus und pflanzt sie dort, wo sie liegen geblieben sind. Selbstverständlich gibt es bei Zwiebeln und Knollen eine Ober- und Unterseite, die beim Setzten auch zu beachten ist.

Für das Einsetzen vieler Blumenzwiebeln in der Wiese ist man besser mit einem Spaten ausgerüstet. Mit diesem sticht man einfach schräg in die Grasnarbe und hebt sie etwas an. So entsteht eine Art Tasche, in die ein oder zwei Zwiebeln geschoben werden können. Dann fehlt nur noch: Zuklappen, antreten, fertig. Noch besser funktioniert diese Methode mit einer Wiedehopfhaue, auch als Doppelhacke bekannt. Um auf kleinen Flächen größere Mengen einzubringen, umsticht man eine Grassode an drei Seiten, klappt diese um und pflanzt die Zwiebeln dort in die Erde ein. Anschließend wird die Sode wieder zurückgeklappt und festgetreten.

Hände weg vom Laub:

Nach der Blüte sammeln die Zwiebeln Energie für das folgende Jahr. Daher lässt man das Laub stehen, bis es vertrocknet ist – etwa sechs Wochen – und kappt höchstens die Blütenstängel. Im Rasen oder in der Wiese muss daher drumherum gemäht werden, auch wenn es schwerfällt. Setzt man die Zwiebeln in sogenannte Drifts (Bänder), statt sie über die gesamte Fläche zu verteilen, kann zwischen den Zwiebelbändern problemlos gemäht werden.