Blumengarten

Eine Zimmerpflanze wandert aus

Herbst-Alpenveilchen
GMH/SG
am Donnerstag, 08.10.2020 - 11:15

Das Alpenveilchen ist von der Fensterbank in den Garten ausgewandert. Im Herbst oder im Frühling zeigen die Pflanzen dann ihre anmutigen Blüten.

Ganz zu Unrecht waren Alpenveilchen (Cyclamen) zwischenzeitlich etwas aus der Mode gekommen. Sie galten als „Omas verstaubte Pflanze von der Fensterbank“. Es gibt jedoch winterharte Züchtungen, die den Garten im Herbst und auch im Frühjahr mit ihren anmutigen Blüten bereichern. Viele Nuancen von weiß über rosa, rot bis zu tiefem Purpur spielen Alpenveilchen dort durch.

Anmutige Blüten im Herbst und im Frühjahr

Bei den Alpenveilchen für den Garten unterscheidet man zwischen Herbst-Alpenveilchen (Cyclamen hederifolium) und Frühlings-Alpenveilchen (Cyclamen coum).
Fruehjahrs-Alpenveilchen

Die Wildform des Herbst-Alpenveilchens blüht von August bis Oktober adrett rosa, die Sorte ‘Album’ hat elegante, rein weiße Blüten. Zusammen gepflanzt, ergeben sie einen tollen farblichen Kontrast. Beim im Herbst blühenden Alpenveilchen erinnern die etwas größeren Blätter im Aussehen an Efeu – sie sind spitz und leicht dreieckig. Die Blätter erscheinen erst mit oder sogar nach den Blüten. Dafür bedecken sie den Boden den ganzen Winter über und ziehen erst zum Ende des Frühlings wieder ein.

Das Frühlings-Alpenveilchen hat dagegen recht kleine, nierenförmige Blätter, die teilweise sehr hübsch silbern marmoriert sein können. Auch sie erscheinen im Herbst und ziehen im Frühjahr wieder ein. Die Wildform blüht im Februar und März in vielen Tönen von zartem rosa bis karminrot. Die Sorte ‘Album’ hat weiße Blütenblätter und einen purpurnen Fleck in der Blütenmitte, auch sie blüht im zeitigen Frühjahr.

Ein blühender Teppich unter Laubgehölzen

Die wilden Verwandten von Omas Topfpflanze wachsen am besten auf neutralen bis kalkhaltigen, frischen Böden. Besonders zum Anwachsen brauchen sie viel Feuchtigkeit, Staunässe vertragen sie aber nicht. Sie gedeihen besonders gut an absonnigen und halbschattigen Plätzen, deshalb eignen sie sich hervorragend als Bodendecker unter laubabwerfenden Gehölzen, sie wachsen selbst in deren Wurzelfilz. Für eine tolle Wirkung setzt man gleich mehrere Exemplare in den Garten.
Die Staude überdauert in ihrer blattlosen Zeit in einer plattgedrückten, kurios anmutenden und bewurzelten Knolle. Diese sollte man bei der Pflanzung nicht zu tief in den Boden setzen, sondern nur dünn mit Erde bedecken. Generell wird eine Pflanzung im Frühjahr empfohlen, doch man kann die Alpenveilchen auch jetzt im Herbst in den Garten setzen. Bei einer Herbstpflanzung ist wichtig, dass man die Knollen im ersten Winter vor Frösten schützt, beispielsweise mit Tannenreisig oder einer ordentlichen Schicht aus Laub. Haben sich die Stauden im Garten etabliert, sind sie äußerst winterhart und pflegeleicht.

Ameisen helfen bei der Verbreitung

Beide Garten-Alpenveilchen haben eine sehr eigene Art sich weiter zu verbreiten: Nach der Befruchtung fällt die Blütenkrone ab und der Blütenstängel rollt sich mit der Samenkapsel zu einer Spirale zusammen. Die Samenkapsel bleibt bis zur Samenreife auf dem Boden liegen, platzt irgendwann und gibt die Samenkörner samt klebrig-süßem Anhängsel frei. Der süße Anhang ist die Leibspeise von Ameisen, die die Samen auch an andere Orte im Garten verschleppen und so für die weite Verbreitung der Alpenveilchen sorgen.
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