Winterportulak

Wintersalat jetzt aussäen

Wintersalat: Winterportulak liegt auf einem Teller
Isolde Keil-Vierheilig - Bayerische Gartenakademie
am Donnerstag, 09.09.2021 - 15:20

Vitaminreichen, frischen Salat in der kalten Winter-Jahreszeit? Das geht mit dem Winterportulak.

Als Postelein, Kuba-Spinat und Tellerkraut ist der Winterportulak bekannt. Sein botanischer Name lautet Claytonia perfoliata (oder Montia perfoliata). Der Winterportulak gehört zur Familie der Quellkrautgewächse. Zum Sommer-Portulak besteht übrigens keine Verwandtschaft.

Die etwas nussig und säuerlich schmeckenden Blätter lassen sich, ebenso wie die zerkleinerten dünnen Blattstiele, als Salat oder in Mischsalaten verwenden. Aber auch pur auf dem Butterbrot oder im Quark findet Postelein Liebhaber. Zudem lässt er sich gedünstet wie Spinat verwerten. Winterportulak ist nur kurz lagerfähig: Frisch geschnittene Blätter sollten möglichst bald gegessen werden.

Anbau von Winterportulak

Winterportulak kann man im Gartenbeet, im Gewächshaus oder in Hochbeeten und größeren Gefäßen oder Kisten anbauen. Voraussetzung ist ein feinkrümeliger Boden, denn die Samen sind sehr fein. Sie werden mit einem Reihenabstand von 10 bis 20 cm und etwa 0,5 cm tief gesät. Die Aussaat erfolgt im September und Anfang Oktober. Eine Einsaat im Gewächshaus ist noch zu einem späteren Zeitpunkt möglich. Somit eignet sich der Winterportulak wunderbar als Nachnutzung auf freien Beeten.

Ab November Winterportulak ernten

Die Ernte beginnt ab November. Die fächerförmigen Blättchen auf den langen Stielen schneidet man etwa 1 cm über der Erde ab. Schon bald treibt die Pflanze nach. Bis zu viermal ist eine Ernte vor der Blüte möglich. Auch wenn der Winterportulak Kälte gut verträgt, deckt man die Pflanzen bei Frost besser mit Vlies ab. Bei stärkeren Minusgraden färben sich die Blätter rötlich und verhärten. Bei Temperaturen um 5 °C Grad beginnt der Winterportulak erneut zu wachsen.

Ab März bilden sich Blüten. Dann heißt es schnell nochmals ernten oder Samen gewinnen. Lässt man die Samen reifen, säen sie sich leicht selbst aus und können zu einem unkontrollierten „Unkraut“ werden. Man kann die Samen aber auch gezielt ernten: Färben sich die ersten Samen dunkel, schneidet man die ganze Pflanze ab und hängt diese luftig in einem Netzchen auf. Die Samen reifen nach und fallen in das feine Netz. So erhält man eigenes Saatgut für den nächsten Herbst.

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