Speisemais

Zuckermais im eigenen Garten anbauen

Zwei Maiskolben liegen auf weißem Hintergrund. An ihnen hängen noch Blätter.
Sophia Gottschaller
Sophia Gottschaller
am Freitag, 16.04.2021 - 10:00

Zuckermais ist eine anspruchslose Kultur mit süß-aromatischen Kolben

Die Kolben von Zuckermais, die im Supermarkt angeboten werden, sind meist eingeschweißt und bereits konserviert. Schade, denn sein volles Aroma entfaltet das Gemüse frisch geerntet! Wer die Kolben gerne am Stück kocht oder grillt und mit Kräuterbutter oder ein wenig Salz genießen will, sollte Zuckermais einfach selbst im Garten anbauen.

Extrasüße Sorten wählen

Vom Zuckermais oder Süßmais (Zea mays convar. saccharata) sät oder pflanzt man in unserem Klimaraum am besten frühe bis mittelfrühe Sorten. Empfehlenswert sind vor allem die sogenannten extrasüßen Auslesen wie die F1-Hybride Tasty Sweet und Tatonka. Drei samenfeste, extrasüße Sorten mit gestaffelter Reifezeit sind Damaun, Mezdi und Tramunt. Die bekannte Sorte Golden Bantam ist nur einfach süß und kommt geschmacklich nicht an die extrasüßen Auslesen heran.

Es gibt auch Sorten mit bunten Körnern. Dazu zählen Rainbow Inka oder Hooker‘s Sweet Indian. Beide schmecken aber weniger süß und die Körner sind bei der Milchreife nicht voll ausgefärbt. Wer die bunten Kolben trotzdem selbst anbauen möchte, kann sie ganz ausreifen lassen, trocknen und für herbstliche Dekorationen verwenden, anstatt sie zu essen.

Zuckermais ist mit sich selbst verträglich und kann im Garten ohne Probleme mehrere Jahre am selben Platz wachsen. Da er mit keiner anderen Gemüseart verwandt ist, lässt er sich besonders leicht in die Fruchtfolge einplanen. Das Gemüse gedeiht auf allen gärtnerisch nutzbaren Böden in voller Sonne, nur nasskalte Böden mit Staunässe sind weniger gut geeignet.

Abstand zu Futtermais

In einem Bett sprießen die Maispflanzen, zwischen Salatköpfen.

Man sät die Körner je nach Wetter ab Mitte April direkt ins Beet, in spätfrostgefährdeten Regionen erst ab Anfang Mai. Zwischen den Pflanzen lässt man einen Abstand von 20 cm, zwischen den Reihen 60 cm. Zu Feldern mit Futtermais hält man am besten etwa 500 m, mindestens 200 m Abstand, da sich die Pflanzen gegenseitig bestäuben könnten. Die Kolben des Zuckermais würden durch die Fremdbestäubung fad schmecken.

Zuckermais ist ein Mittelstarkzehrer. Deshalb düngt man im Frühjahr pro m² mit etwa 3 l Kompost und mit 70 g Horngries. Eine Nachdüngung mit Stickstoff ist sinnvoll, wenn die Rispen hervorbrechen.

Ernte zur Milchreife

Eine Abdeckung mit Verfrühungsvlies fördert die Anfangsentwicklung. Zuckermais ist etwas wärmebedürftiger als Futtermais, zu hohe Temperaturen gefährden aber die Bestäubung. Während der Kultur sollte man zur Unkrautbekämpfung mehrmals durchhacken, auch eine dünne Mulchschicht aus angetrocknetem Rasenschnitt ist hilfreich. Zuckermais hat keine besonderen Schädlinge. Gelegentlich wird er vom Maiszünsler befallen, ein Verfrühungsvlies vermindert den Befall.

Für den optimalen Genuss ist es wichtig, die Kolben im Stadium der Milchreife zu ernten. Das erkennt man, indem man die oberen Hüllblätter etwas zurückbiegt und die Körner mit einem Messer anritzt; tritt ein milchig weißer Saft aus, ist der richtige Erntezeitpunkt. Ein Anzeichen für die Reife ist auch, wenn sich die Narbenfäden braun färben.

Die geernteten Kolben schmecken am besten frisch, man kann sie aber auch einige Tage im Kühlschrank lagern oder einfrieren. Eine zu lange Lagerung führt zu Geschmackseinbußen.

Milpa-Konzept?

In Verbindung mit dem Anbau von Zuckermais liest man häufig vom Milpa-Konzept oder Aztekenbeet. Dabei handelt es sich um eine Mischkultur aus Mais, Bohnen und Kürbis, wie sie in Südamerika angebaut wird. Wichtig zu wissen ist, dass in der ursprünglichen Form Mais und Bohnen nicht frisch genutzt werden, sondern die Kulturen ausreifen und erst in trockenem Zustand geerntet werden.

 

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