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Zeckenschutz

Die Zecken kommen heuer früh

Zecke: Eine Zecke krabbelt auf der Haut. Nahaufnahme.
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Redaktion Wochenblatt
am Montag, 14.03.2022 - 13:40

Zecken lieben den Klimawandel. Sie sind mittlerweile fast das ganzeJahr unterwegs. Auch jetzt schon. Das meldet die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und erinnert an den Schutz vor den Blutsaugern.

Die milderen Temperaturen helfen den Zecken: Einheimische Arten vermehren sich und neue Arten breiten sich aus. Mittlerweile ist der Schutz vor ihnen ganzjährig sinnvoll – für Menschen und Tiere.

Kritisch ist das ganzjährige Auftreten von Zecken deshalb, weil die Spinnentiere eine Vielzahl von Krankheiten übertragen können. Am meisten werden Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Gegen die bakterielle Borreliose gibt es nach wie vor keinen wirksamen Impfschutz. Bundesweit tragen laut Robert-Koch-Institut zwischen fünf und gut 35 % der Zecken Borrelien in sich. Im Schnitt beträgt die Wahrscheinlichkeit, sich nach einem Zeckenstich mit Borrelien zu infizieren, eineinhalb bis sechs Prozent.

Zecken so schnell wie möglich entfernen

Entscheidend ist hier schnelles Entfernen, da sich die Erreger im Mitteldarm der Zecke befinden und erst nach zwölf bis 24 Stunden auf den Menschen übergehen. Wenn sich ein roter Kreis um den Zeckenstich zeigt, sollte man zum Arzt gehen. Diese sogenannte Wanderröte kann auch erst einige Tage oder sogar Wochen später auftreten.

Impfung schützt vor FSME

Gegen die FSME kann eine Impfung schützen. Diese Hirnhautentzündung kann zu neurologischen Schäden, psychischen Veränderungen und gar zum Tod führen. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald rät allen, die sich oft in ausgewiesenen Risikogebieten aufhalten und Risikogruppen wie älteren, chronisch kranken Menschen zur Impfung.

Ganz Süddeutschland sowie auch Gebiete in Hessen, Thüringen und Sachsen gehören zu den FSME-Risikogebieten. Wer Urlaub in den beliebten Urlaubsländern Österreich, Skandinavien oder Norditalien macht, sollte sich ebenfalls impfen lassen.

Zwei neue Zeckenarten in Deutschland unterwegs

Neu einwandernde Zeckenarten haben zuletzt von sich reden gemacht:

  1. Auwaldzecke: Die sich ausbreitende Auwaldzecke ist eher für Hunde und Pferde gefährlich als für Menschen. Sie geht aktiv auf die Suche nach Wirten. Sie überträgt auch die Hundemalaria, die zum Tode führen kann und früher nur aus dem Ausland bekannt war.
  2. Die Hyalomma-Zecke kommt vor allem mit Zugvögeln ins Land. Mit bis zu zwei Zentimetern ist sie nahezu dreimal so groß wie ihre europäische Verwandte. Außerdem besitzt sie auffällig helle, braun-gelb gestreifte Beine. Sie überträgt gefährliche Tropenkrankheiten, kommt aber in Deutschland bisher nur selten vor.
Mit Material von Schutzgemeinschaft Deutscher Wald
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